Steuerliche Anerkennung der Einmann-GmbHs

Die Änderung der Rz 104 EStR über die Zurechnung höchstpersönlicher Tätigkeiten hat zu umfangreichen Diskussionen geführt.

Das BMF vertritt die Meinung, dass bestimmte “höchstpersönliche Tätigkeiten“ (zB als Geschäftsführer, Vorstand, Aufsichtsrat, Vortragender, Schriftsteller, Gutachter etc) nur von natürlichen Personen ausgeübt und somit die dafür gezahlten Vergütungen für ertragsteuerliche Zwecke nur diesen zugerechnet werden können. Eine Erbringung solcher höchstpersönlichen Leistungen über eine zwischengeschaltete Kapitalgesellschaft wird vom BMF nicht anerkannt. Continue reading Steuerliche Anerkennung der Einmann-GmbHs

Kauf von Investmentfonds – was bedeutet blütenweiß. weiß und schwarz?

Ein Leitfaden für Privatanleger

Investmentfonds sind nach wie vor gefragte Anlageinstrumente, da sie neben der Risikodiversifikation auch einige steuerliche Vorteile im Vergleich zur Veranlagung in Einzeltitel bieten. Allerdings wird im Verkaufsgespräch oder auch bei anderen Formen der Werbung oftmals nur die Rendite vor Steuern beworben. Der Käufer bedenkt in der Folge nicht, dass auch eine Besteuerung folgt. Diese kann im Einzelfall schmerzhaft hoch sein. Continue reading Kauf von Investmentfonds – was bedeutet blütenweiß. weiß und schwarz?

Die Verlosung von Immobilien

Im letzen Jahr hat sich die Immobilienverlosung großer Beliebtheit erfreut, und wurde durch starke mediale Präsenz zum Trend. Mit dieser Entwicklung gehen jedoch auch eine Reihe von glücksspiel- und steuerrechtliche Fragen einher. Das BMF hat in seiner Stellungnahme aus steuerrechtlicher Sicht auf die Grunderwerbsteuerpflicht, die Gebührenpflicht sowie auf etwaige ertragsteuerlichen Pflichten hingewiesen.

Wird ein Grundstück oder ein Grundstücksanteil verlost, fällt Grunderwerbsteuer an. Als Bemessungsgrundlage ist laut BMF die Anzahl der verkauften Lose multipliziert mit dem Lospreis heranzuziehen. Sollte der Betrag unter dem dreifachen Einheitswert des Grundstücks liegen, ist dieser als Bemessungsgrundlage zu wählen. Continue reading Die Verlosung von Immobilien

Karitative Spenden von der Steuer absetzbar

Wie jedes Jahr in der Adventzeit finden sich nun vermehrt Spendenaufrufe diverser Hilfsorganisationen in unsere Briefkästen. Das kommt nicht von ungefähr: Neben dem Einzelhandel erzielen auch viele karitative Einrichtungen in der Vorweihnachtszeit einen wesentlichen Teil ihrer Einnahmen, von denen sie dann das ganze nächste Jahr über zehren. Für heurige Weihnachts-Spendenaktionen greift jedoch erstmals die Steuerreform 2009, mit der Spenden an mildtätige Einrichtungen in größerem Rahmen steuerlich absetzbar gemacht wurden. Continue reading Karitative Spenden von der Steuer absetzbar

Gemeinschaftsrechtswidrige Quellensteuern auf EU-Portfoliodividenden zurückholen

Viele Anleger zahlen Quellensteuer im Ausland, obwohl die Steuer laut Europäischen Gerichtshof oft unzulässig ist

Laut Europäischem Gerichtshof in Luxemburg verstoßen Quellensteuern auf Dividenden, die von einer EU/EWR-Gesellschaft an einen EU/EWR-Empfänger gezahlt werden unter bestimmten Voraussetzungen gegen Gemeinschaftsrecht. Erst vor wenigen Tagen hat der EuGH in einem weiteren Urteil entschieden, dass die frühere italienische Quellensteuerregelung gegen Gemeinschaftsrecht verstößt. Diese Voraussetzungen – Diskriminierung und Nichtanrechenbarkeit der ausländischen Quellensteuer beim Empfänger – sind in vielen EU/EWR-Ländern gegeben. Trotzdem behalten etliche Staaten noch immer Quellensteuern in Situationen ein, wo dies evident gegen Gemeinschaftsrecht verstößt. Auch Quellensteuern auf Zinsen und Lizenzen können unter den gleichen Voraussetzungen gegen Gemeinschaftsrecht verstoßen. Continue reading Gemeinschaftsrechtswidrige Quellensteuern auf EU-Portfoliodividenden zurückholen

„Steueroptimierung bei Auslandstätigkeit“

Beim Einsatz von Mitarbeitern im Ausland können durch eine optimale Planung Steuerrisiken vermieden bzw. Steuervorteile generiert werden – gute Planung im Vorfeld spart Steuern!

