Category Archives: Unternehmensbesteuerung

Wann sind Kosten einer Due Diligence auf die Beteiligung zu aktivieren?

Der VwGH befasste sich jüngst (E 23.2.2017, Ro 2016/15/0006) mit der ertragsteuerlichen Behandlung der Kosten einer Due Diligence, also der Prüfung eines möglicherweise zu erwerbenden Unternehmens durch den Kaufinteressenten. Fraglich war, ob die derartigen Prüfungskosten (sofort) als Betriebsausgabe abzugsfähig oder auf die allenfalls erworbene Beteiligung zu aktivieren sind. Der VwGH entschied für den zugrundeliegenden Sachverhalt zugunsten einer Aktivierung auf den Beteiligungsansatz, weil die Kosten im verfahrensgegenständlichen Fall als Anschaffungsnebenkosten zu werten seien.

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Ergebnisse der Evaluierung der Forschungsprämie

Seit April steht der heiß ersehnte Endbericht zur Evaluierung der Forschungsprämie gem § 108c EStG öffentlich zur Verfügung. Die Ergebnisse wurden bereits im Ausschuss für Forschung, Innovation und Technologie des Parlaments behandelt und eine Erhöhung der Prämie ab 2018 von derzeit zwölf Prozent auf 14 Prozent in Aussicht gestellt.  Trotz der aktuellen politischen Geschehnisse scheint dieser Plan weiterhin zu stehen.

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Abzugsverbot für Geldbeschaffungskosten: VwGH präzisiert Zinsbegriff iSd § 11 Abs 1 Z 4 KStG

Wie bereits berichtet (vgl unseren Beitrag vom 25.4.2014 zum weiten Zinsbegriff), war der Begriff „Zinsen“ mit Verweis auf ein früheres Erkenntnis des VwGH (27.2.2014, 2011/15/0199) bisher dahingehend auszulegen, dass hiervon jegliches Entgelt für die Überlassung von Kapital erfasst war. „Geldbeschaffungskosten“ wurden daher generell als abzugsfähig angesehen. Im jüngst ergangenen Erkenntnis (VwGH 25.1.2017, 2015/13/0027) präzisiert der VwGH diese Ansicht: „Geldbeschaffungskosten“ können nur dann als Betriebsausgaben abgezogen werden, wenn sie wirtschaftlich als Entgelt für die Nutzung von Kapital angesehen werden können.

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VwGH: Absetzbarkeit von Eventmarketing

Der VwGH hat kürzlich zur steuerlichen Absetzbarkeit von Aufwendungen für professionelles Eventmarketing Stellung genommen. Er bekräftigt damit die bisherige Rechtsprechung, wonach Marketingaufwendungen für professionell ausgerichtete Events grundsätzlich als Betriebsausgabe anerkannt werden, auch wenn diese einen gewissen Unterhaltungscharakter bzw Nähe zur Privatsphäre aufweisen.

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BFG zur Behandlung von nicht getilgten Verbindlichkeiten im Abwicklungsendvermögen

Im „Salzburger Steuerdialog“ 2014 vertrat die Finanzverwaltung die Ansicht, dass bei Abschluss der Liquidation noch vorhandene Verbindlichkeiten nicht im Abwicklungs-Endvermögen anzusetzen sind. Dadurch erhöht sich das Liquidationsergebnis um den Wert, mit dem die nicht getilgten Verbindlichkeiten im Abwicklungs-Anfangsvermögen enthalten waren. Diese Sichtweise wurde in der Literatur kontrovers diskutiert. In einer aktuellen Entscheidung folgte das BFG (19.12.2016, RV/5100775/2015) der Sichtweise der Finanzverwaltung.

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BFG zur Nachversteuerung zugerechneter Auslandsverluste bei unterjährigem Ausscheiden aus der Gruppe

In einer aktuellen Entscheidung (10.11.2016, RV/6100706/2011) beschäftigte sich das BFG Salzburg mit der Frage, zu welchem Zeitpunkt es zur Nachversteuerung von Auslandsverlusten bei unterjährigem Ausscheiden eines ausländischen Gruppenmitgliedes kommt. Das BFG widerspricht in seiner Entscheidung der bisherigen Meinung der Finanzverwaltung, wonach es bei unterjährigem Ausscheiden eines ausländischen Gruppenmitgliedes zur Nachversteuerung zugerechneter Verluste im letzten Jahr der Gruppenzugehörigkeit kommt.

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Tax Data Analytics – Datenanalysen durch die Steuerabteilung

Wie sich die Rolle der Steuerfunktion ändert. Die Steuerfunktion steht vor der Herausforderung, sich von der traditionellen Rolle hin zu einem proaktiven Business Partner innerhalb des Unternehmens zu entwickeln. Sie soll insbesondere aussagefähige Entscheidungsgrundlagen für sich und ihre Stakeholder kurzfristig zur Verfügung stellen.

