Versteigerungen bei Charity Veranstaltungen: Eine Spende – zwei Abzugsberechtige

Im Zuge von Charity Veranstaltungen werden häufig Versteigerungen von unentgeltlich zur Verfügung gestellten Gegenständen durchgeführt. In diesem Zusammenhang stellen sich zwei wesentliche Fragen: Spendet nur der Erwerber, der den Gegenstand ersteigert, oder auch derjenige, der den Gegenstand unentgeltlich zur Verfügung stellt (Sachspender)? In welcher Höhe liegt eine steuerlich abzugsfähige Spende vor?

Spendenabzug.

Grundsätzlich sind Spenden nur abzugsfähig, sofern sie an explizit im Gesetz genannte Einrichtungen oder an begünstigte Spendenempfänger, die auf der Homepage  des Bundesministeriums für Finanzen veröffentlicht sind, geleistet werden. Spenden aus dem Betriebsvermögen sind bis maximal 10% des laufenden Gewinns als Betriebsausgabe absetzbar. Ähnlich können Spenden aus dem Privatvermögen begrenzt mit 10% der laufenden Einkünfte als Sonderausgaben abgesetzt werden. Werden von den genannten begünstigten Einrichtungen Charity-Versteigerungen durchgeführt, kommen für die steuerliche Behandlung folgende Regelungen zur Anwendung:

Aufteilung der Spende.

Nach Ansicht des BMF liegt bei einer Charity-Versteigerung ein einziger Spendenvorgang vor, der aber von zwei verschiedenen Spendern erbracht wird. Einerseits vom Sachspender und anderseits vom Erwerber des gespendeten Gegenstands. Der begünstigten Einrichtung bleibt letztlich eine Spende in Höhe des vom Erwerber entrichteten Geldbetrages, weshalb dieser Betrag die Höhe der insgesamt abzugsfähigen Spende darstellt. Diese ist nach dem Wertverhältnis der Leistungen auf die beiden Spender wie folgt aufzuteilen.

Sachspender.

Der Sachspender kann den gemeinen Wert (Marktwert) der Sache als Spende geltend machen, sofern es sich um einen Gegenstand des Betriebsvermögens handelt. Sachspenden aus dem Privatvermögen können hingegen nur in wenigen Ausnahmefällen als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Erwerber.

Der Erwerber kann jenen Betrag als Spende geltend machen, der den gemeinen Wert (Marktwert) der Sachspende übersteigt. Kann der gemeine Wert der Sache nicht, oder nur mit großem Aufwand ermittelt werden, wird von der Finanzverwaltung eine Aufteilung des bezahlten Geldbetrages zwischen beiden Spendern im Verhältnis von 50:50 angenommen.

Praxishinweis.

Im Fall von Charity-Versteigerungen wird seitens der Finanzverwaltung verlangt, dass die Spendenbestätigung beide Spender und die jeweilige Höhe der Spende enthält. Um den Spendenabzug durch die Spender nicht zu gefährden, ist sicherzustellen, dass beiden Spendern eine Bestätigung über ihre Spende ausgestellt wird.

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Wilfried Krammer

Wilfried Krammer

Manager| Deloitte Tax
Telefon: +43 1 537 00 6911
Mail: wkrammer@deloitte.at

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