Grundsätzlich kommt es für die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Folgen darauf an, welches Vertragswerk der Entsendung der Mitarbeiter zugrundeliegt. Werden Mitarbeiter dem ausländischen (Tochter)Unternehmen zur Verfügung gestellt, ist zu prüfen, ob der Arbeitgeber den Einsatz der Mitarbeiter im anderen Unternehmen duldet („Duldungsleistung“ = Arbeitskräftegestellung) oder ob das österreichische Unternehmen durch den Einsatz des Mitarbeiters dem ausländischen Unternehmen „assistiert“ („Assistenzleistung“). Hier gilt es in erster Linie für den Arbeitgeber auf die richtige vertragliche Gestaltung zu achten, um etwaige steuerliche Nachteile im Ausland (z.B. durch Begründung einer Betriebsstätte, vor allem bei Assistenzleistungen) zu vermeiden. Continue reading „Steueroptimierung bei Auslandstätigkeit“

Begünstigtes Weihnachtsgeld: Die heilige Kuh des österreichischen Steuerrechts

Auf ihrem November-Lohnzettel entdecken viele Arbeitnehmer mit vorweihnachtlicher Freude das sogenannte Weihnachtsgeld. Nicht nur, dass mit einem Mal das doppelte Bruttogehalt abgerechnet wird, netto bleibt zudem mehr als das Doppelte verglichen mit einem normalen Monat übrig. Wieso ist dem so?
Die Ursache liegt im Einkommensteuerrecht: Sonstige Bezüge von Arbeitnehmern (13. und 14. Monatsbezug, Belohnungen) unterliegen nämlich gem. § 67 Abs 1 EStG einer begünstigten Besteuerung von linear 6% und sind damit von der Progression ausgenommen. Die Steuerlast auf Sonderzahlungen ist daher wesentlich geringer als auf laufende Bezüge. Continue reading Begünstigtes Weihnachtsgeld: Die heilige Kuh des österreichischen Steuerrechts

Cash-wirksame Förderungen jetzt abholen!

Gerade in Zeiten der Krise versuchen viele Unternehmen den Gewinn durch Kosteneinsparungen zu stabilisieren. Die vielfältigen Förderungsmöglichkeiten – direkte (Investitions-)Zuschüsse, Übernahme von Haftungen und Garantien, zinsgünstige Darlehen und vielfältige Steuervergünstigungen – werden jedoch von den meisten Unternehmen gar nicht oder nur unzureichend ausgeschöpft.

Meist durch mangelnde Zeit und dem Fehlen eines Experten, bleiben in etlichen Unternehmen des Öfteren Förderpotentiale auf der Strecke. Gerade wenn Konkurrenzunternehmen dieses Potential an vielfältigen Förderungsmöglichkeiten ausschöpfen, können dadurch erhebliche Wettbewerbsnachteile entstehen! Continue reading Cash-wirksame Förderungen jetzt abholen!

Wer forscht, wird vom Fiskus belohnt

Das österreichische Steuerrecht sieht für Forschung und Entwicklung eine Reihe von steuerlichen Begünstigungen vor. Hat ein Steuerpflichtiger Aufwendungen für Forschung oder experimentelle Entwicklung, stehen ihm für diese Aufwendungen mehrere Möglichkeiten offen. Der Fiskus zahlt auf Antrag 8% Forschungsprämie von diesen Aufwendungen. Weiters besteht die Möglichkeit, anstelle einer Prämie einen Forschungsfreibetrag in Höhe von 25% dieser Aufwendungen zu beantragen. Der Unterschied zwischen Prämie und Freibetrag besteht darin, dass die Prämie in Geld an den Steuerpflichtigen ausbezahlt wird, der Freibetrag hingegen die Steuerbasis und damit die Steuerbelastung mindert. Eine Prämie wird immer dann zu bevorzugen sein, wenn es sich beim Steuerpflichtigen um eine Kapitalgesellschaft handelt, weil die Steuerwirkungen des Freibetrags lediglich 6,25% betragen (25% Körperschaftsteuerersparnis von 25% Freibetrag). Bei natürlichen Personen wird der Freibetrag erst dann attraktiver, wenn der Grenzsteuersatz bei mehr als 32% liegt, denn dann ist die Steuerersparnis bei Inanspruchnahme des Freibetrags größer als die Prämie. In Jahren, in denen ein steuerlicher Verlust erzielt wird, wird die Prämie idR zu bevorzugen sein, weil eine sofortige Steuerersparnis durch Inanspruchnahme des Freibetrags nicht möglich ist. Continue reading Wer forscht, wird vom Fiskus belohnt

Steuererleichterungen für Holdinggesellschaften sowie für Lizenzen und Zinsen trotz Wirtschaftskrise?

