Absetzbarkeit von Ferienlagern und andere steuerliche Begünstigungen für Kinder

Im Rahmen der Kinderbetreuungskosten sollen Ausgaben für Ferienlager nun auch im Rahmen des Maximalbetrages von EUR 2.300 pro Kind absetzbar sein. Neben diesem „Steuerzuckerl“ bietet das Steuerrecht für Eltern mit Kindern weitere Vorteile, die jedoch in unterschiedlichsten Paragraphen des Einkommensteuergesetzes zu finden sind. Um in diesem Dickicht an Möglichkeiten den Überblick zu bewahren, fasst der vorliegende Artikel die wesentlichen Bestimmungen kurz zusammen.

Kinderbetreuungskosten.
Aufwendungen für die Kinderbetreuung können für Kinder bis zum 10. Geburtstag (bei erheblich behinderten Kindern bis zum 16. Geburtstag) bis zu einem Maximalbetrag von EUR 2.300 pro Kalenderjahr als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht. Abzugsfähig sind die unmittelbaren Kosten für die Kinderbetreuung sowie Kosten für Verpflegung und das Bastelgeld. Das Schulgeld für Privatschulen darf nicht abgezogen werden. Nachmittagsbetreuung oder Ferienbetreuung (zB in einem Ferienlager) kann nur dann berücksichtigt werden, wenn sie durch eine pädagogisch qualifizierte Person erfolgt. Die Betreuung durch haushaltszugehörige Angehörige ist nicht abzugsfähig. Einrichtungen, in denen eine Ausbildung zur „pädagogisch qualifizierten Person“ erworben werden kann, sind auf der homepage des BMF veröffentlicht. Die Details der Kinderbetreuung sind in einem Erlass des BMF vom 28.7.2011 geregelt, dieser enthält zB auch eine Musterrechnung für eine Tagesmutter.

Kinder-/ Unterhaltsabsetzbetrag.
Steuerpflichtigen, denen Familienbeihilfe gewährt wird, steht gemeinsam mit der Familienbeihilfe ein Kinderabsetzbetrag von monatlich EUR 58,40 für jedes Kind zu. Dies gilt jedoch nicht für Kinder, die sich ständig im Ausland aufhalten. Steuerpflichtige, die mit ihrem unterhaltsberechtigten Kind nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben und denen für dieses Kind keine Familienbeihilfe zusteht (zB geschiedene Väter), steht der Unterhaltsabsetzbetrag von EUR 29,20 monatlich zu. Bei gesetzlichen Unterhaltsleistungen für das zweite Kind steht ein Absetzbetrag von EUR 43,80 und für jedes weitere Kind ein Absetzbetrag von jeweils EUR 58,40 monatlich zu.

Alleinverdiener-/ Alleinerzieherabsetzbetrag.
Alleinverdienende sind Elternteile, die für mindestens ein Kind die Familienbeihilfe erhalten, und die mehr als sechs Monate im Kalenderjahr mit einem Partner in aufrechter Ehe, Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft leben, dessen jährliche Einkünfte den Betrag von EUR 6.000 im Jahr nicht übersteigen. Diese erhalten einen Alleinverdienerabsetzbetrag von jährlich EUR 494 pro Kind. Für zwei Kinder beträgt der AVAB EUR 669, für jedes weitere Kind erhöht sich dieser Betrag um EUR 220. Elternteile, die für mindestens ein Kind die Familienbeihilfe beziehen und mehr als sechs Monate im Kalenderjahr nicht in einer Gemeinschaft mit einem (Ehe)Partner oder Lebensgefährten leben, haben Anspruch auf den Alleinerzieherabsetzbetrag. Die Höhe des AEAB entspricht jener des AVAB.

Sonderausgaben.
Beiträge zur freiwilligen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung und zu bestimmten Lebensversicherungen sowie Ausgaben zur Wohnraumschaffung oder -sanierung können als „Topfsonderausgaben“ bis zu einem Pauschalbetrag von EUR 2.920 zu einem Viertel von der Steuerbemessungsgrundlage abgesetzt werden. Dieser Pauschalbetrag erhöht sich für Alleinverdiener und Alleinerzieher um EUR 2.920 und bei mindestens drei Kindern um weitere EUR 1.460. Ab einem Gesamtbetrag der Einkünfte von EUR 36.400 vermindert sich der abzugsfähige Betrag und steht ab EUR 60.000 nicht mehr zu.
Auswärtige Berufsausbildung.

Sofern im Einzugsbereich des Wohnortes (dh im Umkreis von 80 km bzw bei einer einfachen Fahrzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln von maximal einer Stunde) keine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit vorhanden ist, können die Kosten der Berufsausbildung eines Kindes im Rahmen eines Pauschbetrages von EUR 110 pro Monat als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Kinderfreibetrag.
Beim Kinderfreibetrag hat der Steuerpflichtige die Wahl, ob er selbst EUR 220 oder ob er und der andere Elternteil jeweils EUR 132 in Anspruch nehmen wollen.

Andreas Gelke
agelke@deloitte.at
                                         
                                                
                                           
                                            
                                          
                                              
                                                                                                            
Astrid Kristof
akristof@deloitte.at

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