Fehlende Unverzüglichkeit bei Ausspruch einer Entlassung.

Bei Entlassungen stellt sich regelmäßig die Frage, wie unverzüglich diese auszusprechen sind bzw. wie lange eine „Überlegungsfrist“ zusteht. Das OLG Wien hat entschieden, dass ein 3-tägiges Zuwarten – um dem Arbeitnehmer eine weitere Chance nach einer Entschuldigung zu geben – jedenfalls verspätet und die Ent­lassung damit unberechtigt ist. Wenn die konkreten Umstände bereits hinreichend evident sind, ist die
Ent­lassung ohne weitere Überlegungsfrist auszusprechen. Bestehen Zweifel, dann hat der Arbeitgeber zumutbare Erhebungen ohne Verzögerungen durchzuführen. Der Arbeitgeber darf bei Entlassungstatbeständen nicht den Eindruck erwecken, dass der Vorfall nicht mehr Anlass für eine Entlassung ist, wobei bis zur endgültigen Klärung eine Suspendierung vorgenommen werden kann (OLG Wien 21.7.2009, 10 Ra 69/09d).

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