UFS-Kurznews: Auslegung des Zinsbegriffs bei Beteiligungsfinanzierung

Der UFS beschäftigte sich in der gegenständlichen Entscheidung mit der Frage, ob auch Geldbeschaffungskosten unter den Zinsbegriff in § 11 Abs 1 Z 4 KStG fallen und somit abzugsfähig sind.

Derzeitige Rechtslage.
Gemäß § 12 Abs 2 KStG besteht ein Abzugsverbot für Aufwendungen und Ausgaben, die mit nicht steuerpflichtigen Einnahmen in unmittelbarem wirtschaftlichem Zusammenhang stehen. Eine ausdrückliche Ausnahme hievon sieht § 11 Abs 1 Z 4 KStG für Zinsen iZm einem fremdfinanzierten Erwerb einer Beteiligung iSd § 10 KStG vor. Die Finanzverwaltung vertrat bislang die Auffassung, dass dieser Zinsbegriff eng auszulegen ist und Bankspesen oder ein Disagio beispielsweise nicht davon umfasst sind. Der UFS Linz lehnte in der gegenständlichen Entscheidung die Rechtsansicht der Finanzverwaltung ab (UFS Linz vom 16.11.2011, RV/1351-L/10).

Entscheidung des UFS.
Laut UFS ist bei der Interpretation des Zinsbegriffs eine wirtschaftliche Betrachtungsweise zu Grunde zu legen. Dies wird schon durch den Gesetzeswortlaut des Abzugsverbotes („in unmittelbarem wirtschaftlichem Zusammenhang“) nahe gelegt. Nach Ansicht des UFS ist daher der Begriff „Zinsen“ weit zu interpretieren. Somit werden alle für aufgenommenes Fremdkapital zu leistenden Nebenkosten, wie etwa Gebühren oder Provisionen ausgenommen die Tilgung der Verbindlichkeit selbst als abzugsfähig angesehen.

Edith Lebenbauer
elebenbauer@deloitte.at

 

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