Förderungen im Tourismus – Betriebsnachfolge in der Hotellerie

Der Tourismus trägt rund 8% zum Bruttoinlandsprodukt(BIP) bei und stellt somit einen wesentlichen Wirtschaftsbereich Österreichs dar. Dieser Bedeutung wird von der öffentlichen Hand  mit einem umfassenden Bündel an Förderungen Rechnung getragen, von welchem wir nachfolgend einige herausgreifen und anhand eines Beispiels in der Hotellerie vorstellen.

Ausgangslage. 
Ein Hotelbetrieb in Tirol soll an die, seit 10 Jahren im elterlichen Hotelbetrieb unselbstständig tätige, Tochter übergeben werden. Der Übergabeprozess soll durch einen externen Mediator begleitet werden. Nach Übergabe ist ein fremdfinanzierter Umbau des Hauses  vorgesehen.
Landesförderung. Das Land Tirol fördert Honorare für Unternehmensberatung in der Regel mit einem bis zu fünfzigprozentigen Zuschuss. In diesem speziellen Fall, kann der Zuschuss aufgrund des Jungunternehmerstatus der Gastwirtin, bis zu 50% des Beratungshonorars betragen. Die maximale Förderleistung liegt bei EUR 3.000.

Sparen mit Nachfolgebonus.
Die Betriebsnachfolgerin nützt außerdem das von der Austria Wirtschaftsservice (aws) angebotene Programm „Sparen mit Nachfolgebonus“.  Hierbei besteht die Möglichkeit über einen Zeitraum von ein bis maximal sechs Jahren in einer selbst gewählten Sparform Kapital anzusammeln. Bei tatsächlicher Betriebsübernahme (verbunden mit Aufgabe einer allfälligen unselbstständigen Tätigkeit) wird ein Zuschuss von 14% auf dieses angesparte und in den Betrieb eingebrachte Kapital gewährt.

Gründungsinvestitionsscheck.
Für Schnellentschlossene gibt es darüber hinaus laufend kurzfristige Förderaktionen, wie zB den „Gründungsinvestitionsscheck“ der aws, der den ersten 1.000 Beantragenden zur Verfügung steht. Im Zuge dieser Förderung werden EUR 1.000 zu Investitionen in diverse Anschaffungen (zB Hotelausstattung) zugeschossen.
TOP Jungunternehmerförderung. Darüber hinaus beantragt die Gastwirtin die TOP Jungunternehmerförderung der ÖHT Tourismusbank. Hierbei wird ihr ein Zuschuss von 25% zu den (investitionsunabhängigen) Gründungs- und Startkosten in Aussicht gestellt. Außerdem möchte sie im Zuge des geplanten Umbaus einen Einmalzuschuss von bis zu 5% zu den Investitionskosten und eine Haftungsübernahme durch die ÖHT nutzen, die ebenfalls im Rahmen der TOP Jungunternehmerförderung zur Verfügung gestellt werden. 

ERP Tourismusprogramm.
Die Finanzierung des Umbaus soll unter Ausnutzung günstiger Kreditmittel des ERP Tourismusprogramms erfolgen. Mit diesem Förderinstrument stehen günstige Kreditmittelinkl ein bis zwei Jahren tilgungsfreier Zeit zur Verfügung. In der tilgungsfreien Zeit kommt ein Zinssatz von 0,75% pa zur Anwendung, danach 2,25% pa (sprungfix), Finanzierungsvolumen EUR 0,35 bis 4 Mio.

Fazit.
Im Tourismus ist die maßgebliche Förderanlaufstelle auf Bundesebene die ÖHT Tourismusbank. Zusätzlich werden auf Landesebene Förderungen vergeben. Häufig sind unterschiedliche Förderungen – auch von unterschiedlichen Fördergebern bzw Förderungsabwicklungsstellen – kombinierbar. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem bestehenden Förderangebot trägt einerseits zur Einhaltung der Antragsfristen bei, andererseits können zeitlich oder betraglich begrenzten Förderaktionen(wie zB die Schwerpunktaktionen der ÖHT, zuletzt „Internet“) genutzt werden.

Birgit Breyner
bbreyner@deloitte.at

 

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