Aktuelles zu Freihandelsabkommen der EU

Freihandelsabkommen spielen bei der Förderung des internationalen Handels und dem internationalen Güteraustausch eine wesentliche Rolle. Demnach ist der Abschluss solcher Abkommen mit wirtschaftlichen Schlüsselländern ein wesentliches  Ziel der EU.

Durch die Senkung von Zollsätzen und die Abschaffung nichttarifärer Handelshemmnisse kommt es zu wesentlichen Handelserleichterungen, die nicht nur die Import- und Exportquoten erhöhen, sondern auch Arbeitsplätze schaffen und insgesamt das Bruttoinlandsprodukt der gesamten EU, aber auch des Abkommensstaates erhöhen sollen. Neben den bereits bestehenden Freihandelsabkommen wie der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) oder jüngst die Abkommen mit Südkorea bzw Peru und Kolumbien, steht die EU derzeit in Verhandlung mit einer Vielzahl von bedeutenden Handelspartnern.

Japan.
Ende März hat die Generaldirektion Handel der Europäischen Kommission bekannt gegeben, dass die Verhandlungen zum Abschluss eines Freihandelsabkommens zwischen Japan und der EU offiziell aufgenommen wurden. Die erste Verhandlungsrunde wird Mitte April stattfinden. Japan ist nach China der zweitgrößte asiatische Handelspartner der EU und umgekehrt ist die EU der drittgrößte Handelspartner für Japan nach China und den USA. Insgesamt ist Japan gemeinsam mit der EU für rund ein Drittel des weltweiten Bruttoinlandsproduktes verantwortlich. Durch den Abschluss erwartet die Kommission eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts der EU um 0,2%, die Schaffung von mehr als 400.000 Arbeitsplätzen und eine Steigerung der Exportquote um 32,7%.

USA.
Im Februar 2013 haben die EU und USA beschlossen, Verhandlungen über eine transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft zu starten. Derzeit ist der Start der Verhandlungen für Juni 2013 vorgesehen. Wenn die Verhandlungen abgeschlossen sind, würde dieses Freihandelsabkommen das größte und bedeutendste bilaterale Abkommen werden, das je verhandelt wurde. Gemeinsam sind die USA und die EU für rund die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsproduktes und für rund ein Drittel des weltweiten Warenflusses verantwortlich.

Kanada.
Die Verhandlungen mit Kanada haben bereits in 2009 begonnen und stehen kurz vor dem Abschluss. Während die EU für Kanada den zweitgrößten Handelspartner nach den USA darstellt, ist umgekehrt Kanada für die EU der siebent größte Handelspartner. Mit Inkrafttreten des Abkommens wird eine Steigerung des Handelsvolumens um knapp 50% erwartet.

ASEAN Region.
Derzeit steht die EU in Verhandlung mit Malaysien, Vietnam und jüngst auch mit Thailand. Die Verhandlungen mit Singapur wurden im Dezember 2012 abgeschlossen, allerdings ist das Abkommen Singapur-EU noch nicht in Kraft getreten. Das Abkommen gilt als wirtschaftlicher Meilenstein und stellt eine der umfassendsten Vereinbarungen dar, die die EU je abgeschlossen hat. Weitere Verhandlungen führt die EU derzeit mit Indien, Georgien, Armenien und Moldawien, dem Nahen Osten-Golf, den Mercosur Staaten, den AKP Staaten (Afrikanische, Karibische und Pazifische Staaten) sowie den Zentralamerikanischen Staaten.

Fazit.
Unternehmen, die in einen der Vertragsstaaten exportieren oder von einem Vertragsstaat importieren, profitieren unmittelbar von niedrigeren Zollsätzen aber auch von anderen Handelserleichterungen. Gerade in den Genuss von niedrigeren Zollsätzen kommen Unternehmen aber nur dann, wenn es sich tatsächlich um eine Ursprungsware der EU oder des jeweiligen Vertragsstaates handelt und die Ursprungsregeln des Abkommens eingehalten wurden.

Bettina Bares
bbares@deloitte.at

www.deloitte.at

 

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