Steuersparen durch pauschale Absetzposten

Das neue Jahr 2010 hat begonnen –Zeit sich Gedanken über die Steuererklärung 2009 zu machen. Anstatt Rechnungen zu sammeln und Unterlagen zu suchen, die Ihre Ausgaben belegen, besteht oft die Möglichkeit Betriebsausgaben oder Werbungskosten pauschal – ohne belegmäßigen Nachweis oder tatsächlichen Aufwand – geltend zu machen.

Betriebsausgaben
Gewerbetreibende und Freiberufler können die sogenannte „Basispauschalierung“ sowohl für Betriebsausgaben als auch für den Vorsteuerabzug anwenden. Voraussetzung ist, dass keine Buchführungspflicht besteht (wie zB bei einer GmbH), dass auch nicht freiwillig eine doppelte Buchhaltung geführt wird und das der Vorjahresumsatz nicht mehr als EUR 220.000,00 betragen hat. Das Betriebsausgabenpauschale beträgt 12% des Nettoumsatzes, aber maximal EUR 26.400,00; für bestimmte Tätigkeiten – wie kaufmännische/technischer Beratung, Vermögensverwaltung, wesentlich beteiligte Gesellschafter Geschäftsführer, schriftstellerischer, vortragender, wissenschaftlicher, unterrichtender oder erzieherischer Tätigkeiten – beträgt das Betriebsausgabenpauschale immerhin noch 6% des Nettoumsatzes. Für bestimmte andere Berufsgruppen steht im Einzelfall auch ein höheres Betriebsausgabenpauschale zur Verfügung.
Mit dem Betriebsausgabenpauschale von 12% bzw 6% werden insbesondere die Abschreibung von Anlageninvestitionen, die Ausgaben für Telefon, Miete, Reparaturen, Zinsen, Verbrauchsmaterial, Versicherungen, Werbung, Reisekosten etc. abgegolten. Neben dem Pauschale mindern folgende Aufwendungen den Gewinn:
• Wareneingang lt. Wareneingangsbuch
• Löhne, Gehälter und Lohnnebenkosten
• Fremdlöhne
• Beiträge zur Pflichtversicherungen der gesetzlichen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung.

Außerdem können Sie Ihre Steuerberatungskosten neben dem Pauschale als Sonderausgaben absetzen. Die Betriebsausgabenpauschale empfiehlt sich insbesondere für jene Gewerbetreibende, die neben Lohn-/Gehaltsaufwendungen und Kosten für den Wareneinkauf keine weiteren wesentlichen Ausgaben haben (wie zB neue Selbständige, Konsulenten etc), sodass durch die Geltendmachung des Pauschales ein höherer Betriebsausgabenabzug zur Verfügung steht als bei Berücksichtigung der tatsächlichen Aufwendungen. Außerdem kann Ihnen die Inanspruchnahme der Pauschalierung durch den Wegfall der Aufzeichnungspflicht für die pauschal erfassten Aufwendungen Zeit und Geld ersparen.

Vorsteuern
Unabhängig von den Betriebsausgaben können auch Vorsteuern pauschaliert in Abzug gebracht werden, ohne das ein belegmäßiger Nachweis der Vorsteuern erbracht werden muss. Das Vorsteuerpauschale beträgt 1,8% des Gesamtumsatzes aus selbständigen oder gewerblichen Tätigkeiten. Betragsmäßig ist das Vorsteuerpauschale mit EUR 3.960,00 beschränkt. Neben dem Pauschale können Vorsteuern für Anlagenanschaffungen bzw -herstellungen sowie für Warenlieferungen und Fremdlöhne abgezogen werden. Auch im Bereich der Vorsteuern können für bestimmte Berufsgruppen durch entsprechende Verordnungen höhere Durchschnittssteuersätze vorgesehen sein (zB für Mechaniker, Kürschner, Drucker etc). Die einkommensteuerliche Pauschalierung ist von der umsatzsteuerlichen Pauschalierung unabhängig, sodass beide Pauschalierungen ohne wechselseitige Bindungen gesondert gewählt werden können.

Werbungskosten
Auch Arbeiter und Angestellte bestimmter Berufsgruppen können ihre steuerliche Bemessungsgrundlage durch Geltendmachung eines Werbungskostenpauschales reduzieren. Die Pauschalbeträge variieren zwischen 5 – 15% der Einkünfte und sind betragsmäßig nach oben begrenzt. Hervorzuheben sind insbesondere Vertreter, Künstler, Hausbesorger, Forstarbeiter/Jäger und Journalisten.


Mag. Gabriele Holzinger
Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin
gholzinger@deloitte.at

Print Friendly, PDF & Email

Liked this post? Follow this blog to get more.