Einfach Pendeln – die neue Pendlerverordnung im Überblick

Im September wurde die neue Pendlerverordnung (PVO) verabschiedet. Dieser Artikel bringt Ihnen die wichtigsten Regelungen kurz und bündig näher.

Die neue Pendlerverordnung regelt die Ermittlung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, die Beurteilung der Zumutbarkeit der Benützung eines Massenbeförderungsmittels und definiert den Begriff „Familienwohnsitz“.

Entfernung Wohnung – Arbeitsstätte.

Um die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu ermitteln, ist jene Wegstrecke zu wählen, die in der kürzest möglichen Zeit den Weg unter Verwendung eines privaten PKW, eines Massenbeförderungsmittels (mit Ausnahme von Schiffen und Flugzeugen) oder zu Fuß auf Gehwegen öffentlich zugänglicher Flächen zurücklegt. Auf Gehwegen darf hierbei pro Teilstück nicht mehr als ein Kilometer zurückgelegt werden. Bei Gleitzeit ist der Arbeitsbeginn oder bzw dessen Ende so zu wählen, wie es der besten Verbindung mit den Massenbeförderungsmitteln entspricht.

Massenbeförderungsmittels zumutbar?

Nur wenn die Benützung eines Massenbeförderungsmittels unzumutbar ist, wird das große Pendlerpauschale gewährt. Die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels ist unzumutbar, wenn personenbezogene Gründe dafür sprechen. Diese sind entweder ein gültiger Ausweis gemäß §29b StVO für Personen mit Gehbehinderung oder eine Eintragung im Behindertenpass wegen dauernder Gesundheitsschädigung oder Blindheit. Eine Unzumutbarkeit wird auch angenommen, wenn zumindest für die Hälfte des Weges kein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung steht. Das große Pendlerpauschale wird auch gewährt, wenn bei optimaler Verkehrsverbindung (PKW & Massenbeförderungsmittel) die Wegzeit mehr als 120 Minuten beträgt.

Übersteigt die Zeitdauer 60 Minuten nicht aber 120 Minuten, ist auf die entfernungsabhängige Höchstdauer abzustellen. Übersteigt die kürzest mögliche Zeitdauer diese, ist die Benützung eines Massenbeförderungsmittels unzumutbar. Die individuelle entfernungsabhängige Höchstdauer wird berechnet, indem 60 Minuten plus eine Minute, pro Kilometer der auf der Wegstrecke zurückgelegt wird, hinzugerechnet werden. Bei einer Wegstrecke von 45  Kilometern, beträgt die individuelle Entfernungshöchstdauer daher 60+45=105 Minuten. Diese Zeit umfasst die gesamte Dauer, die vom Verlassen der Wohnung bis zum Eintreffen am Arbeitsplatz (und vice versa) inklusive Wartezeiten verstreicht.

Familienwohnsitz.

Ein Familienwohnsitz ist dort gegeben, wo ein Steuerpflichtiger seine engsten persönlichen Beziehungen (Freunde, Familie) und seinen Hausstand hat. Eine Wohnung in einem Heim oder in einer WG zählt nicht als Hausstand, wenn diese nicht mit dem (Ehe)Partner oder in Lebensgemeinschaft bewohnt wird.

Hilfe bei der Berechnung der Pendlerpauschale?

Ja, der Pendlerrechner, der auf der Homepage des BMF zu finden sein wird, errechnet die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und umgekehrt, sowie die (Un-)Zumutbarkeit der Benützung eines Massenbeförderungsmittels innerhalb Österreichs. Der Ausdruck des Pendlerrechners wird sodann als Antrag der Pendlerpauschale gelten.

Inkrafttreten.

Die Pendlerverordnung tritt grundsätzlich mit 1.1.2014 in Kraft, allerdings nicht, wenn der Pendlerrechner bis dahin noch nicht im Internet auf der Homepage des BMF zur Verfügung gestellt wird. In diesem Fall ist sie jedoch rückwirkend anzuwenden, wenn eine Berechnung gemäß der PVO günstiger als die alte Regelung ist.

Fazit.

Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass grundsätzlich das kleine Pendlerpauschale gewährt wird; nur bei der Unzumutbarkeit der Benützung eines Massenbeförderungsmittels ist das große Pendlerpauschale anwendbar.

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Stefanie Schneider

Stefanie Schneider

Payroll & Expatriates Deloitte Tax
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