Checkliste Arbeitnehmerveranlagung 2013

Arbeitnehmer sind in der Regel nicht verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Durch eine Arbeitnehmerveranlagung kann jedoch oft Geld vom Fiskus zurückgeholt werden.

In den vorliegenden Fällen macht eine Arbeitnehmerveranlagung jedenfalls Sinn:

  • schwankende Gehaltsbezüge ohne Aufrollung durch den Arbeitgeber
  • Arbeitgeberwechsel oder nicht ganzjährige Beschäftigung,
  • steuerlich absetzbare Ausgaben, wie zB Sonderausgaben, Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen,
  • Verluste oder Verlustvortrag aus anderen Einkunftsarten,
  • Absetzbeträge, die bisher nicht berücksichtigt wurden oder zu einer negativen Einkommensteuer führen.

Folgende Positionen können in der Arbeitnehmerveranlagung 2013 geltend gemacht werden:

Absetzbeträge:

  • Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag (EUR 494 bei einem Kind; EUR 669 bei zwei Kindern, zusätzlich EUR 220 für jedes weitere Kind)
  • Kinderfreibetrag (EUR 220 bei Inanspruchnahme durch einen Elternteil; EUR 132 bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile)
  • Kinderabsetzbetrag (EUR 58,40/Monat/Kind)
  • Unterhaltsabsetzbetrag (EUR 29,20 bis EUR 58,40/Monat/Kind)

Sonderausgaben

  • Kirchenbeiträge (bis EUR 400)
  • Steuerberaterkosten (unbegrenzt)
  • Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung einschließlich des Nachkaufs von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung (unbegrenzt)
  • Renten und dauernde Lasten (unbegrenzt)
  • Spenden an begünstigte Institutionen (bis zu 10% der Einkünfte des laufenden Jahres)
  • Prämien für freiwillige Personenversicherungen (begrenzt mit Einschleifung)
  • Kosten für Wohnraumschaffung und –sanierung (begrenzt mit Einschleifung)

Werbungskosten

  • Pendlerpauschale, soweit noch nicht durch Arbeitgeber berücksichtigt (gestaffelt nach Arbeitsweg bis zu EUR 2.016 wenn Benützung öffentlicher Verkehrsmittel zumutbar, sonst bis zu EUR 3.672)
  • Beiträge zu Berufsverbänden und Interessensvertretungen und selbst eingezahlte SV-Beiträge (unbegrenzt)
  • Pflichtversicherungsbeiträge und Zusatzbeiträge für mitversicherte Angehörige (unbegrenzt)
  • Werbungskostenpauschale iHv EUR 132 (ohne Nachweis) wird bereits im Rahmen der Lohnverrechnung berücksichtigt; darüber hinaus, soweit beruflich veranlasst ua Arbeitskleidung, Arbeitsmittel, Betriebsratsumlage, Computer, Fachliteratur, Fortbildungs-, Ausbildungs- und Umschulungskosten, Internet, Kosten für doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten, Reisekosten sowie Telefon.

Außergewöhnliche Belastungen

  • Kinderbetreuungskosten (höchstens EUR 2.300 pro Kind bis zum 10. Lebensjahr)
  • Kosten für die auswärtige Berufsausbildung von Kindern, wenn im Einzugsbereich des Wohnortes keine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit besteht (EUR 110/Monat)
  • Krankheitskosten inkl Zahnersatz (Selbstbehalt bis zu 12 %)
  • Kosten iZm eigener Behinderung, Behinderung des (Ehe-)Partners oder des Kindes (ohne Selbstbehalt)
  • Kosten iZm der Beseitigung von Katastrophenschäden (ohne Selbstbehalt)
  • Kurkosten (Selbstbehalt bis zu 12%)
  • Kosten für Alters- und Pflegeheim (Selbstbehalt bis zu 12%)
  • Begräbniskosten (Selbstbehalt bis zu 12%)

Belege und Fristen.

Belege sind der Arbeitnehmerveranlagung zwar keine beizulegen, diese sind jedoch sieben Jahre aufzubewahren und auf Verlangen des Finanzamtes vorzulegen. Für die Arbeitnehmerveranlagung hat der Arbeitnehmer fünf Jahre Zeit, sodass sie für das Jahr 2009 noch bis 31.12.2014 eingereicht werden kann. Sollte sich aus der Arbeitnehmerveranlagung eine Steuernachzahlung ergeben, kann der Antrag – wenn kein Pflichtveranlagungsgrund vorliegt –zurückgezogen werden.

Elektronische Abgabe.

Möchte man die Arbeitnehmerveranlagung online erledigen und hat man noch keine Zugangsdaten zu Finanzonline, kann man sich auf https://finanzonline.bmf.gv.at/fon/ online unter Online-Erstanmeldung anmelden. Die Zugangskennungen erhält man anschließend per Post (RSa). Vorteile von FinanzOnline sind die Möglichkeit zur Anwendung rund um die Uhr, die Möglichkeit zur jederzeitigen Änderung von personenbezogenen Grunddaten, die online Abfrage des Steuerkontos und des Steueraktes, die anonyme Steuerberechnung im Vorhinein oder der FinanzOnline Einstieg via Handy.

Bankverbindung.

Die persönliche Bankverbindung sollte in FinanzOnline angegeben werden (sofern dem Finanzamt noch nicht bekannt). Seit der Einführung des einheitlichen Standards für den europäischen Zahlungsverkehr wird auch von der Finanzverwaltung nur noch BIC und IBAN verwendet.

Abgabe in Papierform.

Bevorzugt man es die Arbeitnehmerveranlagung in Papierform einzureichen, können die Formulare im InfoCenter des Finanzamtes abgeholt werden. Auf der Website des BMF (www.bmf.gv.at ) steht ein Bestellservice für die Erklärungsformulare zur Verfügung. Es sollte nicht vergessen werden, dass für jedes Kind das Formular L1k und bei Auslandseinkünften das Formular L1i mitbestellt werden muss. Das Formular ist im Original abzugeben, da Kopien maschinell nicht einlesbar sind.

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Viktoria Lang

Viktoria Lang

Senior Assistant| Deloitte Tax
Telefon: +43 1 537 00 7115
Mail: vlang@deloitte.at

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