Schnüren Sie Ihr persönliches „Steuersparpaket“ 2012!

Die aktuelle Bewertung der Kreditwürdigkeit Österreichs hat die Themen „Sparen“ und „Schuldensenkung“ noch weiter in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt. Einsparungen sind zurzeit das A und O. Wenn Sie folgende Fragen mit „ja“ beantworten können, dann schnüren Sie Ihr persönliches Steuersparpaket 2012!

Bleiben Sie durch Aus- und Fortbildungsmaßnahmen immer am Ball?
Diesbezügliche Aufwendungen senken als Betriebsausgaben die Steuerbemessungsgrundlage. Als zusätzliches „Steuerzuckerl“ kann die Bildungsprämie iHv 6% beantragt werden, welche direkt auf dem Abgabenkonto gut geschrieben wird. Für innerbetriebliche Aus- und Fortbildungseinrichtungen kann unter bestimmten Voraussetzungen der „interne Bildungsfreibetrag“ als zusätzlicher Abzugsposten beantragt werden.

Entwickeln Sie neue Verfahren und Produkte?
Für eigenbetriebliche Forschung und experimentelle Entwicklung sowie Auftragsforschung (bei letzterer bis EUR 100.000 Aufwand) kann ab 2011 eine Forschungsprämie iHv 10% beantragt werden. Gerade im Bereich „Forschung und Entwicklung“ geben viele Unternehmen an nicht aktiv zu sein, obwohl bei näherer Betrachtung genau das Gegenteil der Fall ist! Wie die Bildungsprämie kann auch die Forschungsprämie schon jetzt beantragt werden.

Haben Sie Lehrlinge beschäftigt?
Für Lehrverhältnisse, die bis zum 27.6.2008 begonnen haben, kann im Jahr 2011 (bzw bei vierjähriger Lehrzeit in 2012) letztmalig die Lehrlingsausbildungsprämie von EUR 1.000 beantragt werden. Für Lehrverhältnisse ab dem 28.6.2008 kann bei der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer eine Förderung beantragt werden. Die Beihilfe ist nach Lehrjahren gestaffelt und an der Höhe der Lehrlingsentschädigung ausgerichtet.

Verbraucht Ihr Betrieb viel Energie?
Energieintensive Betriebe können unter Abzug des „Nettoproduktionswertes“ und eines Selbstbehaltes bestimmte Energieabgaben zur Rückerstattung beantragen. Neu ist seit 2011 allerdings, dass nur mehr Produktionsbetriebe anspruchsberechtigt sein sollen. Ob dies wirklich so ist, wird vermutlich demnächst der VfGH zu beantworten haben.

Haben Sie im Vorjahr Werbungskosten getragen?
In Kürze werden die Arbeitgeber die Lohnzettel 2011 an das Finanzamt übermitteln. Wenn Sie Werbungskosten (zB Fachliteratur, Ausbildungskosten, Reisekosten), Sonderausgaben (zB Spenden, Versicherungsbeiträge oder Kirchenbeiträge) und außergewöhnliche Belastungen getragen haben, sollten Sie so rasch als möglich Ihre Arbeitnehmerveranlagung einreichen. Zu beachten ist auch, dass die monatliche Lohnsteuer so ermittelt wird, als ob der Arbeitnehmer das ganze Kalenderjahr so viel verdient hätte. Ist der Arbeitnehmer jedoch weniger als zwölf Monate beschäftigt oder hatte er schwankende Bezüge (zB wegen Prämien), kann sich auch daraus eine Erstattung ergeben.

Drohen Ihnen zu hohe Steuervorauszahlungen?
Vorauszahlungen an Einkommen- bzw Körperschaftsteuer können bis zum 30. September mittels Antrag und Prognoserechnung herabgesetzt werden. Eventuell kann hier schon vor Fälligkeit der ersten Vorauszahlung 2012 am 15. Februar gehandelt werden. Falls hingegen im Vorjahr zu hohe Vorauszahlungen geleistet wurden, könnte es sich lohnen die Steuererklärung 2011 rasch einzureichen.

Erwarten Sie in 2012 Werbungskosten?
Auf Antrag des Arbeitnehmers hat das Finanzamt für bestimmte Werbungskosten einen Freibetragsbescheid zu erlassen. Dadurch kann die vom Arbeitgeber einbehaltene Lohnsteuer bereits im laufenden Jahr reduziert werden.

Waren Sie 2011 mehrfach sozialversichert?
Wer aufgrund einer Mehrfachversicherung (zB mehrere Dienstverhältnisse oder zusätzliche selbständige Tätigkeit) über die Höchstbeitragsgrundlage (EUR 58.800 für 2011) hinaus Kranken-, Arbeitslosen- und Pensionsversicherungsbeiträge geleistet hat, kann diese mittels Antrag teilweise rückerstatten lassen. Achtung: Die rückerstatteten Beiträge sind steuerpflichtig!

Fazit.
Abseits der Diskussion über Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen bestehen diverse Möglichkeiten Ihr persönliches Steuersparket 2012 zu schnüren. Je rascher Sie handeln, desto eher kommen Sie zu Ihrem Geld.

Georg Erdélyi
gerdelyi@deloitte.at

Andreas Gelke
agelke@deloitte.at

 

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