Steuerliche Behandlung von Fremdwährungsgewinnen von Privatanlegern im Jahr 2012

Bei der steuerlichen Behandlung von Fremdwährungsgewinnen ist zu unterscheiden, ob sie iZm einem Wertpapiergeschäft anfallen oder nicht. Im Folgenden wird die steuerliche Behandlung unterschiedlicher Arten von Fremdwährungsgewinnen und -verlusten im Jahr 2012 dargestellt.

Gewinne aus Fremdwährungswertpapieren.
Wird ein auf eine Fremdwährung lautendes Wertpapier gegen Fremdwährung verkauft, kann ein Veräußerungsgewinn/-verlust vorliegen, auch wenn in der Währung, auf die das Wertpapier lautet, verkauft wird. Dabei sind sowohl die Anschaffungskosten als auch der Veräußerungserlös in EUR umzurechnen, selbst wenn die Anschaffung und/oder die Veräußerung über ein Fremdwährungskonto erfolgen.

Zählt das veräußerte Wertpapier zum Neubestand (Kauf von Aktien und Fondsanteilen nach dem 31.12.2010 iVm einem Verkauf ab dem 1.4.2012 bzw Kauf und Verkauf aller übrigen Wertpapiere ab dem 1.4.2012) ist der Gewinn bei Depotführung im Inland mit 25% KESt-Abzug zu besteuern. Ein entsprechender Verlust kann mit anderen Neubestandsgewinnen und bestimmten KESt-pflichtigen Erträgen (Dividenden, ausschüttungsgleiche Erträge aus Investment und Immobilienfonds, Zinsen aus Neubestandsanleihen  bzw -zertifikaten) ausgeglichen werden. Der depotübergreifende Verlustausgleich erfolgt dabei für das Jahr 2012 in Form einer Jahresrollung durch die inländische Bank bis spätestens 30.4.2013, ab 1.1.2013 ist ein laufender Verlustausgleich vorgesehen; ein Verlustvortrag ist nicht möglich.

Bei Verkauf von Alt- (Kauf von Aktien und Fondsanteilen vor dem 1.1.2011 und Kauf aller übrigen Wertpapiere vor dem 1.10.2011 iVm einem späterem Verkauf) und Übergangsbestand (Kauf und Verkauf von Aktien und Fondsanteilen zwischen 1.1.2011 und 31.3.2012 und Kauf aller übrigen Wertpapieren ab dem 1.10.2011 iVm späteren Verkauf) sind Gewinne im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu erfassen, wenn es sich um Spekulationsgewinne handelt. Dazu zählen Verkäufe von Altbestand innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist und sämtliche Verkäufe von Übergangsbestand. Spekulationsgewinne aus Altbestand bzw aus Aktien und Fondsanteilen, die als Übergangsbestand qualifizieren, sind mit dem Tarifsatz zu besteuern, ebenso alle übrigen Übergangsbestandspapiere, wenn der Verkauf vor dem 1.4.2012 erfolgt ist (bei Verkauf ab dem 1.4.2012 kommt für Übergangsbestandspapiere, die keine Aktien oder Fondsanteile darstellen, 25% Sondereinkommensteuer zur Anwendung). Spekulationsverluste sind nur mit anderen Spekulationsgewinnen des Jahres 2012 ausgleichsfähig, nicht mit anderen Einkünften. Ein Verlustvortrag ist ebenfalls nicht möglich.

Konvertierung von Fremdwährungsdarlehen bzw -guthaben.
Nach der Rechtsprechung des VwGH führt die Konvertierung eines Fremdwährungsdarlehens in eine andere zum EURO wechselkursstabile Fremdwährung zu einer Realisation von Gewinnen, die – sofern es sich um bis zum 31.3.2012 realisierte Spekulationsgewinne handelt – zum Tarifsatz zu besteuern sind. Konvertierungsgewinne ab dem 1.4.2012 sind ebenfalls steuerlich wirksam und unabhängig von der Behaltedauer des zu Grunde liegenden Darlehens bzw der Forderung mit 25% Sondereinkommensteuer zu erfassen.

Auszahlungen von Fremdwährungsguthaben.
Wird von einem Fremdwährungsguthaben Geld behoben, liegt ebenfalls ein sondereinkommensteuerpflichtiger Gewinn vor.

Tausch von Devisen.
Bei Tausch von Devisen (zB Dollarbanknoten gegen EURO-Banknoten) sind die Regelungen des Spekulationsgeschäftes zu beachten, die für bewegliche Wirtschaftsgüter auch nach dem 1.4.2012 weiter gelten. Bei Tausch innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist ist der Gewinn zum Tarifsatz steuerpflichtig, nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist ist der Gewinn steuerfrei.

Fazit.
Die neuen Regelungen zur steuerlichen Behandlung von Fremdwährungsgewinnen außerhalb von Wertpapiergeschäften verlangen dem Anleger beträchtliches Steuerwissen ab, damit er diese korrekt in der Steuererklärung abbilden kann.

Nora Engel-Kazemi
nengel@deloitte.at

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