Neue Regelungen zur Mindestkörperschaftsteuer bei GmbHs

Im Körperschaftsteuergesetz wird die Höhe der Mindestkörperschaftsteuer für unbeschränkt steuerpflichtige in- und ausländische Körperschaften geregelt. Durch die Einführung der GmbH-Light ergeben sich auch diesbezüglich wesentliche Änderungen.

Hintergrund.
Die Mikö betrug bisher grundsätzlich 5% des gesetzlichen Mindestgrund- oder Mindeststammkapitals und war quartalsweise zu entrichten. Für eine GmbH, deren Mindeststammkapital gemäß GmbH-Gesetz EUR 35.000 betrug, war somit MiKö in Höhe von EUR 1.750 pro Kalenderjahr festzusetzen, soweit die tatsächliche Körperschaftsteuer nicht ohnehin höher war. Bei Eintritt in die unbeschränkte Steuerpflicht (zB Neugründungen, Sitzverlegung) galt für die ersten vier Kalendervierteljahre eine reduzierte MiKö in Höhe von EUR 273 pro Quartal (gesamt EUR 1.092).

Neuerung seit 1.7.2013.
Mit 1.7.2013 wurde das gesetzliche Mindeststammkapital einer GmbH auf EUR 10.000 gesenkt. Die Berechnungsmethode der MiKö wurde jedoch nicht geändert, was zur Folge hat, dass die neue MiKö ab 2014 für ein volles Kalenderjahr EUR 500 bzw EUR 125 pro Quartal beträgt. Durch die sich ergebende Reduzierung der MiKö wird gemäß den gesetzlichen Übergangsbestimmungen, mit Ablauf 31.12.2013 die bisherige Regelung betreffend die ermäßigte MiKö bei Neugründungen und Sitzverlegungen auslaufen. Zwischen 1.7.2013 und 31.12.2013 kommt diese Bestimmung nur zur Anwendung, wenn die reguläre MiKö höher ausfällt  – etwa bei Aktiengesellschaften, Kreditinstituten und Versicherungsunternehmen. Eine reduzierte MiKö ist auch für zuvor genannte Kapitalgesellschaften ab 2014 nicht mehr vorgesehen.

Vorauszahlungen.
Zur Vermeidung eines erheblichen administrativen Aufwandes, werden vor 1.7.2013 festgesetzte Vorauszahlungsbescheide nicht neu festgesetzt. Die zu viel entrichtete MiKö wird daher erst im Rahmen der Veranlagung in Form einer Gutschrift ausgeglichen. Für Vorauszahlungsbescheide, welche nach dem 1.7.2013 erlassen werden, gilt bereits die neue MiKö von EUR 125 pro Quartal im 2. Halbjahr.

Kapitalherabsetzungen für bestehende GmbHs.
Durch die Gesetzesänderung besteht für „alte GmbHs“ die Möglichkeit, eine Kapitalherabsetzung von bisher EUR 35.000 auf EUR 10.000 vorzunehmen. Als Einlagenrückzahlung kann diese Kapitalherabsetzung beim Gesellschafter steuerfrei (ohne 25% KESt) sein.

Robert Wastl
rwastl@deloitte.at

www.deloitte.at/tax

 

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