Auch in Zeiten von Wirtschaftskrise, Konjunkturprogrammen und Budgetnöten darf auf eine vorausschauende Standortpolitik nicht vergessen werden; neben den Steuerdomizilen wie Malta und Zypern locken auch andere EU-Staaten mit Verbesserungen und Zuckerln. So soll das niederländische Schachtelprivileg (Steuerbefreiung für Dividenden und Veräußerungsgewinne) mit 01.01.2010 vereinfacht werden, indem auch Portfolio-Beteiligungen (Beteiligung unter 5%) unter die Begünstigung fallen können, wenn die Tochtergesellschaft zumindest einem Steuersatz von 10% unterliegt und die Gesellschaft nicht überwiegend passiv tätig ist. In Österreich hat man es ja leider verabsäumt, trotz der Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 34% auf 25% die Steuersatzgrenze von 15% anzupassen; eine Herabsetzung auf 10% wäre dringend notwendig. Continue reading Steuererleichterungen für Holdinggesellschaften sowie für Lizenzen und Zinsen trotz Wirtschaftskrise?

Deutsche Erbschafts- und Schenkungssteuer vermeiden – durch Wohnsitzwechsel nach Österreich möglich

Mit Jänner 2009 ist in Deutschland das Gesetz zur Reform des Erbschaftssteuer- und Bewertungsrechts in Kraft getreten. Hintergrund der Reform war – ähnlich wie in Österreich – die Verfassungswidrigkeit des Erbschafts- und Schenkungssteuerrechts aufgrund der unterschiedlichen Bewertung von Liegenschaften in Verhältnis zu anderen Vermögenswerten. Anders als in Österreich wurde in Deutschland die Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer jedoch nicht abgeschafft, sondern einer grundlegenden Reform unterzogen. Dadurch kann sich insbesondere bei in Deutschland wohnhaften Personen mit hohen Vermögenswerten (z.B. Unternehmer) im Ablebens- oder Schenkungsfall eine signifikante Erbschafts- bzw. Schenkungssteuerbelastung ergeben. Continue reading Deutsche Erbschafts- und Schenkungssteuer vermeiden – durch Wohnsitzwechsel nach Österreich möglich

Keine Entgeltfortzahlung bei unvollständiger Arztbestätigung

Der Arbeitnehmer hat bis zur Vorlage einer vollständigen Arztbestätigung keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung.

Ein Thema, dass erfahrungsgemäß in der Praxis des öfteren zu Problemen führt, ist die Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers im Krankheitsfall. Grundsätzlich ist jeder Arbeitnehmer dazu verpflichtet, dem Arbeitgeber ohne Verzug seine Arbeitsverhinderung bekannt zu geben. Auf Verlangen des Arbeitgebers hat der Arbeitnehmer eine Bestätigung des zuständigen Krankenversicherungsträgers oder eines Gemeindearztes über den Beginn, die voraussichtliche Dauer und die Ursache der Arbeitsunfähigkeit vorzulegen. Wichtig ist, dass diese Aufforderung bei jedem Krankheitsfall separat zu erfolgen hat. Eine dahingehende Formulierung im Dienstvertrag wird vom OGH als nicht ausreichend angesehen. Wird dieser Aufforderung schuldhaft nicht nachgekommen, droht dem Arbeitnehmer der Verlust des Entgeltfortzahlungsanspruchs. Die eben genannten Merkmale müssen kumulativ vorliegen, das heißt, dass auch bei Fehlen nur eines einzigen Merkmals (so zB der Ursache der Arbeitsunfähigkeit) der Verlust des Entgeltfortzahlungsanspruchs droht. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass unter „Ursache“ nicht die Krankheitsdiagnose, sondern nur die Angabe zu verstehen ist, ob es sich um eine Krankheit, einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit handelt. Alle darüber hinausgehenden Informationen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Auch der Arbeitnehmer ist gegenüber dem Arbeitgeber weder dazu verpflichtet über die Diagnose noch über den detaillierten Ablauf seiner Behandlung Auskunft zu geben. Continue reading Keine Entgeltfortzahlung bei unvollständiger Arztbestätigung

Steuerbegünstigter Nachkauf von Versicherungszeiten

Aufwendungen für den freiwilligen Nachkauf von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung sind als Sonderausgaben voll abzugsfähig und reduzieren daher das steuerpflichtige Einkommen. Dies gilt sowohl für Selbständige als auch für Unselbständige.

