Spendenbegünstigung: Neue Spielregeln durch das AbgÄG 2011

Nach dem soeben vom Nationalrat beschlossenen AbgÄG 2011 wird einerseits der Kreis der spendenbegünstigten Empfänger um die Bereiche Umwelt-, Natur- und Artenschutz sowie auf Tierheime und freiwillige Feuerwehren erweitert und andererseits durch einen jährlichen Wirtschaftsprüfungsbericht erschwert.

Neue spendenbegünstigte Einrichtungen.
Neben den bisher spendenbegünstigten mildtätigen Einrichtungen und Forschungsorganisationen werden ab 2012 auch Zuwendungen an Einrichtungen, die sich für den Umwelt-, Natur- und Artenschutz einsetzen, aber auch an behördlich genehmigte Tierheime im Sinne des Tierschutzgesetzes steuerlich abzugsfähig. Gleiches gilt nunmehr auch für Zuwendungen an freiwillige Feuerwehren und Landesfeuerwehrverbände.

10%-Grenze.
Die steuerliche Abzugsfähigkeit solcher Zuwendungen ist wie bisher mit 10% des (betrieblichen) Vorjahresgewinnes bzw insgesamt mit bis zu 10% aller Vorjahreseinkünfte begrenzt. Bei Eintrittskarten oder Versteigerungen im Rahmen von Charity-Veranstaltungen soll allerdings die Abzugsfähigkeit des im Gesamtentgelt enthaltenen Spendenanteils nur mehr dann möglich sein, wenn der Spendenanteil den Entgeltsanteil erheblich übersteigt.

Einheitliche Finanzamtsliste.
Alle bestehenden und künftigen spendenbegünstigten Organisationen (ausgenommen freiwillige Feuerwehren und Landesfeuerwehrverbände) werden künftig in einer einheitlichen Liste beim Finanzamt Wien 1/23 geführt. Für die Aufnahme in diese Liste ist ab 2012 stets eine dreijährige Mindestbestandsdauer der Organisation oder Vorgängerorganisation nachzuweisen, wobei die Verwaltungskosten in Zusammenhang mit der Verwendung der Spenden nunmehr maximal 10% der Spendeneinnahmen betragen dürfen (vgl im Detail auch unseren Beitrag vom 25.2.2011).

Jährliche Wirtschaftsprüferbestätigung.
Für die Aufnahme in die Liste spendenbegünstigter Organisationen ist dem Finanzamt die Bestätigung eines Wirtschaftsprüfers  über das Vorliegen der Spendenbegünstigungsvoraussetzungen für die drei vorangegangenen Wirtschaftsjahre vorzulegen, wobei der Wirtschaftsprüfer für diesen Zeitraum eine Jahres- bzw Rechnungsabschlussprüfung wie bei großen Kapitalgesellschaften durchzuführen hat. Bereits eingetragene Organisationen müssen diese Bestätigung dem Finanzamt Wien 1/23 jährlich innerhalb von neun Monaten nach dem Abschlussstichtag vorlegen.

Handlungsbedarf 2011.
Forschungseinrichtungen, die vor dem 1.9.2011 den Antrag auf Aufnahme in die Spendenbegünstigungsliste gestellt haben bzw bereits als begünstigt anerkannt sind, müssen die Wirtschaftsprüferbestätigung bis spätestens 31.12.2011 vorlegen, wobei hierfür die für Forschungseinrichtungen neu eingeführte dreijährige Mindestbestandsdauer nicht gilt. Forschungseinrichtungen, die nach dem 31.8.2011 erstmalig die Aufnahme in die Liste beantragen, müssen die Wirtschaftsprüferbestätigung auch hinsichtlich der vorangegangenen drei Wirtschaftsjahre vorlegen. In jedem Fall bedeutet die Neuregelung eine nicht unerhebliche, laufende Kostenbelastung.

Klaus Wiedermann
kwiedermann@deloitte.at

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