Steuerbegünstigter Nachkauf von Versicherungszeiten

Aufwendungen für den freiwilligen Nachkauf von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung sind als Sonderausgaben voll abzugsfähig und reduzieren daher das steuerpflichtige Einkommen. Dies gilt sowohl für Selbständige als auch für Unselbständige.

Im Gegensatz zu Beiträgen zur freiwilligen privaten Pensionsversicherung sind dabei weder der Höchstbetrag von EUR 2.920, noch die Viertelung oder die Einkommensobergrenze von EUR 60.000 pro Jahr zu beachten.

Sonderausgaben sind in dem Jahr zu berücksichtigen, in dem sie entrichtet worden sind. Aufwendungen für den Nachkauf von Versicherungszeiten sind daher im Jahr der tatsächlichen Bezahlung in die Arbeitnehmerveranlagung bzw. Einkommensteuererklärung aufzunehmen.

Werden derartige Beiträge zu einem späteren Zeitpunkt wieder rückerstattet, weil sie sich nicht auf die Pensionshöhe auswirken (da ohnehin genügend “normale” Beitragsmonate vorliegen), ist die Rückzahlung im Jahr des Zuflusses als Einkünfte aus nichtselbständer Arbeit steuerpflichtig. Dabei übermittelt die Sozialversicherungsanstalt an das Finanzamt einen Lohnzettel. Lohnsteuer wird jedoch keine einbehalten, sondern man wird in den allermeisten Fällen, wenn nämlich daneben noch zumindest ein weiterer Lohnzettel vorliegt, vom Finanzamt zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung aufgefordert.

Wer also noch in den Genuss der 2013 – oder früher – auslaufenden Hacklerregelung kommen möchte, sollte zeitgerecht überprüfen, ob dafür ein Nachkauf von Pensionsversicherungszeiten erforderlich ist.

Tipp: Wer sich mit dem Gedanken trägt, in absehbarer Zukunft in Pension zu gehen und dafür noch Versicherungszeiten nachkaufen möchte, sollte dies noch während der aktiven Jahre tun, damit sich der Sonderausgabenabzug voll auswirkt, solange noch ein höheres steuerpflichtiges Einkommen bezogen wird.


MMag. Barbara Edelmann
Steuerberaterin
bedelmann@deloitte.at

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