Der Prüfungsausschuss der GmbH

Praktisch bekannt ist der Prüfungsausschuss bislang hauptsächlich bei der Aktengesellschaft. Der Prüfungsausschuss ist in Österreich aber auch für GmbH und Genossenschaften vorgesehen, zu dessen Aufgabenbereichen insbesondere die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, des internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagements, die Prüfung und Überwachung der Abschlussprüfung und die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers zählen.

Zwingende Einrichtung.
In den meisten Fällen ist der Prüfungsausschuss einer GmbH nicht zwingend einzurichten, wobei jedoch die Voraussetzungen des § 30g Abs 4a GmbHG zu beachten sind, die eine zwingende Einrichtung regeln:

  • aufsichtratspflichtige GmbH (§ 29 GmbHG): wenn das Stammkapital EUR 70.000 übersteigt und Anzahl der Gesellschafter mehr als 50 beträgt, oder durchschnittlich mehr als 300 Arbeitnehmer bei der GmbH beschäftigt sind (für GmbH in Konzernunternehmen bzw Komplementär-GmbH gelten Sonderbestimmungen).
  • Große GmbH (§ 221 GmbHG), deren Bilanzsumme bzw. deren Umsatzerlös die fünfachen Größenmerkmale überschreiten, oder die durch Ausgabe von Wertpapieren an einem geregelten Markt im Sinne des § 1 Abs 2 BörseG kapitalmarktorientiert sind.

Ausnahmen.
Ein Prüfungsausschuss ist in jenen Gesellschaften nicht einzurichten, die unmittelbar oder mittelbar in hundertprozentigem Anteilsbesitz einer Gesellschaft stehen, die selbst einen Prüfungsausschuss eingerichtet hat. Bei Einrichtung eines freiwilligen Prüfungsausschusses müssen die Bestimmungen über dessen Ausgestaltung nicht eingehalten werden.

Sonstige Kriterien.
Der verpflichtend einzurichtende Prüfungsausschuss ist ein Teil des Aufsichtsrates. Er darf daher nur aus Mitgliedern des Aufsichtsrates gebildet werden, von welchen eines ein Finanzexperte zu sein hat.

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Jakob Hütthaler
j.huetthaler@bkp.at

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