Flugabgabe – fällig mit 1.4.2011

Mit 1.1.2011 ist das Flugabgabegesetz  in Kraft getreten. Ab 1.4.2011 wird demnach der Abflug eines Passagiers von inländischen Flughäfen mit einem motorisierten Luftfahrzeug besteuert. Der Gesetzgeber folgt damit dem Beispiel Deutschlands und drei weiterer europäischer Länder.

Abgabepflicht und Befreiungen.
Abgabepflichtig ist der Abflug eines Passagiers von einem inländischen Flugplatz, der für den internationalen Luftverkehr bestimmt ist und über die hierfür erforderlichen Einrichtungen verfügt. Flüge von ausländischen Flughäfen nach Österreich sind daher nicht abgabepflichtig. Abflüge nach einer Zwischenlandung sind von der Flugabgabe befreit, sofern die planmäßige Unterbrechung weniger als 24 Stunden beträgt. Des Weiteren sind persönliche Befreiungen, ua für  die Flugbesatzung sowie für Kinder unter zwei Jahren ohne eigenen Sitzplatz vorgesehen. 

Tarife.
Die Höhe der Flugabgabe bemisst sich für die drei Kategorien Kurz-, Mittel- und Langstreckenflüge mit EUR 8, EUR 20 bzw EUR 35. Zur Kurzstrecke zählen alle Länder, deren größter Flughafen weniger als 2.500 km von Wien Schwechat entfernt liegt. Bis auf Island gelten alle Destinationen im geografischen Europa als Kurzstreckenflug. Die Mittelstrecke erstreckt sich auf Länder, bei denen diese Marke zwischen 2.500 und 6.000 km liegt und reicht bis Zentralafrika, die arabischen Länder und den Mittleren Osten. Weiter entfernte Flugziele gelten für den Gesetzgeber als Langstrecke. Die Flugplätze der ersten beiden Kategorien werden in Anlage 1 und 2 des Flugabgabegesetzes aufgelistet und alle darin nicht enthaltenen Ziele sind als Langstreckendestinationen anzusehen. 

Umsatzsteuer.
Die bei inländischen Flügen auf die Flugabgabe entfallende Umsatzsteuer ist im Betrag von EUR 8 bereits enthalten. Bei Inlandflügen vermindert sich die Flugabgabe daher auf rd EUR 7,3. Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer können daher die in einer  gültigen Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer in Höhe von 10% im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung abziehen.

Steuerliche Registrierung.
Luftfahrzeughalter haben spätestens bis zur Durchführung des ersten Abfluges nach dem 31.3.2011 beim Finanzamt für Gebühren und Verkehrssteuern einen Antrag auf Registrierung zu stellen. Handelt es sich um einen Luftfahrzeughalter, welcher im Inland weder Wohnsitz, Sitz oder Betriebsstätte im Inland hat, besteht darüber hinaus die Verpflichtung, dem Finanzamt einen Fiskalvertreter bekannt zu geben. 

Fiskalvertreter.
Als Fiskalvertreter können bestellt werden: 

  • Wirtschaftstreuhänder
  • Rechtsanwälte
  • Notare
  • Unternehmer im Sinne des § 2 Abs 1 UStG
  • Internationale Verbände von Flugunternehmen, die mit einer Zweigniederlassung im Firmenbuch eingetragen sind, 

wobei die Fiskalvertreter auch für die Flugabgabe haften. 

Conclusio.
Die neue Regelung trifft die Endverbraucher, welche die Flugabgabe letztendlich zu tragen haben. Für Fluggesellschaften, die als Luftfahrzeughalter Abgabenschuldner sind und für Flugplatzhalter, die für die Abgabe haften, ergibt sich aufgrund der zahlreichen neuen Meldebestimmungen ein beträchtlicher Verwaltungsaufwand.

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Iris Toto
itoto@deloitte.at

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