Mitunternehmeranteil und negatives Kapitalkonto

Scheidet ein Mitunternehmer mit negativem Kapitalkonto aus einer Mitunternehmerschaft aus, ist gemäß § 24 Abs 2 letzter Satz EStG 1988 als Veräußerungsgewinn jedenfalls der Betrag seines negativen Kapitalkontos zu erfassen, den er nicht auffüllen muss. Bei unentgeltlicher Übertragung eines Mitunternehmeranteils sind hingegen die Buchwerte fortzuführen, ohne dass es beim Übertragenden zu einer Besteuerung kommt. Eine Schenkung setzt allerdings einen real positiven Wert des Mitunternehmeranteils und damit eine tatsächliche Bereicherung beim Rechtsnachfolger voraus. Liegt daher auch eine reale Überschuldung vor bzw. ist eine allfällige Auffüllungsverpflichtung des Übertragenden faktisch nicht werthaltig, so ist ein Veräußerungsgewinn in Höhe der negativen Kapitalkonten anzusetzen (VwGH 28.10.2009, 2006/15/0126).

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