Neue Steuererleichterungen für Vereine

Im Rahmen des kürzlich veröffentlichten Wartungserlasses der Vereinsrichtlinien wurden einige bereits bestehende steuerliche Begünstigungen für gemeinnützige Vereine – insbesondere hinsichtlich der Abhaltung von Vereinsfesten – erweitert sowie der erhöhte Freibetrag für begünstigte Zwecke eingearbeitet.

Freibetrag für begünstigte Zwecke.
Gemeinnützigen Vereinen, die im Rahmen eines entbehrlichen Hilfsbetriebs oder eines begünstigungsschädlichen Betriebs (für den eine Ausnahmegenehmigung vorliegt) körperschaftsteuerpflichtige Einkünfte erzielen, stand bisher ein Freibetrag in Höhe von EUR 7.300 zur Verfügung. Dieser wurde mit BGBl I Nr 135/2013 auf EUR 10.000 erhöht. Der neue Freibetrag ist erstmals für die Körperschaftsteuerveranlagung 2013 anzuwenden. Wird der Freibetrag in einem Jahr nicht voll ausgenutzt, so kann dieser unter gewissen Umständen vorgetragen werden.

Abgrenzung großes und kleines Vereinsfest.
Bislang stellten die von der Finanzverwaltung veröffentlichten Vereinsrichtlinien bei der Abgrenzung zwischen einem kleinen Vereinsfest (grundsätzlich steuerpflichtiger entbehrlicher Hilfsbetrieb) und einem großen Vereinsfest (grundsätzlich begünstigungsschädlicher Geschäftsbetrieb) auf die Besucherzahl ab. In den Vereinsrichtlinien wurde jedoch keine konkrete Größe genannt, stattdessen musste geprüft werden, ob die Veranstaltung den Charakter einer den Interessenkreis des Vereins weit übersteigenden Institution von eigenständiger Bedeutung annimmt. Diese sehr ungenaue Bestimmung wurde in den Vereinsrichtlinien gestrichen. Nunmehr ist lediglich darauf abzustellen, ob das Fest ausschließlich von den Vereinsmitgliedern getragen wird. Eine gesellige Veranstaltung stellt dann ein kleines Vereinsfest dar, wenn die Organisation ausschließlich von Vereinsmitgliedern oder deren nahen Angehörigen vorgenommen wird, die Verpflegung ein beschränktes Angebot nicht übersteigt und allfällige Unterhaltungseinlagen nur durch Vereinsmitglieder oder unbekannte Künstler erfolgt. Der entbehrliche Hilfsbetrieb „kleines Vereinsfest“ umfasst alle geselligen Veranstaltungen dieser Art, die insgesamt einen Zeitraum von 48 Stunden pro Kalenderjahr nicht übersteigen. Veranstaltungen, die nicht alle genannten Kriterien erfüllen, sind jedenfalls als großes Vereinsfest anzusehen und begründen somit stets einen begünstigungsschädlichen Betrieb, der grundsätzlich zum Verlust der Gemeinnützigkeit des gesamten Vereins führt.

Pauschale Betriebsausgaben.
Bei der Berechnung der steuerpflichtigen Einkünfte im Rahmen von entbehrlichen Hilfsbetrieben konnten bislang pauschal 20 % der aus diesen Betätigungen erzielten Betriebseinnahmen für die von den Vereinsmitgliedern unentgeltlich erbrachten Arbeitsleistungen abgezogen werden. Die pauschalen Betriebsausgaben wurden nunmehr auch auf die Gewinnermittlung von begünstigungsschädlichen Betrieben (zB Kantinen) ausgeweitet, wenn der Verein über eine Ausnahmegenehmigung gem § 44 Abs 2 BAO bzw § 45a BAO (Umsätze unter EUR 40.000) verfügt. Gemeinsam mit dem erhöhten Freibetrag ergibt sich somit eine wesentliche Verbesserung für gemeinnützige Vereine, die begünstigungsschädliche Betriebe unterhalten.

Fazit.
Die Erhöhung des Freibetrages sowie die Erweiterung des Anwendungsbereich der pauschalen Betriebsausgaben stellen eine wesentliche Verbesserung für gemeinnützige Vereine dar. Die in den Vereinsrichtlinien nunmehr klarer dargestellte Abgrenzung zwischen großen und kleinen Vereinsfesten ist ebenfalls zu begrüßen. Für die optimale Ausnutzung der verschiedenen Steuerbegünstigungen bzw zur Vermeidung von steuerlichen Haftungsrisiken für die Vereinsfunktionäre ist eine professionelle steuerliche Betreuung jedenfalls unerlässlich.

Christoph Hofer
chhofer@deloitte.at

www.deloitte.at/tax

 

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