Im Gegensatz zu Beiträgen zur freiwilligen privaten Pensionsversicherung sind dabei weder der Höchstbetrag von EUR 2.920, noch die Viertelung oder die Einkommensobergrenze von EUR 60.000 pro Jahr zu beachten. Continue reading Steuerbegünstigter Nachkauf von Versicherungszeiten

Verbindliche Rulings auf der Agenda des Gesetzgebers

Lange ersehnt, international wohl schon Standard: verbindliche Rechtsauskünfte über noch nicht verwirklichte Sachverhalte („Advance Rulings“) in Steuerfragen sollen auch in die österreichische (Steuer-)Rechtskultur eingeführt werden. Im BMF wird derzeit an einem Gesetzesentwurf gearbeitet. Mit etwas Optimismus soll das Advance Ruling bereits im Frühjahr 2010 Realität werden.

Das neue Advance Ruling soll in Zukunft neben den bereits bisher möglichen Auskünften durch Finanzamt oder BMF etabliert werden. In der Tat hat die aktuelle „Ruling-Praxis“ einige Schwächen, die in der internationalen Steuerlandschaft immer weniger Akzeptanz finden: Echte Rechtssicherheit in Form einer Bindungswirkung der Finanzbehörden bieten Auskünfte derzeit nämlich nicht. Derzeit bleibt einem Steuerpflichtigen, der auf eine Auskunft vertraut, die sich später als falsch herausstellt (zB durch neuere Judikatur) nämlich nur der Weg, eine unerwartet festgesetzte Steuer im Nachsichtsverfahren zu beseitigen. Wie die Erfolgschancen auf (komplette) Nachsicht der Steuer stehen, hängt vom konkreten Fall ab. Continue reading Verbindliche Rulings auf der Agenda des Gesetzgebers

Österreichisches Bankgeheimnis gelockert

Die internationale Amtshilfe kommt – mit „Schonfrist“!

Vorgeschichte: Nach bisheriger Rechtslage konnte das österreichische Bankgeheimnis für steuerrechtliche Zwecke nur bei Einleitung eines Strafverfahrens wegen eines vorsätzlichen Finanzvergehens durchbrochen werden. Diese Regelung galt für Steuerinländer und Steuerausländer gleichermaßen. Steuerausländer waren durch das österreichische Bankgeheimnis allerdings faktisch stärker geschützt als Inländer, da die für die Einleitung eines Strafverfahrens erforderlichen Formalvoraussetzungen von vielen ausländischen Staaten (darunter auch Deutschland) nicht erfüllt wurden und daher in der Regel keine Informationen an diese Staaten im Rahmen eines ausländischen verwaltungsbehördlichen Finanzstrafverfahrens herausgegeben wurden. Durch das Amtshilfe-Durchführungsgesetz (ADG) hat sich dies grundlegend geändert. Continue reading Österreichisches Bankgeheimnis gelockert

Krankheitskosten von der Steuer absetzen?

Explodierende Kosten des Gesundheitssystems, defizitäre Krankenkassen und Zweiklassenmedizin sind seit Monaten ein Dauerthema in Medien und Politik: die gesetzliche Krankenversicherung stößt in Österreich an die Grenzen der Finanzierbarkeit. Dabei werden schon jetzt viele medizinische Leistungen nur teilweise oder gar nicht von den Krankenkassen abgedeckt. Hier liegt die Frage nahe, ob diese privat zu tragenden Kosten zumindest steuerlich verwertet werden können. Continue reading Krankheitskosten von der Steuer absetzen?

Investieren in Bauherrenmodelle und Vorsorgewohnungen

Während die Aktienmärkte weiterhin schwächeln, fassen Privatinvestoren zunehmend solidere Werte ins Auge, nämlich jene in Immobilien.
Dabei sind sowohl Bauherrenmodelle als auch Vorsorgewohnungen von großem Interesse. Obwohl beide Modelle Immobilieninvestments darstellen, unterscheiden sie sich grundlegend voneinander. Gemein sind beiden Investitionsarten, dass durch langfristige Vermietung, unter Ausnutzung von steuerrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten und einer Wertsteigerung der Immobilie langfristig Vermögen aufgebaut werden soll. Continue reading Investieren in Bauherrenmodelle und Vorsorgewohnungen