Verluste aus Aktienspekulationen von Privatpersonen – steuerlich nutzbar?

Überlegungen hinsichtlich einer Reform der Besteuerung von Aktienspekulationen im Privatbereich und einer Verlängerung oder gar Abschaffung der Spekulationsfrist werden schon seit längerem gewälzt. Im Zuge der Finanzkrise wurde dieses Thema wieder einmal zum heißen Eisen. Man darf daher gespannt sein, ob das für den Herbst zu erwartende Sparpaket hier Neuigkeiten vorsehen wird.

Für das Kalenderjahr 2010 wird es aber wohl jedenfalls noch bei der derzeitigen Rechtslage bleiben. Diese sieht für Aktienspekulationsgeschäfte von Privatpersonen (dh die Beteiligung am Unternehmen liegt unter 1% und war auch in den letzten fünf Jahren vor der Veräußerung unter 1%) folgende Regeln vor:

Veräußerungsgewinne werden grundsätzlich nur erfasst, wenn sie innerhalb der sogenannten Spekulationsfrist erzielt werden – also wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung des Investments weniger als 1 Jahr liegt.

Die steuerliche Berücksichtigung von innerhalb der Jahresfrist erzielten Verlusten aus Aktienspekulationen ist jedoch nur unter starken Einschränkungen möglich. Sie können nur mit Spekulationsgewinnen des gleichen Veranlagungsjahres gegenverrechnet werden. Ein Ausgleich der Verluste mit anderen Einkunftsquellen ist hingegen eben so wenig möglich wie eine Nutzung in späteren Veranlagungsjahren.

Bei der Ermittlung der Spekulationsgewinne und –verluste finden auch allfällige Werbungskosten (Bankspesen, Zinsen etc.) Berücksichtigung, selbst wenn diese schon in früheren Jahren angefallen sind.

Für Spekulationsgewinne gilt weiters eine Freigrenze von EUR 440,– das heißt: liegen die Spekulationseinkünfte auch nur um 1 Cent darüber, sind sie zur Gänze steuerpflichtig. Liegen sie darunter, müssen sie nicht versteuert werden.

Tipp: Sehen Sie laufend Ihr Portfolio durch, um Spekulationsverluste im Rahmen der Möglichkeiten auch steuerlich zu nutzen. Wurde in diesem Kalenderjahr bereits ein Aktienpaket gewinnbringend innerhalb der Spekulationsfrist verkauft, sollte man abzustoßende Verlust-Investments eher früher als später loswerden – erledigt man dies nämlich noch innerhalb der Spekulationsfrist, kann der Verlust zumindest mit den bereits erzielten Spekulationsgewinne verrechnet werden. Ist man hingegen im umgekehrten Fall heuer bereits „im Minus“, können innerhalb der Spekulationsfrist erzielte Verluste noch für Gewinnmitnahmen innerhalb der Spekulationsfrist genutzt werden.

apfelthaler
Mag. Petra Apfelthaler
Steuerberaterin
papfelthaler@deloitte.at

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