Vorsteuerrückerstattungsanträge 2010 – Umsetzung problematisch

Seit 1.1.2010 sind Vorsteuerrückerstattungsanträge innerhalb der EU neu geregelt. Österreichische Unternehmer, die Vorsteuern in anderen EU-Mitgliedstaaten geltend machen wollen, haben ihre Vorsteuerrückerstattungsanträge seit 1.1.2010 zentral über das elektronische Portal FinanzOnline bei der österreichischen Finanzverwaltung einzureichen.

Neben zahlreichen Vorteilen (z.B. Kostenersparnis aufgrund wegfallender Sprachbarriere, keine Notwendigkeit der Vorlage von Originalrechnungen) zeichnen sich in der Praxis auch einige Nachteile ab.

Aufgrund einer EU-Bestimmung wurde das System in Österreich derart programmiert, dass keine Minus-Beträge mehr eingegeben werden können. Gutschriften sind durch Einreichung von korrigierten Vorsteuerrückerstattungsanträgen für jene Vorperioden zu berücksichtigen, in welchen die zu Grunde liegenden Rechnungen enthalten waren. Wurde der zu korrigierende Vorsteuererstattungsantrag in Papierform eingereicht, ist auch der korrigierte Vorsteuerrückerstattungsantrag in Papierform einzureichen. Dies sollte EU-weit einheitlich umgesetzt worden sein. Sofern ein EU-Land eine abweichende Programmierung vorgenommen hat, so werden diese Anträge nach den uns vorliegenden Informationen in Österreich nicht korrekt eingehen. Ob diese Regelung zu Gutschriften der Praxis standhält, wird sich wohl in den nächsten Monaten zeigen.

Des Weiteren können pro Antrag maximal 40 Rechnungen ohne Zusatz-Software übermittelt werden. Falls mehr als 40 Rechnungen bei einem Antrag vorliegen, muss die Übermittlung im Datenstrom erfolgen. Für die Datenstrom-Übermittlung wird eine (von FinanzOnline nicht angebotene) externe Software benötigt, welche XML-Dateien erzeugt, die den auf der BMF-Homepage veröffentlichten Strukturen entsprechen. Anträge mit maximal 40 Rechnungen können ohne Zusatz-Software im elektronischen Portal FinanzOnline eingereicht werden.

Auch die Programmierung des Online-Systems dürfte noch nicht in allen EU-Staaten abgeschlossen sein, sodass derzeit Anträge an gewisse Mitgliedsstaaten (z.B. Deutschland) unseres Wissens noch nicht an die jeweilige Finanzverwaltung weitergeleitet werden können.


Mag. Christian Bürgler
Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
cbuergler@deloitte.at

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