Neuerungen beim Pkw-Sachbezug – Änderung der Sachbezugswerteverordnung

Mit dem der Änderung der Sachbezugswerteverordnung kam es zu einer Änderung beim Pkw-Sachbezug. Demnach wurde die „Deckelung“ für den vollen Sachbezug von monatlich EUR 600 auf EUR 720 angehoben.

Steuerlich  relevante Einnahmen liegen dann vor, wenn dem Steuerpflichtigen Geld oder geldwerte Vorteile im Rahmen der außerbetrieblichen Einkünfte zufließen. Dabei sind geldwerte Vorteile mit den üblichen Mittelpreisen des Verbrauchsorts anzusetzen. Diesbezüglich ist auf die einschlägigen Bestimmungen der Sachbezugswerteverordnung (vgl BGBl II 2001/416) zu verweisen.

Zurverfügungstellung eines arbeitgebereigenen Kraftfahrzeugs.

Besteht für den Arbeitnehmer die Möglichkeit, ein arbeitgebereigenes Kraftfahrzeug für nicht beruflich veranlasste Fahrten einschließlich Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätten sowie Familienheimfahrten zu benützen, so ist ein dementsprechender Ansatz eines Sachbezugs im Rahmen der Personalabrechnung vorzunehmen.

Voller Sachbezug.

Bislang normierte § 4 Sachbezugswerteverordnung, dass ein Sachbezug iHv 1,5% der tatsächlichen Anschaffungskosten des Kfz (einschließlich USt und NoVA), max jedoch EUR 600 monatlich, anzusetzen ist. Mit den Änderungen  wurde dieser Wert nun auf max EUR 720 monatlich angehoben. Die eben genannten Anschaffungskosten umfassen auch Kosten für Sonderausstattungen. Selbständig bewertbare Sonderausstattungen (zB Telefon einschließlich Freisprechanlage etc) gehören nicht zu den Anschaffungskosten und fließen daher nicht in die diesbezügliche Bewertung mit ein.

Halber Sachbezug.

Betrug die monatliche Fahrtstrecke für Privatfahrten im Jahr nachweislich nicht mehr als 500 km, war ein Sachbezug mit dem halben Betrag (0,75% der tatsächlichen Anschaffungskosten; max EUR 300 monatlich) anzusetzen. Dieser Betrag wurde nun auf EUR 360 monatlich angehoben. Unterschiedliche Fahrtstrecken in den einzelnen Lohnzahlungszeiträumen sind hierbei unbeachtlich. Als Nachweis, dass die eben genannte Kilometerzahl pro Jahr nicht überschritten wird, dient grundsätzlich ein Fahrtenbuch, wobei prinzipiell auch andere Beweismittel zur Verfügung des in Rede stehenden Nachweises in Betracht kämen. Aufgrund zahlreicher Erfahrungen während Lohnabgabenprüfungen (GPLA), ist es jedoch dringend zu empfehlen, ein diesbezügliches Fahrtenbuch, aus welchem va das Datum, der Zweck der Fahrt und die gefahrenen Kilometer hervorgehen müssen, zu führen.

Spezieller Sachbezug.

Ergibt sich bei Ansatz von EUR 0,50 (Fahrzeugbenutzung ohne Chauffeur) bzw EUR 0,72 (Fahrzeugbenutzung mit Chauffeur) pro km privater Fahrtstrecke ein um mehr als 50% geringerer Sachbezugswert als vorhin genannter (halber Sachbezug; gedeckelt mit EUR 360 pro Monat), so ist dieser geringere Sachbezugswert im Rahmen der Personalabrechnung anzusetzen. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein lückenlos geführtes Fahrtenbuch.

Inkrafttreten der Änderungen.

Wird die ESt (LSt) durch Abzug eingehoben, sind die neuen Werte erstmals für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 28.2.2014 enden, anzuwenden. Im Falle der Veranlagung zur ESt gelten die adaptierten Werte bei der Veranlagung für das Kalenderjahr 2014 erstmals für Zeiträume, die nach dem 28.2.2014 enden.

Conclusio.

Da mit der neuen Sachbezugswerteverordnung einerseits zwar die monatliche „Deckelung“ für die Zurverfügungstellung eines arbeitgebereigenen KfZ auf EUR 48.000 angehoben wurde, andererseits aber der Betriebsausgabenabzug weiterhin bei EUR 40.000 unverändert geblieben ist, sehen einige Stimmen in der Literatur diese Neuregelung als verfassungswidrig an. Es bleibt daher abzuwarten, inwieweit der Verordnungsgeber noch auf die genannten Kritikpunkte reagieren wird.

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Bernhard Geiger

Bernhard Geiger

Manager | BPS
Telefon: +43 1 537 00 6156
Mail: bgeiger@deloitte.at

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