Checkliste nicht deklariertes Auslandsvermögen: Vorbereitung für ein steuerliches Beratungsgespräch

groehs

Dr. Bernhard Gröhs

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater

bgroehs@deloitte.at

 

Sein Geld in der Schweiz zu veranlagen ist immer schon eine wichtige Überlegung gewesen: politische Sicherheit, ein vorteilhaftes Steuersystem, absolute Vertraulichkeit. Mehr Österreicher als bisher angenommen verfügen daher über Vermögen im Ausland, dessen Erträge jedoch meist in Österreich nicht in die Steuererklärung einfließen. ABER: nichts ist mehr geheim! Berichte über den Ankauf von Datenträgern von ehemaligen Bankmitarbeitern aus der Schweiz und Liechtenstein sowie die erhöhten Auskunftspflichten, die in der Schweiz zB ab 1.1.2010 gelten werden, lassen vermehrt über eine „Legalisierung” der Auslandsvermögen nachdenken. Um alle Voraussetzungen für eine strafbefreiende Offenlegung zu erfüllen, ist eine Beratung durch einen Steuerberater unbedingt erforderlich. Doch welche Fragen werden von diesem gestellt? Welche Informationen und Unterlagen sind erforderlich? Die nachfolgende Checkliste soll (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) bei der Vorbereitung auf ein steuerliches Beratungsgespräch unterstützen, dem Berater rasch einen Einblick in den Sachverhalt verschaffen und somit wertvolle Zeit und oftmals auch Geld sparen.

1. Aus welchen Quellen wurde das Auslandsvermögen dotiert?

  • Geerbt/geschenkt/Wechsel in die Begünstigtenstellung
  • Aus versteuerten Einkünften
  • Aus Auslandseinkünften [Anmerkung: können in Österreich steuerpflichtig oder steuerfrei sein; Steuerpflicht in anderen Staaten denkbar?]
  • Aus nicht deklarierten Einkünften
    • im Zusammenhang mit einem Unternehmen
    • nicht im Zusammenhang mit einem Unternehmen

 2. Wann erfolgte die letzte Dotierung/letzte Entnahme?

 3. Handelt es sich

  • um ein Privat-Konto/Depot oder
  • um Vermögen in einer Stiftung/Trust/Gesellschaft – in welchem Staat? („Stiftungsvermögen”)

 4. Im Falle von Stiftungsvermögen

  • Gibt es einen Mandatsvertrag oder eine ähnliche Vereinbarung, mit der Weisungen an die Organe erteilt werden können?
  • Werden die Organe von einer Treuhandgesellschaft gestellt?
  • Wann wurde die Stiftung gegründet?
  • Wer verwaltet das Vermögen?
  • Wer ist begünstigt?
  • Gibt es Verfügungsbeschränkungen (zB Ausschüttungen erst ab bestimmtem Alter; keine Substanzauskehr; nur für bestimmte Zwecke)?
  • Wann und in welcher Höhe wurde das Vehikel dotiert?
  • Wann und in welcher Höhe erfolgten Zuwendungen, Ausschüttungen/Entnahmen?
  • Gab es tiefgreifende Strukturänderungen und wenn ja: Wann?

 5. Personenkreis

  • Begünstigte
  • Zeichnungsberechtigte
  • Berater, Bank
  • Organe

 6. Bankunterlagen (soweit schon vorhanden)

  • Vermögensaufstellungen/Depotauszüge
  • Erträgnisaufstellungen
  • Kontoauszüge/Bewegungsauszüge

Dr. Bernhard Gröhs
Wirtschaftsprüfer und Steuerberater

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