Investitionszuwachsprämie für Großunternehmen

Der Ministerrat hat am 28.2.2017 eine Investitionszuwachsprämie für große Unternehmen beschlossen. Die angekündigte Investitionsförderung für Großbetriebe im Arbeitsprogramm der Bundesregierung 2017/2018 wird somit als Prämie und nicht als vorzeitige Abschreibung umgesetzt. Die Förderung wird analog zur KMU-Investitionszuwachsprämie gestaltet und gilt zunächst befristet für eine Antragstellung vom 1.3.2017 bis 31.12.2017.

Großunternehmen.

Die Prämie können Unternehmen ab 250 Mitarbeitern, oder Unternehmen mit einen Umsatz von über EUR 50 Mio und einer Bilanzsumme von über EUR 43 Mio beantragen. Werden diese Werte nicht überschritten, ist der Antrag einer KMU-Investitionszuwachsprämie zu erwägen. Unternehmen, die nicht drei Jahresabschlüsse über zwölf Monate umfassende Geschäftsjahre vorlegen können sind nicht förderbar.

Förderbare Neuinvestitionen.

Förderbar sind materielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen einer österreichischen Betriebsstätte.

Nicht förderbar sind:

  • Kosten (Rechnungen/Bestellungen), die vor der Antragstellung entstanden sind
  • Leasingfinanzierte und gebrauchte Wirtschaftsgüter
  • Ankauf von Fahrzeugen (auch für Transportzwecke)
  • Immaterielle Investitionen
  • Grundstücke
  • Finanzanlagen

Förderhöhe.

Der förderfähige Investitionszuwachs (in Relation zum Durchschnitt der letzten drei Jahre) wird mit einer Prämie von 10% des Investitionszuwachses gefördert. Der förderfähige Investitionszuwachs muss mindestens EUR 500.000 betragen, maximal wird ein Investitionszuwachs von EUR 10 Mio gefördert. Das ergibt eine Bandbreite der Einzelförderung zwischen EUR 50.000 und EUR 1 Mio.

Begrenzung durch Beihilfenrecht.

Eine Einzelförderung über EUR 200.000 (die Beihilfengrenze nach De-minimis ist auf die Prämie anzuwenden) kommt allerdings nur für Investitionen in Regionalfördergebieten nach AGVO in Betracht (ländlicher Raum). Die Fördermittel sind mit EUR 100 Mio an Budgetmitteln begrenzt, wobei die Vergabe nach dem „first-come, first-served“-Prinzip erfolgt.

Fristen und Antragstellung.

Die Antragsstellung muss vor Durchführung des Projekts erfolgen. Eine Antragstellung ist vom 1.3.2017 bis 31.12.2017 möglich, wobei die Umsetzung des Investitionsvorhabens binnen zwei Jahren nach Ausstellung des Fördervertrags erfolgen muss. Für die Abwicklung sind die austria wirtschaftsservice GmbH (aws) und die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) beauftragt. Die Förderrichtlinie wird von den Ministerien noch erstellt. Eine gesetzliche Grundlage bzw ein Gesetzesentwurf wurde noch nicht veröffentlicht.

Aktuelles zur KMU-Investitionszuwachsprämie.

Auch hier wurde noch kein Gesetzesentwurf veröffentlicht. Die Rechtsgrundlagen zu diesem Förderungsprogramm soll vom Bund in Kürze beschlossen werden und Wirksamkeit ab 9.1.2017 bekommen. Auch hier können Förderungsanträge beim aws bereits gestellt werden. Förderentscheidungen sind allerdings erst auf Basis der zu schaffenden Rechtsgrundlagen möglich.

[1] Die Liste der Regionalfördergebiete ist auf der Homepage der aws  unter diesem Link abrufbar.

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Christoph Nestler

Christoph Nestler

Senior Manager | Deloitte Tax Telefon: +43 537 00-6680 Mail: cnestler@deloitte.at

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