Vom Entfernungssockel zur Hauptarbeitsstätte – Neuerungen beim Kilometergeld

Der im Zuge des Salzburger Steuerdialoges 2009 eingeführte Entfernungssockel, welcher erhebliche Nachteile für die Dienstnehmer bei der Auszahlung von Kilometergeldern mit sich brachte, wurde nach kurzem Bestehen wieder abgeschafft.

Anknüpfungspunkt Hauptarbeitsstätte

Mit den Änderungen durch den LStR-Wartungserlass 2009 ist für die Feststellung des Ausmaßes des steuerneutralen Kilometergeldes nun nicht mehr der Entfernungssockel, sondern vielmehr die Hauptarbeitsstätte maßgebend. Als Hauptarbeitsstätte gilt jene Arbeitsstätte, an der der Arbeitnehmer langfristig im Durchschnitt am häufigsten tätig wird. Lässt sich die Hauptarbeitsstätte auf diese Weise nicht eindeutig ermitteln, so gilt subsidiär die im Dienstvertrag definierte Hauptarbeitsstätte. Die Fahrten von der Wohnung zur Hauptarbeitsstätte und wieder zurück zur Wohnung sind mit dem Verkehrsabsetzbetrag und einem allfälligen Pendlerpauschale abgegolten. Für Fahrten von der Hauptarbeitsstätte zu einer weiteren Arbeitsstätte und zurück zur Hauptarbeitsstätte stehen grundsätzlich Fahrtkosten zu. Werden an einem Tag zwei oder mehrere Arbeitsstätten angefahren, so stehen Fahrtkosten nur für jene Strecke zu, welche die Strecke Wohnung-Hauptarbeitsstätte-Wohnung übersteigt.

Beispiel

Die Hauptarbeitsstätte eines Arbeitnehmers befindet sich in 40 km Entfernung zu seinem Wohnort. Die Entfernung zwischen der Hauptarbeitsstätte und seiner weiteren Arbeitsstätte beträgt 30 km. Von dieser zurück zu seinem Wohnort beträgt die Distanz 15 km. Der Dienstnehmer fährt an einem Tag von seiner Wohnung zur Hauptarbeitsstätte, sucht anschließend die weitere Arbeitsstätte auf und kehrt von dieser direkt zurück zu seiner Wohnstätte. Die zurückgelegte Gesamtstrecke beträgt daher 85 km (= 40 + 30 + 15). Die Fahrten innerhalb der Strecke von 80 km (= Entfernung Wohnung-Hauptarbeitsstätte-Wohnung) sind bereits mit dem Verkehrsabsetzbetrag bzw gegebenenfalls mit dem Pendlerpauschale abgegolten. Für diese Streckenlänge ist ein allenfalls vom Arbeitgeber ausgezahltes Kilometergeld steuerpflichtig. Lediglich für jene gefahrenen Kilometer, welche die Distanz von 80 km übersteigen, kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein nicht steuerbares Kilometergeld ausbezahlen. Vorliegend kann also Kilometergeld für lediglich 5 km (= 85-80) steuerneutral ausbezahlt werden.


Mag. Bernhard Geiger
bgeiger@deloitte.at

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