Der neue Gewinnfreibetrag und seine Auswirkungen auf die optimale Gestaltung des (Gesellschafter-) Geschäftsführerbezugs

Durch die Einführung des neuen Gewinnfreibetrages eröffnet sich insbesondere für (Gesellschafter-)Geschäftsführer ein Optimierungspotential, welches bei bestmöglicher Gestaltung zu hohen Steuervorteilen führen kann.

Gemäß der alten Rechtslage (bis 2009) konnten natürliche Personen bei der Gewinnermittlung ihres Betriebes einen investitionsbedingten Freibetrag im Ausmaß von 10 % des Gewinns (max. EUR 100.000,00) geltend machen, insofern in der Höhe des Freibetrages begünstigte Wirtschaftsgüter angeschafft wurden. Die Berücksichtigung eines Betriebsausgabenpauschales bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Einkommens war neben dem Ansatz des Freibetrages nicht möglich.

Mit dem Steuerreformgesetz 2009 wurde der neue Gewinnfreibetrag eingeführt, welcher jedoch erst ab der Veranlagung 2010 erstmals zur Anwendung gelangen kann. Grundsätzlich wurde der Freibetrag auf 13 % des Gewinns erhöht. Darüber hinaus sieht der neue Gewinnfreibetrag vor, dass bis zu einer Bemessungsgrundlage von EUR 30.000,00 der Freibetrag auch ohne Investitionstätigkeit zusteht (Grundfreibetrag). Dieser Grundfreibetrag kann des Weiteren auch neben der Geltendmachung eines Betriebsausgabenpauschales in Abzug gebracht werden. Lediglich der darüber hinausgehende investitionsbedingte Gewinnfreibetrag führt zu einem Ausschluss des Betriebsausgabenpauschales. Ziel der Einführung des neuen Gewinnfreibetrages war es, die Vorteile der begünstigten Besteuerung des 13. und 14. Bezuges für unselbständig Erwerbstätige auf selbständig Tätige bzw. Gewerbetreibende auszuweiten.

Der Gewinnfreibetrag hat somit insbesondere für jene Personen Bedeutung, die ihre Ausgaben pauschal ermitteln. Da die Gruppe der (Gesellschafter-)
Geschäftsführer überwiegend davon Gebrauch machen, ergibt sich bei der Gestaltung der Geschäftsführerbezüge ein unerwartet hohes Optimierungspotential. Werden die (Gesellschafter-)Geschäftsführerbezüge derart gestaltet, dass der Grundfreibetrag sowie das Betriebsausgabenpauschale optimal ausgeschöpft werden, kann der Nettozufluss auf Ebene des (Gesellschafter-)Geschäftsführers durch diverse Gestaltungsvarianten signifikant erhöht werden.


Mag. Bernadette Schalko
Steuerberaterin
bschalko@deloitte.at
 

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