Grünes Licht für das Freihandelsabkommen mit Japan

Am 29.11.2012 haben die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union grünes Licht für den Start der Verhandlungen über den Abschluss eines Freihandelsabkommens mit Japan gegeben.

Die Europäische Kommission hat damit das Mandat erhalten, das Abkommen innerhalb von fünf Jahren auszuhandeln. Vor 2018 ist allerdings mit einem Abschluss kaum zu rechnen.

Hintergrund.
Im Mai letzten Jahres haben die EU und Japan beschlossen, Vorbereitungen für den Abschluss eines Freihandelsabkommens zu treffen. Ein Jahr später, im Mai 2012, einigten sich beide Parteien auf eine Verhandlungsbasis, die auf die Abschaffung tarifärer und nicht-tarifärer Handelshemmnisse abzielt, aber auch auf die Erschließung der öffentlichen Auftragsvergabe in den Bereichen Bahn und öffentlicher Verkehr. Für sensible Sektoren wird die EU eine Schutzklausel einräumen.

Chancen.
Japan ist nach China der zweitgrößte asiatische Handelspartner der EU. Die Europäische Kommission erwartet, dass das Abkommen mit Japan die Europäische Wirtschaft maßgeblich beeinflussen wird. So könnten bis 2020 EU-Exporte nach Japan um 32,7% steigen – Exporte von Japan in die Europäische Union um 23,5%. Insgesamt werden neben dem Wirtschaftswachstum über 400.000 neue Arbeitsplätze prognostiziert.

Risken.
Vor allem die europäische Automobilbranche befürchtet, dass infolge des Freihandelsabkommens insbesondere japanische Fahrzeuge den europäischen Markt fluten könnten. Der Abschluss des Abkommens könnte nämlich bedeuten, dass Zölle auf PKW schrittweise von derzeit 10% auf 0% abgebaut werden.

Fazit.
Durch den Abschluss des Freihandelsabkommens sind für Wirtschaftsbeteiligte im Handel mit Japan zollrechtliche Vereinfachungen zu erwarten, die nicht nur Zolleinsparungen bewirken, sondern auch administrative Kosten deutlich reduzieren werden. Einzelne Branchen werden jedoch mit verschärfter Konkurrenz zu kämpfen haben.

Bettina Bares
bbares@deloitte.at

 

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