Neuerungen im albanischen Umsatzsteuerrecht

Ausländische Unternehmen, die große Infrastrukturprojekte in Albanien ausführen, konnten die bei der Einfuhr bzw beim Bezug von Vorleistungen gezahlten Umsatzsteuerbeträge bislang nur mit großem Aufwand geltend machen.

Mangels Ausgangsumsätzen in der Investitionsphase konnten diese Beträge nicht unmittelbar als Vorsteuer abgezogen werden. Erstattungsanträgen wurde bis dato nur in Ausnahmefällen und sehr zeitverzögert stattgegeben. Zur Lösung dieses Problems, welches dem Image der albanischen Regierung beträchtlich geschadet hat, wurde nun das albanische Umsatzsteuergesetz in folgenden Punkten novelliert.

Eisen und Zement.
Die Lieferung von Eisen und Zement an Unternehmen, die Wasserkraftwerke errichten, sind umsatzsteuerfrei; selbiges gilt für die Einfuhr nach Albanien durch diese Unternehmen.

Maschinen.
Maschinen und Ausstattungen, die bei Investitionsprojekten im Wert von über LEK 50.000.000 (das sind ca EUR 360.000) eingesetzt werden, können umsatzsteuerfrei nach Albanien eingeführt werden. Sofern die eingeführten Maschinen und Ausstattungen in der aktiven Lohnveredelung bzw im Landwirtschaftssektor eingesetzt werden, erfolgt die Befreiung sogar wertunabhängig.

Auswirkungen auf bestehende Stundungsverfahren.
Die gestundete Einfuhrumsatzsteuerschuld, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der angeführten Steuerbefreiungen noch offen ist, erlischt, sofern auf Rückzahlungsansprüche gegenüber der Steuerbehörde verzichtet wird.

Inkrafttreten.
Die Gesetzesänderungen sind am 25.1.2013 in Kraft getreten. Die Verordnung des Ministerrates, die diese Befreiungen näher regeln wird, bleibt noch abzuwarten. Bis dahin kann das Gesetz noch nicht angewendet werden.

Iris Toto
itoto@deloitte.at

www.deloitte.at

 

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