BMF Kurz-News: Ist die Kraft der Sonne gewerblich oder privat?

In unserem Beitrag vom 3.8.2011 Steuern und Sonne haben wir zur steuerlichen Behandlung von Photovoltaikanlagen im Privathaushalt berichtet. Das BMF hat zu diesem Thema nun einen neuen Erlass herausgegeben, der neben der umsatzsteuerlichen auch die ertragsteuerliche Komponente behandelt.  

Private oder gewerbliche Stromproduktion.
Wenn die zu erwartende Jahresproduktion den durchschnittlichen Jahresstromverbrauch eines Privathaushaltes um mehr als 50% übersteigt und nach Berücksichtigung sämtlicher Einnahmen und Ausgaben ein positives Ergebnis erwirtschaftet wird, liegen gewerbliche Einkünfte vor, welche der Einkommensteuer zu unterziehen sind. Dabei sind bei „Überschusseinspeisern“ die angefallenen Ausgaben um den Anteil des Eigenverbrauchs zu kürzen, wie zB Abzug des Privatanteils bei der AfA. Bei „Volleinspeisern“ hat der privat bezogene Strom keine Auswirkungen auf die Ermittlung der Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Umsatzsteuer.
Analog zur ertragsteuerlichen Beurteilung ist der Vorsteuerabzug für Voll- und Überschusseinspeiser für die Errichtung einer Photovoltaikanlage zur Gänze möglich, wenn die erzeugte Energie den privaten Verbrauch um mehr als 50% übersteigt – bislang forderte die Finanz ein Übersteigen von mind 100%. In diesem Fall sind sämtliche Lieferungen an den Stromabnehmer umsatzsteuerpflichtig. Bei Überschusseinspeisern ist zu beachten, dass auch für den Privatverbrauch Umsatzsteuer abzuführen ist. Zur Kleinunternehmerbefreiung siehe unseren Beitrag vom 3.8.2011.

Energieabgabe.
Stromlieferungen von Überschuss- und Volleinspeisern an Wiederverkäufer (dh in das öffentliche Netz) unterliegen keiner Elektrizitätsabgabe. Der Eigenverbrauch ist bis zu einer Freigrenze von jährlich 5.000 kWh befreit.

Andreas Auer
anauer@deloitte.at

www.deloitte.at

 

Print Friendly

Liked this post? Follow this blog to get more.