Slowakei: Steuerliche Neuerungen 2017

Nachdem Ungarn seinen Körperschaftsteuersatz dieses Jahr gesenkt hat (vgl unseren Beitrag vom 23.1.2017), zieht nun auch die Slowakei nach und reduziert den Körperschaft-steuersatz von 22% auf 21% für Wirtschaftsjahre, die ab dem 1.1.2017 beginnen. Darüber hinaus gibt es folgende weitere steuerliche Neuerungen in der Slowakei:

Einführung einer Kapitalertragsteuer auf Dividenden.

Dividenden, die an Privatpersonen gezahlt werden unterliegen nunmehr nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen der slowakischen Kapitalertragsteuer:

  • Dividenden aus Gewinnen, die bis zum 31.12.2003 entstanden sind, unterliegen einer nationalen slowakischen Kapitalertragsteuer von 7%.
  • Dividenden aus Gewinnen, die zwischen dem 1.1.2004 und dem 31.12.2016 entstanden sind, unterliegen keiner Kapitalertragsteuer.
  • Dividenden aus Gewinnen aus Wirtschaftsjahren, die nach dem 1.1.2017 begonnen haben, unterliegen wiederum der Kapitalertragsteuer von 7%.

Dividenden an Privatpersonen und Körperschaften, die in Drittstaaten ansässig sind, mit denen weder Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) noch Amtshilfeabkommen abgeschlossen wurden und die Gewinne aus Wirtschaftsjahren betreffen, die nach dem 1.1.2017 begonnen haben, unterliegen einer Kapitalertragsteuer von 35% statt 7%.

Dividenden, die an Personen ausbezahlt werden die in einem Staat mit Doppelbesteuerungsabkommen steuerlich ansässig sind, können nach Maßgabe eines anwendbaren DBA auch einer geringeren Quellensteuer unterliegen. Bei Dividendenzahlungen slowakischer Kapitalgesellschaften an österreichische Privatpersonen kommt das DBA Österreich – CSSR zur Anwendung, das die Höhe der zulässigen Quellensteuer auf 10% beschränkt, womit es bei einer finalen Quellensteuerbelastung von 7% bleibt.

Abschaffung der Krankenversicherung auf Dividenden.

Aufgrund der Einführung einer Kapitalertragsteuer auf Dividenden wird die Krankenversicherung, die bislang auf Dividenden erhoben wurde, für Wirtschaftsjahre, die ab dem 1.1.2017 beginnen wieder abgeschafft. Zeitgleich wird auch die Höchstbeitragsgrundlage bei der Kranken-versicherung abgeschafft. Für Krankenversicherungsbeiträge auf Dividenden der Jahre 2011 bis 2016, die erst im Jahr 2017 ausbezahlt werden, gilt allerdings noch die Höchstbeitragsgrundlage iHv EUR 52.980.

Abschaffung der Mindestkörperschaftsteuer.

Die im Jahr 2014 eingeführte Mindest-körperschaftsteuer für Kapitalgesellschaften wird für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2017 beginnen, wieder abgeschafft. Eine Verrechnung bereits entrichteter Mindestkörperschaftsteuer aus Vorjahren ist grundsätzlich für die folgenden drei Jahre möglich.

Verrechnungspreisdokumentation.

Steuerpflichtige haben innerhalb von 15 Tagen nach Aufforderung durch die Abgabenbehörde eine Verrechnungspreisdokumentation vorzulegen, in der die Verrechnungspreisgestaltung für konzerninterne Transaktionen dargestellt wird. Durch die Novelle des slowakischen Körperschaftsteuergesetzes wird eine neue Gebühr für die Erstellung einer verbindlichen Verrechnungspreisauskunft (APA – Advance Pricing Agreement) eingeführt. Die Kosten für eine derartige Verrechnungs-preisauskunft sollen EUR 10.000 oder EUR 30.000 betragen, je nachdem ob es sich um innerstaatliche oder zwischenstaatliche Sachverhalte handelt.

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Barbara Behrendt-Krüglstein

Barbara Behrendt-Krüglstein

Manager | Deloitte Tax Telefon: +43 1 537 00 7112 Mail: bbehrendt-krueglstein@deloitte.at

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