Quellensteuern im Ausland- So holen Sie Ihr Geld zurück!

 Quellensteuerabzug im Ausland
Bei der Auszahlung von Dividenden aus ausländischen Beteiligungen (zB Aktien) behält der jeweilige Quellenstaat oftmals einen Prozentsatz der Bruttodividende ein und leitet nur den Differenzbetrag, die Nettodividende an den Anleger weiter. Dieses Geld wird oft als verloren geglaubt. Tatsächlich wird ein Teil vom österreichischen Fiskus angerechnet, der übersteigende Betrag ist zumeist rückerstattbar.

Besteuerung am Inlandsdepot durch KESt – Anrechnung der Quellensteuer
Wird die Dividende auf ein Inlandsdepot gezahlt, das der Kapitalertragsteuer unterliegt, werden zusätzlich 10 % KESt vom Bruttobetrag der Dividende abgezogen. Laut den Doppelbesteuerungsabkommen, die Österreich mit praktisch allen in Frage kommenden Staaten abgeschlossen hat, darf der Quellenstaat maximal 15 % (Ausnahme zb. Finnland 10 Prozent) der Bruttodividende einbehalten, wenn die Ausschüttung an eine in Österreich steuerlich ansässige Privatperson geht. Österreich rechnet diese 15 % bei Abzug der Kapitalertragsteuer automatisch an und hebt daher nur noch 10 % zusätzlich ein. Aus Sicht der österreichischen Finanzbehörde ist damit die ausländische Dividende, gleich wie eine inländische, mit 25 % besteuert.

Somit sind die ausländischen Dividenden, welche auf ein KESt-pflichtiges inländisches Depot gezahlt werden, aus österreichischer Sicht durch den Abzug der ausländischen Quellensteuer, kombiniert mit dem Abzug der 10 % KESt korrekt ertragsbesteuert, und müssen grundsätzlich nicht mehr in die Steuererklärung aufgenommen werden.

Überschießender Betrag – Rückerstattung
In der Praxis wird im Ausland jedoch nicht nur der anrechenbare Betrag von 15 %, sondern oft ein viel höherer Prozentsatz an Quellensteuer einbehalten: Die Schweiz hebt beispielsweise 35 % ein, Deutschland rund 21 %. Der über den anrechenbaren Betrag von 15 % der Bruttodividende hinausgehende Betrag gilt beim Anleger oftmals als verlorenes Geld.

Das muss nicht sein. Je nach Land unterschiedlich, steht eine Frist von zwei bis zu fünf Jahren zur Verfügung, um bei der ausländischen Steuerbehörde das Geld zurückerstattet zu erhalten. Hierzu ist ein Formular, das auf der Homepage des österreichischen Finanzministeriums heruntergeladen werden kann, in mehrfacher Ausfertigung sowie weitere Nachweise über den Abzug der Quellensteuer, wie beispielsweise eine im Original vorgelegte Kontoabrechnung, notwendig. Auf diesem Formular wird die Ansässigkeit des Antragstellers durch das inländischen Wohnsitzfinanzamt bestätigt, das „gestempelte“ Formular wird anschließend an die ausländische Steuerbehörde unter Angabe der Kontos für die Rücküberweisung übermittelt. Wurde alles korrekt und zeitgerecht übermittelt, kann man sich einige Wochen oder auch Monate später über eine Gutschrift am Konto freuen.

Datenbank mit allen relevanten Informationen
Natürlich gibt es in den verschiedenen Ländern kleine Unterschiede bei den Details des jeweiligen Rückerstattungsverfahrens. Deloitte hat daher eine Datenbank angelegt, in der wir alle Informationen für die in Frage kommenden Länder griffbereit haben, damit keine wertvolle Zeit verloren geht.

Tipp
Sichern Sie sich noch vor Jahresende Ihre Rückerstattung ausländischer Quellensteuern, dies kann oft kostensparend auf einem Antrag für mehrere Jahre gemeinsam erledigt werden. Wir helfen Ihnen dabei.


MMag. Birgit Schwertner-Awais

Steuerberaterin

bawais@deloitte.at

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