Neuerungen bei Lebensversicherungen

Mit 1.1.2011 wurde die für versicherungs- und einkommensteuerliche Zwecke bedeutsame Mindestlaufzeit von Lebensversicherungsverträgen gegen Einmalprämie von bisher zehn auf fünfzehn Jahren erhöht. Die Neuregelungen betreffen Verträge, welche ab Jahresbeginn 2011 abgeschlossen wurden.

Höhe der Versicherungssteuer.
Grundsätzlich beträgt die Versicherungssteuer bei Lebensversicherungen 4% der vorgeschriebenen Prämie. Die Versicherungssteuer bei Lebensversicherungen gegen Einmalerlag erhöht sich jedoch auf 11%, wenn eine bestimmte Vertragslaufzeit, bisher zehn Jahre, nicht überschritten wird. 

Neuerungen.
Die Mindestlaufzeit für nach dem 1.1.2011 abgeschlossene Lebensversicherungsverträge gegen Einmalprämie, für welche die verminderte Versicherungssteuer von 4% zur Anwendung kommt, wurde von zehn auf fünfzehn Jahre erhöht. Bei Vertragsabschluss sollte daher auf die Einhaltung dieser Mindestlaufzeit geachtet werden. Verträge mit einer laufenden Prämienzahlung sind von dieser Regelung nicht betroffen und unterliegen dem niedrigeren Satz von 4%. Für jene Verträge, die vor Jahresbeginn 2011 abgeschlossen wurden, beträgt die Mindestlaufzeit weiterhin zehn Jahre. 

Nachversteuerung.
Sofern Lebensversicherungen mit Einmalprämie innerhalb von fünfzehn Jahren von der Versicherungsgesellschaft rückgekauft werden, obwohl eine längere Laufzeit vereinbart war, sind 7% der Prämie nachzuversteuern, sodass die Versicherungssteuer dann insgesamt 11% beträgt.

Einkommensteuer.
Bei Lebensversicherungsverträgen, welche seit 1.1.2011 abgeschlossen wurden, sind Unterschiedsbeträge zwischen der eingezahlten Versicherungsprämie und der Versicherungsleistung im Falle der Kapitalabfindung oder des Rückkaufs innerhalb von fünfzehn Jahren (bisher: zehn Jahren) ab Vertragsabschluss zum Tarif (also mit bis zu 50%) zu besteuern, sofern keine laufende Prämienzahlung erfolgt und die Höchstlaufzeit des Versicherungsvertrages weniger als fünfzehn Jahre (bisher: zehn Jahre) beträgt. Bei einer längeren Laufzeit ergibt sich keine Einkommensteuerpflicht, sofern die Auszahlung der Versicherungssumme nicht in Rentenform erfolgt; dies würde allenfalls eine Steuerpflicht gem § 29 EStG auslösen. 

Sonderausgaben.
Trotz der Ausdehnung der Versicherungslaufzeit von zehn auf fünfzehn Jahre kam es beim Sonderausgabenabzug gem § 18 EStG zu keinen Änderungen. Prämienzahlungen in Zusammenhang mit Lebensversicherungen bleiben weiterhin als „Topf-Sonderausgaben“ bis zu einem Höchstbetrag von EUR 2.920 (für Alleinverdiener oder Alleinerzieher zusätzlich EUR 2.920 und/oder bei mindestens drei Kindern zusätzlich EUR 1.460) abzugsfähig. Bis zu einem Gesamtbetrag der Einkünfte von EUR 36.400 jährlich können Topf-Sonderausgaben im Ausmaß eines Viertels steuerlich geltend gemacht werden. Zwischen EUR 36.400 und EUR 60.000 reduziert sich der abzugsfähige Betrag gleichmäßig bis  auf das Sonderausgaben­pauschale von EUR 60.

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Andreas Gelke
agelke@deloitte.at

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