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Latente Steuern – Neue AFRAC Stellungnahme

Die AFRAC-Stellungnahme „Latente Steuern im Jahresabschluss“ befasst sich mit Zweifelsfragen im Zusammenhang mit der Bilanzierung latenter Steuern im Jahresabschluss nach dem UGB idF des RÄG 2014 einschließlich die Behandlung von Einzelfragen zu Ertragsteuern in Zusammenhang mit der Gruppenbesteuerung. Zu den latenten Steuern und RÄG 2014 siehe auch Tax-News Beitrag vom 7.10.2015, zu der mit dem APRÄG 2016 modifizierten Übergangsregelung siehe Tax-News Beitrag vom 11.7.2016.

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Wann sind Steuernachforderungen aus Außenprüfungen Aufwand und berechtigen sie zur Wiederaufnahme?

Wann sind Steuernachforderungen in Folge von Außenprüfungen als Betriebsausgaben absetzbar? Dazu bestehen zwischen Finanzverwaltung und der aktuellen Judikatur unterschiedliche Rechtsauffassungen.

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Beendigung der Unternehmensgruppe durch Up-stream Verschmelzung des Gruppenträgers

Der VwGH hat mit seiner aktuellen Entscheidung vom 28.6.2016 (2013/13/0066) wieder zur Klärung offener Fragen betreffend die Gruppenbesteuerung beigetragen. Gleichermaßen sorgt die Entscheidung für großes Unverständnis! Der VwGH sieht in einer Up-stream Verschmelzung auf eine gruppenfremde Körperschaft ein umgründungsbedingtes Ausscheiden des Gruppenträgers und damit eine Beendigung der Unternehmensgruppe.

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Änderungen durch das Rechnungslegungs-Änderungsgesetz 2014 ab nun anzuwenden

Rund zwei Jahre nach der Beschlussfassung im Nationalrat, wird es für einen Großteil der Unternehmen spätestens mit der Jahresabschlusserstellung zum 31.12.2016 ernst – das RÄG 2014 ist erstmalig anzuwenden und damit eine Vielzahl neuer Ansatz- und Bewertungsmethoden, Änderungen bei Ausweis- und Gliederungsvorschriften, Anhang und Lagebericht sowie bei der Konzernabschlusserstellung. Auch wenn wir Sie hierüber bereits umfassend informiert haben, möchten wir die wichtigsten Änderungen nochmals in Form einer Checkliste darstellen:

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Forschungsprämie: Die Meinung der Unternehmen zählt!

Die Forschungsprämie hat sich in den letzten Jahren als erfolgreiches Mittel zur Förderung von innovativen Unternehmen ausgezeichnet. Ab 1.1.2016 können 12% (davor 10%) der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung als Cash-Prämie geltend gemacht werden. Die Cash-Prämie wird dem Abgabenkonto gutgeschrieben und wird auch in Jahren in denen ein negatives steuerliches Ergebnis vorliegt bar ausbezahlt. Prämienbegünstigt ist nicht nur die klassische Grundlagenforschung, sondern auch angewandte Forschung und experimentelle Entwicklung.

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Abzugsverbot für Managergehälter: Ermittlung der Bemessungsgrundlage

Mit dem AbgÄG 2014 (anwendbar seit 1.3.2014) wurde ein Abzugsverbot für sogenannte „Managergehälter“ geschaffen. Demnach ist ein Entgelt für Arbeitsleistungen, welches einen Betrag von EUR 500.000 pro Wirtschaftsjahr und Person übersteigt, körperschaftsteuerlich nicht mehr abzugsfähig. Im Folgenden wird die Ermittlung der EUR 500.000-Grenze dargestellt.

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BMF zu „Charity“-Vereinen und Gemeinnützigkeit

Das Bundesministerium für Finanzen hat vor kurzem im Rahmen eines Erlasses zu Zweifelsfragen im Zusammenhang mit Spendensammelaktionen und der Weitergabe von Spenden an hilfsbedürftige Personen Stellung genommen. Wesentlich ist dies, damit ein Verein nicht den Status einer steuerlich gemeinnützigen Organisation verliert.

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Erleichterungen und Entschärfungen bei der Registrierkassenpflicht für gemeinnützige Vereine

Mit dem Steuerreformgesetz 2015/16 wurde eine Registrierkassenpflicht eingeführt, mit der die Bekämpfung von Abgabenhinterziehung vorangetrieben werden soll. Nachdem einige Regelungen besonders gemeinnützige Vereine schwer belastet hätten, wurden mit dem EU-Abgabenänderungsgesetz 2016 wesentliche Entschärfungen vorgenommen, welche vor allem Sportvereinen zugutekommen.

