Steuern und Sonne: Photovoltaikanlagen im Privathaushalt

In Zeiten steigender Energiepreise und zunehmendem ökologischen Bewusstsein erfreuen sich Photovoltaikanlagen in privaten Haushalten zunehmend großer Beliebtheit. Zahlreiche Förderungen von Bund, Ländern und Gemeinden tragen dazu bei. Doch auch die steuerlichen Aspekte sollten nicht außer Acht gelassen werden.

Photovoltaik ist eine spezielle Form der Solartechnik, bei welcher mit Hilfe von Solarzellen Sonnenstrahlung direkt in elektrische Energie umgewandelt wird. Mangels Speichermöglichkeit wird der Strom meist zur Gänze in das öffentliche Netz eingespeist („Volleinspeiser“). Der privat benötigte Strom wird danach aus dem öffentlichen Netz zurückgekauft. Speisen Privatpersonen nur den Stromanteil, der den Privatanteil übersteigt, in das öffentliche Netz ein, spricht man von „Überschusseinspeisern“.

Vorsteuerabzug. Voraussetzung für den Vorsteuerabzug ist die umsatzsteuerliche Unternehmereigenschaft. Die Finanzverwaltung lässt diese und damit den Vorsteuerabzug für die Errichtung der Photovoltaikanlage und die laufenden Kosten nur dann zu, wenn die erzeugte Strommenge doppelt so groß wie der private Verbrauch ist.

Stromverkauf. Der Verkauf von Strom an Elektrizitätsgesellschaften ist nur dann steuerbar und steuerpflichtig, wenn erstens Unternehmereigenschaft besteht (vgl oben) und zweitens der Unternehmer auf die Kleinunternehmerbefreiung (bei einem Umsatz bis EUR 30.000 jährlich) verzichtet. In diesem Fall wären Umsatzsteuervoranmeldungen und  eine Jahreserklärung abzugeben. Außerdem fällt eine Elektrizitätsabgabe iHv EUR 0,015 je kWh an, wenn die Freigrenze von 5.000 kWh überschritten wird. Dies entspricht in etwa dem Verbrauch eines durchschnittlichen Haushaltes. Die Elektrizitätsabgabe ist vom Steuerpflichtigen selbst zu berechnen und zu entrichten.

Liebhaberei. Meist werden Photovoltaikanlagen zur Selbstversorgung betrieben und nicht um den Strommarkt zu beliefern. Der Betreiber einer Photovoltaikanlage wird daher nicht automatisch einkommensteuerpflichtig, wenn er Strom an das öffentliche Netz abgibt. Es kommt vielmehr darauf an, dass die Anlage innerhalb einer angemessenen Frist einen Gewinn erwirtschaftet, ansonsten wird „Liebhaberei“ vermutet. Wenn ersteres der Fall ist, müssen jährliche Einkommensteuererklärungen abgegeben und auch Vorauszahlungen geleistet werden. Bei der Ermittlung der Einkünfte sind alle Einnahmen und Ausgaben (zB Abschreibung) aus der Anlage zu berücksichtigen. Die Abschreibung ist über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer  vorzunehmen (lt deutscher Afa-Tabelle idR 20 Jahre).

Sonderausgaben. Wenn keine Einkommensteuerpflicht vorliegt, gibt es dennoch „steuerliche Verwertungsmöglichkeiten“ für Photovoltaikanlagen. Die Aufwendungen sind grundsätzlich im Rahmen der Wohnraumschaffung und Sanierung als „Topfsonderausgaben“ abzugsfähig. Diese sind insgesamt pro Steuerpflichtigem auf EUR 2.920 beschränkt (Erhöhung bei Alleinverdienern bzw drei Kindern), wobei jedoch nur ein Viertel der Aufwendungen abgesetzt werden kann. Für Einkünfte zwischen EUR 36.400 und  EUR 60.000 werden die Sonderausgeben linear eingeschliffen; darüber hinaus steht nur ein  Pauschbetrag iHv EUR 60 zu.

Victoria Haller
vhaller@deloitte.at

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