Dienstverhältnisse mit ausländischen Arbeitgebern erfordern eine exakte Analyse.

Sowohl administrativ als auch abgabenmäßig ist es erforderlich, bei der Anstellung bei ausländischen Arbeitgebern den Sachverhalt und die Interessen des österreichischen Arbeitnehmers und des ausländischen Arbeitgebers genau zu evaluieren.

Primär gilt es zu unterscheiden, ob der ausländische Arbeitgeber in Österreich eine ertragsteuerliche Betriebsstätte begründet oder nicht.

A: Wird keine ertragsteuerliche Betriebsstätte begründet, besteht die Möglichkeit für lohnsteuerliche Zwecke eine so genannte lohnsteuerliche Betriebsstätte anzunehmen, nämlich wenn ein Bevollmächtigter in Österreich die Personalverrechnung administriert. Dies erscheint sehr zweckmäßig, weil es der ausländische Arbeitgeber leider nicht vermeiden kann, in Österreich folgende lohnabgabenrechtlichen Pflichten zu erfüllen.

1. Sozialversicherungsbeiträge
EWR-Arbeitgeber sind verpflichtet, An- und Abmeldungen bei der Gebietskrankenkasse vorzunehmen, Beitragsnachweise einzureichen und Arbeitgeber- wie auch Arbeitnehmerbeiträge abzuführen. Diese Meldepflichten können einvernehmlich auf den Arbeitnehmer übertragen werden und gehen bei Nicht-EWR-Arbeitgeber zwingend auf den Arbeitnehmer über.

2. Dienstgeberbeiträge zum FLAF
Der ausländische Arbeitgeber hat monatlich Dienstgeberbeiträge in Höhe von 4,5 % der ausbezahlten Bezüge an das Finanzamt abzuführen.

3. Dienstgeberabgabe (U-Bahnsteuer)
An das Magistrat in Wien ist die U-Bahnsteuer monatlich (EUR 0,72 pro Dienstnehmer pro Woche) abzuführen.

4. Lohnsteuer
Grundsätzlich besteht keine Lohnsteuerabzugspflicht des Arbeitgebers, sondern hat der Arbeitnehmer die Pflicht, die Einkünfte in seiner Einkommensteuererklärung zu versteuern. Bei Erklärung einer lohnsteuerlichen Betriebsstätte besteht die Möglichkeit, auch die Lohnsteuer für den Arbeitnehmer in der Lohnverrechnung des ausländischen Arbeitgebers zu administrieren.

B: Dienstverhältnisse in österreichischen Betriebsstätten ausländischer Arbeitgeber sind mittels Personalverrechnung – wie auch für inländische Arbeitgeber – zu administrieren.

Zwischenstaatliche Vorschriften in Bezug auf Doppelbesteuerung und Doppelversicherung, Leistungsrecht und vielfältige Anknüpfungspunkte der diversen Lohnabgaben erfordern Umsicht, Know-how und praktische Erfahrungen, um die Administration einfach und die Lohnabgaben niedrig zu halten und Nebengebühren zu vermeiden. Ihr Deloitte-Berater (Payroll-Services) freut sich, dies zu optimieren.


Anton Weber
Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
aweber@deloitte.at

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