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Unternehmensbesteuerung: Umfassende Amtshilfe und Auswirkungen auf die Gruppenbesteuerung

Wie bereits in unserem Beitrag vom 13.6.2014 berichtet, wurde durch das AbgÄG 2014 der Kreis potentieller ausländischer Gruppenmitglieder erheblich eingeschränkt. Als zusätzliches Kriterium ist für die Gruppenzugehörigkeit eine umfassende Amtshilfe mit dem betreffenden (Dritt)Staat erforderlich. Das BMF veröffentlicht diesbezüglich jährlich eine aktualisierte Information von Staaten, mit denen umfassende Amtshilfe im Bereich Steuern vom Einkommen besteht (BMF-010221/0651-VI/8/2015). Fraglich bleibt der Umgang mit ausländischen Gesellschaften, die mangels umfassender Amtshilfe die Gruppenmitgliedseigenschaft zuerst verloren hatten, durch die Erweiterung der Liste von Staaten mit umfassender Amtshilfe die Gruppenmitgliedseigenschaft jedoch wieder erlangen.

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Zuschlag zur Körperschaftsteuer auch bei nicht abgesetzten Ausgaben an unbenannte Empfänger

Nennt der Abgabenpflichtige auf Verlangen der Finanzbehörde den Empfänger einer Zahlung nicht, so hat dies die Nichtabzugsfähigkeit dieser Aufwendungen zur Folge. Zusätzlich dazu ist vom Abgabepflichtigen ein 25%iger Zuschlag zur Körperschaftsteuer von diesen Ausgaben zu entrichten. Diese Betrugsbekämpfungsmaßnahme ist damit begründet, dass der Leistungsempfänger potentiell diese Beträge nicht erklärt und so dem Fiskus eine Besteuerung dieser Beträge bis zu 50% entgeht. Die Nichtabzugsfähigkeit solcher Ausgaben in Verbindung mit dem Steuerzuschlag kompensiert diesen potentiellen Steuerentfall.

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Der „Brexit“ – aus dem Blickwinkel der Ertragsteuern

Allein durch das britische Votum für einen EU-Austritt Großbritanniens ergeben sich keine unmittelbaren steuerlichen Konsequenzen. Erst bei einem tatsächlichen Austritt Großbritanniens aus der EU könnten solche zum Tragen kommen. Ob und in welchem Ausmaß, ist derzeit noch nicht absehbar und insbesondere abhängig vom Ergebnis der Austrittsverhandlungen. Ertragsteuern liegen in der Kompetenz der Mitgliedstaaten, eine Harmonisierung hat daher nur eingeschränkt stattgefunden. Der nachfolgende Überblick über den EU-Rechtsbestand im Bereich der direkten Steuern soll einen Eindruck über mögliche Konsequenzen eines „Brexits“ geben.

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APRÄG 2016 – Änderungen für den Einzel- und Konzernabschluss

Am 13.6.2016 wurde das Abschlussprüfungsrechts-Änderungsgesetzes 2016 (APRÄG 2016) im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Wenngleich schwerpunktmäßig der Bereich Abschlussprüfung betroffen ist, nimmt der Gesetzgeber auch Korrekturen bzw Ergänzungen betreffend den Einzel- und Konzernabschluss vor. Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31.12.2015 beginnen.

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Judikaturrundschau zur Gruppenbesteuerung – Teil 2

Ausländisches Gruppenmitglied als Bescheidadressat. Gem § 9 Abs 6 Z 6 KStG sind die Verluste eines nicht unbeschränkt steuerpflichtigen Gruppenmitgliedes entsprechend der Beteiligungsquote dem beteiligten inländischen Gruppenmitglied oder Gruppenträger zuzurechnen. Nach § 9 Abs 9 zweiter Teilstrich KStG ist ein geänderter Gruppenfeststellungsbescheid gegenüber dem Gruppenträger und dem betroffenen Gruppenmitglied zu erlassen. Der VwGH entschied mit VwGH 2012/15/0097 vom 26.11.2015, dass ein ausländisches Gruppenmitglied kein Adressat eines solchen Feststellungbescheides sei, da dieses von seiner Anerkennung als Gruppenmitglied nicht „betroffen“ ist. Durch die Aufnahme in die Gruppe tritt an dessen Steuerpflicht im Ausland keine Änderung ein. Betroffene Körperschaft und damit Bescheidadressat ist die am ausländischen Gruppenmitglied beteiligte inländische Körperschaft, der allfällige Verluste des ausländischen Gruppenmitgliedes zugerechnet werden. Im konkreten Fall ging es um den Beginn der Rechtsmittelfrist, diese beginnt folglich schon mit Zustellung an die inländische Körperschaft zu laufen.

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