Geplante Neuerungen bei prämienbegünstigter Zukunftsvorsorge

Hintergrund der Gesetzesänderung ist, dass staatliche Förderungen nur Zukunftsvorsorgeprodukten zugute kommen sollen, die auch in schwierigen Kapitalmarktsituationen attraktive Investitionsmöglichkeiten darstellen.

Durch flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten bei der Veranlagungsstrategie sollen prämienbegünstigte Vorsorgeprodukte für Anleger in Zukunft konkurrenzfähig bleiben. Gleichzeitig soll eine höhere Transparenz  hinsichtlich der Kosten, der Veranlagungspolitik und der Berechnungsgrundlagen die Attraktivität dieser Finanzanlagen weiter steigern. Das Inkrafttreten ist mit Anfang August 2013 geplant; die Gesetzwerdung bleibt noch abzuwarten.

Status Quo.
Derzeit kommt bei Vertragsabschlüssen seit 1.1.2010 das sogenannte Lebenszyklusmodell zur Anwendung, welches abhängig vom Lebensalter des Anlegers jeweils eine Mindestaktienquote vorsieht. Die Veranlagung hat zu mindestens 30% in Aktien zu erfolgen für Anleger, welche das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, zu mindestens 25% für Anleger bis 55 Jahre und zu mindestens 15% für ältere Personen. Es dürfen ausschließlich Aktien, welche an einem geregelten Markt innerhalb des EWR Raums (EU, sowie Island, Norwegen und Liechtenstein) gehandelt werden, erworben werden. Dieses Modell hat sich in der Vergangenheit als wenig flexibel bei volatilen Marktsituationen erwiesen und soll daher verbessert werden.

Bandbreiten statt Mindestaktienquoten.
Das bestehende Modell soll durch zwei Bandbreiten in Form von Aktienquoten von 15% bis 60% für unter Fünfzigjährige und von 5% bis 50% für ältere Personen ersetzt werden. Innerhalb dieser Bandbreiten kann die Aktienquote  entsprechend der Marktsituation angepasst werden. Zusätzlich ist angedacht, dass in Zukunft bis zu 40% der Aktien nicht innerhalb des EWR Raums notiert sein müssen; dies führt zu deutlich verbesserten Veranlagungsmöglichkeiten , da dann Aktien aus aller Welt für die Veranlagung in Betracht kommen. Für Pensionsinvestmentfonds soll die bisher geltende 15% Mindestquote für Aktien auf 5% gesenkt werden, wobei für Zwecke der Prämienbegünstigung jedoch die Bandbreiten eingehalten werden müssen.

Mehr Information für den Anleger.
Neben der Verpflichtung zu einer höheren Kostentransparenz, die neben den anfänglichen und jährlichen Aufwendungen auch mögliche sonstige sowie einmalige, aus besonderem Anlass entstehende Kosten verdeutlichen soll,  sollen in Zukunft mehr und vor allem besser verständliche Informationen zur Berechnung der verschiedenen Rentenvarianten zur Verfügung stehen. Im Zentrum der Informationspflicht steht die Frage, ob die künftige Rentenzahlung garantiert ist oder nicht. Auch die Rentenberechnungsgrundlagen wie Sterbetafeln oder Rechnungszins und die damit verbundenen Chancen und Risiken müssen deutlicher erläutert werden. Last but not least muss für die neuen Verträge die konkrete Veranlagungsstrategie, die Art der Zusammensetzung der Kapitalanlagen sowie der (mögliche) Einsatz von Absicherungsinstrumenten besonders dargestellt werden. Die Information des Anlegers muss schriftlich und vor Vertragsabschluss erfolgen.

Tipps für Anleger.
Die Gesetzesnovelle soll für Vertragsabschlüsse ab dem 1.8.2013 gelten. Für bereits bestehende Verträge wird es voraussichtlich die Möglichkeit geben, nach Ablauf der Mindestlaufzeit auf die neuen Veranlagungsbedingungen bei ansonsten weiterlaufendem Vertrag umzusatteln. Insbesondere sollen mit dieser unwiderruflichen Erklärung  weder eine Kündigung, noch steuerliche Konsequenzen verbunden sein; die neuen Informationspflichten über die abgeänderte Veranlagungen werden aber auch hier dem Anleger zu Gute kommen.

Birgit Schwertner-Awais
bschwertner@deloitte.at

www.deloitte.at/tax

 

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