Kurz-News Steuern International: USA – Steuerliche Begegnung mit Uncle Sam

Die USA verfügen über eines der komplexesten Steuersysteme der westlichen Welt. Hier ein kurzer Wegweiser durch den Steuerdschungel.

Gewinnbesteuerung.
Gewinne von Unternehmen werden nicht nur auf nationaler Ebene besteuert. Auch die einzelnen Bundesstaaten und sogar manche Gemeinden erheben gewinnabhängige Steuern.  Während die Steuerbelastung auf nationaler Ebene durch Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) abgemildert werden kann, gelten DBA nicht für Steuern, die auf Bundesstaaten- oder Gemeindeebene erhoben werden.

Körperschaftsteuer.
Der nationale KÖSt-Satz beträgt 35%, dazu kommen noch die oben erwähnten einkommensabhängigen lokalen Steuern. Bei sehr niedrigen Gewinnen greift ein niedrigerer KÖSt-Satz, andererseits kann eine Verprobung des steuerlichen Gewinns auch zu einer Mindestbesteuerung führen – der sogenannten Alternative Minimum Tax. Steuerliche Verluste können in der Regel über 20 Jahre vor- und zwei Jahre rückgetragen werden.

Quellensteuer.
Bestimmte Zahlungen aus den USA ins Ausland unterliegen einer US-Quellensteuer. Der Steuersatz beträgt 30%, wird aber für österreichische Investoren häufig durch das österreichisch-amerikanische DBA heruntergeschraubt. Um in den Genuss der niedrigeren DBA-Sätze zu kommen, müssen dem Abzugsverpflichteten in den USA Formulare und Bestätigungen vorgelegt werden. In vielen Fällen muss dafür auch eine eigene US-Steuernummer – die sogenannte Employer Identification Number – beantragt und zur Verfügung gestellt werden. Dies selbst dann, wenn in den USA keine aktive Geschäftstätigkeit besteht und keine Mitarbeiter beschäftigt werden.

Mehrwertsteuer.
Die USA erheben keine mit unserem System vergleichbare, alle Wertschöpfungsstufen umfassende  Mehrwertsteuer. Lediglich für Umsätze an Endverbraucher fällt die sogenannte Sales Tax an. Diese Sales Tax wird von den Bundesstaaten erhoben, sodass die Steuersätze von Staat zu Staat, ja sogar von Gemeinde zu Gemeinde variieren können. Je nach Bundesstaat liegt der Satz zwischen 0% und etwas über 10%.

Petra Apfelthaler
papfelthaler@deloitte.at

 

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