Checkliste Arbeitnehmerveranlagung 2011

Arbeitnehmer sind in der Regel nicht verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Durch eine Arbeitnehmerveranlagung kann jedoch oft Geld vom Fiskus zurückgeholt werden.

In folgenden Fällen macht dies Sinn:

  • schwankende Gehaltsbezüge ohne Aufrollung durch den Arbeitgeber
  • Arbeitgeberwechsel oder nicht ganzjährige Beschäftigung
  • steuerlich absetzbare Ausgaben, wie zB Sonderausgaben, Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen
  • Verluste oder Verlustvortrag aus anderen Einkunftsarten
  • Absetzbeträge, die bisher nicht berücksichtigt wurden oder zu einer negativen Einkommensteuer führen

In der Arbeitnehmerveranlagung 2011 können ua folgende Positionen steuermindernd geltend gemacht werden:

Absetzbeträge:

  • Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag (EUR 494 bei einem Kind; EUR 669 bei zwei Kindern, zusätzlich EUR 220 für jedes weitere Kind)
  • Kinderfreibetrag (EUR 220 bei Inanspruchnahme durch einen Elternteil; EUR 132 bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile)
  • Kinderabsetzbetrag (EUR 58,40/Monat/Kind)
  • Unterhaltsabsetzbetrag (EUR 29,20 bis EUR 58,40/Monat/Kind)

Sonderausgaben

  • Kirchenbeiträge (bis EUR 200)
  • Steuerberaterkosten (unbegrenzt abzugsfähig)
  • Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung einschließlich des Nachkaufs von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung (unbegrenzt abzugsfähig)
  • Renten und dauernde Lasten (unbegrenzt abzugsfähig)
  • Spenden an begünstigte Institutionen (bis zu 10% der Vorjahreseinkünfte)
  • Prämien für freiwillige Personenversicherungen (begrenzt mit Einschleifung)
  • Kosten für Wohnraumschaffung und –sanierung (begrenzt mit Einschleifung)

Werbungskosten

  • Pendlerpauschale, soweit noch nicht durch Arbeitgeber berücksichtigt (gestaffelt nach Arbeitsweg bis zu EUR 2.016 wenn Benützung öffentlicher Verkehrsmittel zumutbar, sonst bis zu EUR 3.672)
  • Beiträge zu Berufsverbänden und Interessensvertretungen und selbst eingezahlte SV-Beiträge (unbegrenzt)
  • Pflichtversicherungsbeiträge und Zusatzbeiträge für mitversicherte Angehörige (unbegrenzt)
  • Werbungskostenpauschale iHv EUR 132 (ohne Nachweis) wird bereits im Rahmen der Lohnverrechnung berücksichtigt; darüber hinaus, soweit beruflich veranlasst ua Arbeitskleidung, Arbeitsmittel, Betriebsratsumlage, Computer, Fachliteratur, Fortbildungs-, Ausbildungs- und Umschulungskosten, Internet, Kosten für doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten, Reisekosten sowie Telefon.

Außergewöhnliche Belastungen

  • Kinderbetreuungskosten (EUR 2.300 pro Kind bis zum 10. Lebensjahr; bestimmte Ausnahmen für alleinerziehende Mütter und Väter)
  • Kosten für die auswärtige Berufsausbildung von Kindern (EUR 110/Monat)
  • Krankheitskosten inkl Zahnersatz (Selbstbehalt bis zu 12 %)
  • Kosten iZm eigener Behinderung, Behinderung des (Ehe-)Partners oder des Kindes (ohne Selbstbehalt)
  • Kosten iZm der Beseitigung von Katastrophenschäden (ohne Selbstbehalt)
  • Kurkosten (Selbstbehalt bis zu 12%)
  • Kosten für Alters- und Pflegeheim (Selbstbehalt bis zu 12%)
  • Begräbniskosten (Selbstbehalt bis zu 12%)

Belege und Fristen.
Belege sind der Arbeitnehmerveranlagung nicht beizulegen, aber sieben Jahre aufzubewahren und auf Verlangen des Finanzamtes vorzulegen. Für die Arbeitnehmerveranlagung hat der Arbeitnehmer fünf Jahre Zeit, sodass sie für das Jahr 2007 noch bis 31.12.2012 eingereicht werden kann. Sollte sich aus der Arbeitnehmerveranlagung eine Steuernachzahlung ergeben, kann der Antrag – wenn kein Pflichtveranlagungsgrund vorliegt (zB gleichzeitiger Bezug mehrerer Gehälter, in Anspruch genommener Freibetragsbescheid) –zurückgezogen werden.

Viktoria Lang
vlang@deloitte.at

 

Print Friendly, PDF & Email

Liked this post? Follow this blog to get more.