Steuerliche Handlungsmöglichkeiten zum Jahresende 2014 im Überblick

Wie jedes Jahr empfiehlt es sich auch heuer, vor dem Jahresende allfälligen steuerlichen Handlungsbedarf zu überprüfen. Dabei können insbesondere die folgenden Themen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – von Interesse sein:

Bilanzsteuerrecht:

  • Anschaffung und Inbetriebnahme von Anlagevermögen vor dem 31.12.2014 ermöglicht Halbjahres-AfA – naturgemäß empfiehlt es sich, nur betriebswirtschaftlich sinnvolle Investitionen zu tätigen. Eine mögliche Steuerersparnis einer zusätzlichen Abschreibung kann im Fall einer betriebswirtschaftlich nicht sinnvollen Investition nie den daraus resultierenden Mittelabfluss kompensieren.
  • Sofortige Abschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern iHv max EUR 400.
  • Überprüfung von Abschreibungserfordernissen im Sachanlagevermögen (Ausbuchung von Restbuchwerten, gesunkene Teilwerte).
  • Überprüfung von Abschreibungspotential im Finanzanlagevermögen (Wertverluste – selbst wenn nur vorübergehend – Abschreibung des „Merkpostens“ für ausschüttungsgleiche Erträge bei thesaurierenden Investmentfonds).
  • Anschaffung von begünstigtem Anlagevermögen zur Optimierung des Gewinnfreibetrags.
  • Bewertung von Forderungen (Einzelwertberichtigungen, Länderrating bzw Zahlungsverzug, Abzinsung).
  • Rückstellungserfordernisse für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.
  • Ankauf von Wertpapieren zur Deckung der Pensionsrückstellung zwecks Vermeidung des Strafzuschlages.
  • Umstellung auf Betriebsvermögensvergleich, falls ein Verlust 2014 eines Einnahmen-/Ausgaben-Rechners in den nächsten drei Jahren nicht verwertet werden kann.
  • Spenden aus dem Betriebsvermögen an begünstigte Organisationen (maximal 10% der Einkünfte des laufenden Jahres).

Arbeitnehmerveranlagung:

  • Kinderbetreuungskosten von max EUR 2.300 pro Kind und Kalenderjahr für institutionelle Kinderbetreuungseinrichtungen oder qualifizierte Personen (ausgenommen haushaltszugehörige Angehörige).
  • Fortbildungs-, Ausbildungs- und Umschulungskosten (Studiengebühren, Kursgebühren, Fachliteratur sowie Reisekosten).
  • Sonderausgaben (zB Kirchenbeiträge, Steuerberatungskosten, freiwillige Lebens-, Unfall- und Krankenversicherungen, Wohnraumschaffung, -sanierung).
  • Spenden an begünstigte Organisationen in Höhe von max 10% der Einkünfte des laufenden Jahres mit Spendenbestätigung.

Lohnsteuer:

  • Kinderbetreuungszuschuss bis zu EUR 1.000 pro Kind und Jahr an Kinderbetreuungseinrichtungen.
  • Steuer- und abgabenfreie Zuwendungen für Betriebsveranstaltungen bis EUR 365 und empfangene Sachzuwendungen bis EUR 186 pro Mitarbeiter (zB Autobahnvignette, Gutscheine, Goldmünzen).
  • Zukunftsvorsorge bis zu EUR 300 pro Mitarbeiter für zB Kranken-, Unfall-, Lebensversicherung.
  • Rollung Lohnsteuer.
  • Zusätzliches um 15% erhöhtes Jahressechstel für Prämien für Diensterfindungen und Verbesserungsvorschläge.

Liquiditätsmaßnahmen iZm Steuern:

  • Herabsetzungsantrag für Vorauszahlungen 2015 auf Basis einer Prognoserechnung.
  • Beantragung des FFG-Jahresgutachtens und der Bildungs- und Forschungsprämien nach Ablauf des Wirtschaftsjahres.
  • Rückerstattung von im Ausland angefallenen Vorsteuern und nicht DBA-konform einbehaltenen Quellensteuern.
  • Rückvergütung von Energieabgaben von Produktionsunternehmen.

Steuerlich relevante Fristen:

  • Für Begründung einer Unternehmensgruppe nachweisliche Stellung des Gruppenantrages vor Ablauf des Wirtschaftsjahres und Einreichung innerhalb eines Monats beim Finanzamt.
  • Mit 31.12.2014 endet grundsätzlich die 7-jährige Aufbewahrungspflicht für Geschäftsunterlagen des Jahres 2007 (UStG: bei Gebäuden bis zu 22 Jahre).
  • Mit 31.12.2014 tritt die absolute Verjährung für Abgaben des Jahres 2004 ein.
  • Arbeitnehmerveranlagung und Energieabgabenvergütung 2009 noch bis 31.12.2014.
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Christoph Hofer

Christoph Hofer

Senior Manager | Deloitte Tax
Telefon: +43 1 537 00 6913
Mail: chhofer@deloitte.at

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