Steuerliche Abzugsfähigkeit von Spenden: Sachspenden bei Charity-Veranstaltungen

Im Rahmen von Charity-Veranstaltungen werden oft gespendete Sachen versteigert. Dabei ist zu beachten, dass es sich – aus Sicht des BMF – um einen einzigen Spendenvorgang durch zwei verschiedene Personen handelt. 

Hintergrund.
Bei Charity-Veranstaltungen werden häufig Gegenstände, die von Prominenten  zur Verfügung gestellt werden, versteigert. Der Spendenerlös dieser Gegenstände übersteigt den gemeinen Wert – also den Marktwert – meist beträchtlich. Es stellt sich in diesem Zusammenhang sowohl für den Erwerber des Gegenstandes als auch für den Spender die Frage, ob nun eine steuerlich anerkannte Spende getätigt wurde. 

Aufteilung auf beide Spender.
Aus Sicht des Bundesministeriums für Finanzen handelt es sich um einen einzigen Spendenvorgang mit zwei Spendern: Nämlich einerseits dem Sachspender und andererseits dem Erwerber des gespendeten Gegenstandes. Der vom Erwerber bezahlte Geldbetrag stellt den maximalen Wert der insgesamt abzugsfähigen Spende dar. Dieser ist nach dem Wertverhältnis der Leistungen auf die beiden Spender aufzuteilen. Der Sachspender kann den gemeinen Wert der Sache als Spende geltend machen, der Erwerber jenen Betrag der über den gemeinen Wert der Sache hinausgeht. Wenn der gemeine Wert der Sache nicht, oder nur mit großem Aufwand, ermittelt werden kann, wird vom BMF eine Aufteilung des bezahlten Geldbetrages zwischen beiden Spendern im Verhältnis 50:50 angenommen. 

Steuerliche Abzugsfähigkeit.  
Mit dem Steuerreformgesetz 2009 wurde die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden erweitert. Abzugsfähig sind Spenden, die an eine Organisation geleistet werden, welche entweder im Gesetz selbst definiert ist (§ 4a Z 1 EStG zB Universitäten) oder zum Zeitpunkt der Spende in einer der gesetzlich vorgesehenen Listen der begünstigten Spendenempfänger (§ 4a Z 3 f EStG zB Caritas) angeführt ist. Diese Liste wird auf der BMF-Homepage veröffentlicht. Ferner ist zwischen Spenden aus dem Betriebsvermögen und aus dem Privatvermögen zu unterscheiden: Bei Spenden aus dem Betriebsvermögen kann der Spender den gespendeten Geldbetrag bzw. den gemeinen Wert der Sachspende als Betriebsausgabe abziehen/geltend machen. Die Abzugsfähigkeit dieser Spenden ist auf 10% des Gewinnes des vorangegangenen Wirtschaftsjahres begrenzt. Wenn die Spenden keine Betriebsausgaben sind, können sie als Sonderausgaben abgesetzt werden. Absetzbar sind ausschließlich Geldzuwendungen begrenzt auf 10% der Einkünfte des vorangegangen Wirtschaftsjahres. Weiters liegt eine Spende des Unternehmens vor, wenn dieses damit wirbt, einen Teil des Kaufpreises zu spenden. 

Spendenbestätigung.
Die Spendenorganisation hat beiden Spendern eine Spendenbestätigung auszustellen, welche beide Spender mit dem jeweiligen Spendenbetrag enthalten soll. Lediglich bei Sachspenden aus dem Privatvermögen ist nur dem Erwerber eine Spendenbestätigung auszustellen. Die Spendenbestätigung muss eine genaue Beschreibung der Leistung enthalten. 

Conclusio.
Zusammenfassend soll festgehalten werden, dass Versteigerungen im Rahmen von Charity-Veranstaltungen der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Spenden nicht entgegenstehen, wenn die Spenden einer begünstigten Organisation zukommen.

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Victoria Haller, MSc
vhaller@deloitte.at

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