Zoll: Vorsicht beim Online-Weihnachtsshopping!

Der Trend zum Online-Shopping nimmt gerade in der Vorweihnachtszeit immer mehr zu. Neben den allgemeinen Risiken, mit denen Online-Shopping in Verbindung gebracht wird, bietet der Versandhandel auch zollrechtliche Hürden, die bei der Bestellung im Internet aus einem Drittland Berücksichtigung finden sollten.

Freigrenzen. Folgewidrig wird oftmals davon ausgegangen, dass jene Freigrenzen, die für Reisende im Zuge der Einreise in die Europäische Union gelten, auch für Privatpersonen im Versandhandel anwendbar sind. Sobald jedoch Waren im Drittland gekauft werden und diese am Postweg nach Österreich bzw in das EU-Gebiet versendet werden, fallen ab einem Warenwert von EUR 150 Zoll und ab einem Warenwert von EUR 22 Einfuhrumsatzsteuer an. Als Warenwert wird für diesen Zweck der Kaufpreis inklusive ausländischer Steuern ohne Transport- und Versicherungskosten herangezogen. Beim Online-Handel innerhalb der Europäischen Union fallen keine Einfuhrabgaben an.

Einhebung der Abgaben. Zölle und Einfuhrumsatzsteuer werden im Normalfall vom Postmitarbeiter im Zuge der Paketzustellung erhoben. Bei Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Sendung (zB fehlende Rechnung, falscher Zollwert, etc) müssen seitens des Empfängers die erforderlichen Nachweise beim zuständigen Postamt erbracht werden. Sollte eine Warenkontrolle ergeben, dass der Inhalt nicht mit der Deklaration am Paket übereinstimmt, ist zusätzlich mit finanzstrafrechtlichen Folgen zu rechnen! Eine Erstattung von Zollabgaben ist grundsätzlich nur dann möglich, wenn die Ware bereits im Zeitpunkt des Imports schadhaft war. In diesem Fall kann und sollte die Annahme der Ware verweigert werden. Die bloße Rücksendung einer Ware reicht nicht aus, um eine Erstattung der Zollabgaben erwirken zu können.

Handelsbeschränkungen. Für bestimmte Waren gelten Einfuhrbeschränkungen oder sogar -verbote, wie beispielsweise für Waren, die die Gesundheit oder Sicherheit von Menschen und Tieren gefährden. So ist auch der Bezug von Medikamenten und Arzneiwaren über das Internet bis auf wenige Ausnahmen verboten. Zu beachten gilt, dass auch pflanzliche und homöopathische Zubereitungen sowie Vitamin- und Mineralstoffzubereitungen als Arzneiwaren gelten (zB Vitaminpräparate).

Verbrauchsteuerpflichtige Waren. Sonderregelungen bestehen für Waren, die der Verbrauchsteuer unterliegen. So gilt beispielsweise für Tabakwaren ein generelles Handelsverbot. Dies gilt sowohl für den Bezug aus Drittländern, als auch bei einem Bezug aus anderen Mitgliedsstaaten der EU.

Fazit.  Damit keine bösen Überraschungen den Weihnachtsfrieden trüben, sollten auch zollrechtliche Überlegungen beim Online-Shopping aus einem Drittland einbezogen werden. Ansonsten könnte ein vermeintlich günstiges Produkt teurer werden als gedacht oder es darf gleich gar nicht importiert werden.

Bettina Bares
bbares@deloitte.at

 

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