Wie Sie 2017 bereits jetzt Steuern sparen können

Wie jedes Jahr möchten wir auch heuer wieder unsere Steuerspartipps zusammenfassen und insbesondere auf Neuerungen hinweisen. Einige dieser Neuerungen wurden zwar schon von der Bundesregierung beschlossen (zB Investitionszuwachsförderung), aber noch nicht in Gesetzesmaterial gegossen. Auch im neu verhandelten Arbeitsprogramm 2017 – 2018 der Bundesregierung verbergen sich einige vielversprechende Punkte – allerdings bleibt abzuwarten, wann diese tatsächlich umgesetzt werden.

Hatten Sie im Vorjahr Werbungskosten, Sonderausgaben, etc?

Die Arbeitgeber müssen bis Mitte Februar die Lohnzettel 2016 an das Finanzamt übermitteln. Sie hatten 2016 Werbungskosten (zB Fachliteratur, Ausbildungskosten, Reisekosten), Sonderausgaben (zB Spenden, Versicherungsbeiträge oder Kirchenbeiträge) und außergewöhnliche Belastungen (zB Kinderbetreuung) zu tragen? Dann sollten Sie jetzt rasch Ihre Arbeitnehmerveranlagung einreichen. Eine Veranlagung lohnt sich oft auch bei schwankenden Bezügen oder bei kurzen Beschäftigungsverhältnissen! Erstmals wird heuer eine automatische Arbeitnehmerveranlagung in besonderen Fällen durchgeführt. Wann dies der Fall ist, haben wir in unserem Beitrag vom 3.2.2017 für Sie zusammengefasst. Eine umfassende Checkliste für die Arbeitnehmerveranlagung 2016 finden Sie in der nächsten Ausgabe unserer Tax News.

Erwarten Sie 2017 Werbungskosten?

Auf Antrag des Arbeitnehmers hat das Finanzamt für bestimmte Werbungskosten einen Freibetragsbescheid zu erlassen. Dadurch kann die vom Arbeitgeber einbehaltene Lohnsteuer bereits im laufenden Jahr reduziert werden.

Drohen Ihnen zu hohe Steuervorauszahlungen?

Vorauszahlungen an Einkommen- bzw Körperschaftsteuer können bis zum 30. September auf Antrag herabgesetzt werden. Überprüfen Sie, ob die vom Finanzamt festgesetzten Vorauszahlungen zum budgetierten Gewinn passen und beantragen Sie eine Herabsetzung, sollte das laufende Jahr doch nicht den erhofften Erfolg liefern. Falls hingegen im Vorjahr zu hohe Vorauszahlungen geleistet wurden, könnte es sich durchaus lohnen, die Steuererklärung 2016 rasch einzureichen. Wenn Ihnen hingegen für 2016 eine Nachzahlung droht, können Sie sich noch bis 30. September Zeit lassen, denn erst danach fängt die „Anspruchsverzinsung“ von derzeit 1,38% an zu laufen.

Waren Sie 2016 mehrfach sozialversichert?

Wer aufgrund einer Mehrfachversicherung (zB mehrere Dienstverhältnisse oder zusätzliche selbständige Tätigkeit) über die Höchstbeitragsgrundlage (EUR 68.040 für 2016) hinaus Sozialversicherungsbeiträge geleistet hat, kann diese mittels Antrag teilweise rückerstatten lassen. Achtung: Die rückerstatteten Beiträge sind steuerpflichtig!

Planen Sie 2017 größere Investitionen?

