Lohnsteuer-Update 2014

Im Jahr 2014 kommen einige Änderungen im Bereich der Lohnsteuer auf uns zu. Wir wollen hiermit die Wichtigsten kurz vorzustellen.

Sozialversicherungswerte 2014.

Wie jedes Jahr ändern sich auch in diesem Jahr wieder einige Sozialversicherungswerte. Allen voran steigt die Geringfügigkeitsgrenze auf EUR 30,35 täglich bzw EUR 395,31 monatlich. Der Grenzwert für die Dienstgeberabgabe (Summe der Beitragsgrundlagen für von einem Dienstgeber im Bundesgebiet geringfügig Beschäftigte, bei deren Überschreiten der Dienstgeber eine Abgabe in Höhe von 16,4 % monatlich zu entrichten hat)  beträgt EUR 592,97. Auch die Höchstbeitragsgrundlage wurde 2014 angepasst. Sie beträgt täglich EUR 151, monatlich EUR 4.530, jährlich für Sonderzahlungen EUR 9.060 und monatlich für freie Dienstnehmer ohne Sonderzahlungen EUR 5.285. Die Verzugszinsen betragen im Jahr 2014 für rückständige Sozialversicherungsbeiträge 7,88% und für Sachbezüge aus Zinsersparnissen bei Dienstgeberdarlehen beläuft sich der Satz – wie auch für steuerliche Zwecke – auf 1,50% (Freibetrag EUR 7.300).

Pendlerverordnung.

Betreffend die Änderungen durch die neue Pendlerverordnung möchten wir auf unseren Beitrag vom 20.12.2013 verweisen.

Arbeitsmarkt Öffnung Rumänien und Bulgarien.

Der Arbeitsmarkt wurde nun auch für rumänische und bulgarische Staatsbürger geöffnet. Beschränkungen Arbeitnehmerfreizügigkeiten gelten während einer sieben-jährigen Übergangsregelung daher nur noch in Bezug auf Kroatien, welches mit 1.7.2013 der EU beitrat. Staatsangehörige von Rumänien und Bulgarien genießen seit 1.1.2014 hingegen die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit. Für sie muss nun kein Aufenthaltstitel und keine Arbeitsbewilligung mehr beantragt werden, jedoch ist bei einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten eine Anmeldebescheinigung binnen vier Monaten ab der Einreise in das Bundesgebiet zu beantragen.

Pflegekarenz.

Um im Falle eines plötzlich auftretenden Pflegebedarfs eines nahen Angehörigen, dem mindestens Pflegestufe 3 zusteht, die Möglichkeit einzuräumen, die Pflegesituation zu organisieren, kann mit dem Arbeitgeber eine Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit für eine Dauer von ein bis drei Monaten  schriftlich vereinbart werden; ein Rechtsanspruch auf Inanspruchnahme besteht jedoch nicht. Sie kann prinzipiell pro zu betreuender Person nur einmal vereinbart werden (in Ausnahmefällen ein zweites Mal). Während einer Pflegekarenz hat der Betreuende Anspruch auf Pflegekarenzgeld (die Berechnung orientiert sich am Arbeitslosengeld). Während einer Pflegeteilzeit gebührt das Pflegekarenzgeld aliquot, zumindest aber in Höhe des aliquoten Teiles der Geringfügigkeitsgrenze.  Für das Pflegekarenzgeld liegt die Zuständigkeit beim Bundesamt für Soziales und Behindertenwesen.

ELDA- Das elektronische Datenaustauschsystem.

Ab 1.1.2014 gilt die verpflichtende elektronische Meldungserstattung an die Gebietskörperschaften. Durch diese Änderung ist eine Eingabe in Papierform durch eingetragene Personengesellschaften, Körperschaften des öffentlichen Rechts, juristischen Personen und Genossen, Stiftungen, Vereine, Anstalten und Fonds ausgeschlossen. Dienstgeber müssen daher sämtliche An-, Ab- und Änderungsmeldungen für Dienstverhältnisse elektronisch über ELDA an die Gebietskrankenkassen durchführen. Ausnahmen werden bei Unzumutbarkeit und nachweislich unverschuldetem Ausfall des Systems gewährt. Einzelunternehmen, Privathaushalte, etc können weiterhin in Papierform, elektronisch, telefonisch oder auch per Fax an die Krankenkassen melden. Auch die Mindestangaben-Anmeldung (die sogenannte AVISO Meldung) vor Arbeitsantritt eines Dienstnehmers muss nicht zwingend durch das ELDA durchgeführt werden.

SEPA Umstellung.

Ab 1.8.2014 sind Banküberweisungen nur mehr mit IBAN (Internationale Bankkontonummern) und BIC (Internationale Bankleitzahlen) zulässig, da es in ganz Europa ein einheitlicher EURO-Zahlungsverkehrsraum, auf Englisch „Single Euro Payments Area“ – kurz SEPA, geben wird. Die bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen werden somit durch IBAN und BIC, welche sich ua auf der Rückseite der eigenen Bankomatkarte finden lassen, ersetzt.

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Stefanie Schneider

Stefanie Schneider

Payroll & Expatriates Deloitte Tax
Telefon: +43 1 537 00 6139
Mail: stefschneider@deloitte.at

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