KMUs mit bis zu 250 Mitarbeitern haben die Möglichkeit, für größere Projekte einen Antrag auf eine Investitionszuwachsprämie zu stellen. Insgesamt sollen für die kommenden zwei Jahre EUR 175 Mio bereit stehen.  Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern können für Investitionszuwächse von EUR 50.000 bis 450.000 eine Prämie bis zu 15% beantragen. Unternehmen mit 50 bis 250 Mitarbeitern können für Investitionszuwächse zwischen EUR 100.000 und  EUR 750.000 eine Prämie von bis zu 10% beantragen. Der maximale Zuschuss im Einzelfall beläuft sich daher auf EUR 75.000. Wichtig: Der Antrag muss bereits vor Durchführungsbeginn des Projekts eingereicht werden! Was jetzt noch fehlt, ist eine entsprechende Rechtsgrundlage, auch wenn die AWS als Abwicklungsstelle schon bereit steht. Für größere Betriebe ist im Arbeitsprogramm der Bundesregierung 2017 – 2018 eine vorzeitige Abschreibung von 30% im Zeitraum März bis Dezember 2017 vorgesehen.

Entwickeln Sie neue Verfahren und Produkte?

Für eigenbetriebliche Forschung und experimentelle Entwicklung sowie Auftragsforschung (letztere bis EUR 1.000.000 Aufwand) kann eine Forschungsprämie beantragt werden. Bei der Beantragung der Forschungsprämie für Wirtschaftsjahre ab 1.1.2016 können Sie jetzt erstmals 12% Forschungsprämie geltend machen. Die Entwicklung innovativer Verfahren und Produkte lohnt sich so doppelt für Ihr Unternehmen.

Haben Sie Lehrlinge beschäftigt?

Für Lehrverhältnisse kann bei der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer eine Förderung beantragt werden. Die Beihilfe ist nach Lehrjahren gestaffelt und an der Höhe der Lehrlingsentschädigung ausgerichtet.

Verbraucht Ihr Betrieb viel Energie?

Energieintensive Produktionsbetriebe können unter Abzug des „Nettoproduktionswertes“ und eines Selbstbehaltes bestimmte Energieabgaben zur Rückerstattung beantragen.

Hatten Sie im Ausland Vorsteuern zu tragen?

Bis spätestens 30.9.2017 können Sie abzugsfähige Vorsteuern aus 2016 aus dem EU-Ausland über Finanz-Online zur Erstattung beantragen.

Ausländische Quellensteuern.

Wenn Sie ausländische Einkünfte, wie zB Dividenden bezogen haben, wurden Ihnen möglicherweise ausländische Quellensteuern abgezogen. Insbesondere, wenn dies im Widerspruch zu den Bestimmungen eines Doppelbesteuerungsabkommens gestanden ist, könnten Sie innerhalb der jeweiligen Fristen (zB Schweiz: drei Jahre, Deutschland: vier Jahre) einen Erstattungsanspruch erheben. Am lukrativsten sind diese Erstattungsanträge für Dividenden aus der Schweiz: bei diesen behält zuerst die Schweiz 35% der Steuer ein, danach greift der österreichische Fiskus nochmals mit 12,5% zu. Auf Antrag erstattet die Schweiz die Differenz auf die nach dem DBA zulässige Quellensteuer iHv 15% – das entspricht 20% der Bruttodividenden.

Beschäftigen Sie zusätzliche Mitarbeiter?

Ab Juli 2017 sollen den Unternehmen gemäß Arbeitsprogramm 2017 – 2018 der Bundesregierung für jeden zusätzlich geschaffenen Vollzeitarbeitsplatz in den nächsten 3 Jahren 50% der Lohnnebenkosten erstattet werden (Abwicklung  wiederum über AWS).

Fazit.

Auch wenn das Jahr 2017 noch recht jung ist, bestehen bereits jetzt zahlreiche Möglichkeiten, für Privatpersonen und Unternehmen, sich ein Stück vom Steuerkuchen zurück zu holen. Insbesondere für wachsende und innovative Unternehmen gibt es zahlreiche finanzielle Anreize, die jedenfalls genutzt werden sollten. Über die vielen Vorschläge der Bundesregierung, die sich derzeit im Gesetzgebungsprozess befinden, halten wir Sie natürlich auf dem Laufenden, damit Sie sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren können.

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Stefan Puxbaum

Stefan Puxbaum

Assistant | SteuerberatungDeloitte Tax
Telefon:+43 1 537 00 5654
Mail: spuxbaum@deloitte.at

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