Einlagerungskosten während Arbeitnehmerentsendung als Werbungskosten?

Der UFS (RV/0162-G/12) entschied am 13.3.2013 zur steuerlichen Behandlung von Kosten für die Einlagerung des Hausrats während einer Arbeitnehmerentsendung. Strittig war im gegenständlichen Fall, ob diese Kosten als Werbungskosten abzugsfähig sind.

Sachverhalt.
Ein US-amerikanischer Staatsbürger wurde für die Dauer von zwei Jahren nach Österreich entsendet. Seine Familie begleitete ihn nach Österreich. Aus Kostengründen gab die Familie ihren Wohnsitz in den USA auf und lagerte den Hausrat während der Entsendung ein.

Familienwohnsitz.
Bei einer Entsendung von zwei Jahren besteht grundsätzlich Klarheit darüber, dass die Aufgabe des Familienwohnsitzes unzumutbar ist. Dennoch gab der Entsendete im konkreten Fall seinen Familienwohnsitz in den USA auf. Dies hat nach Rechtsansicht des UFS keine Auswirkungen auf die grundsätzliche Unzumutbarkeit der Wohnsitzverlegung. Der Entsendete hätte daher seinen Wohnsitz in den USA beibehalten können und die Kosten des entsendebedingten Wohnsitzes in Österreich als doppelte Haushaltsführungskosten absetzen können.

Abwehrkosten.
Durch die Aufgabe des Wohnsitzes und Einlagerung des Hausrats hat der Entsendete kostspielige Mehraufwendungen einer doppelten Haushaltsführung vermieden. Der UFS hat die Einlagerungskosten als „Abwehrkosten“ qualifiziert, da diese Aufwendungen die Ausgaben eines beruflich veranlassten Umzuges, Kosten für doppelte Haushaltsführung, Familienheimfahrten und Übersiedlungskosten vermeiden. Nachdem die abzugsfähigen Kosten eines Umzuges samt Mietkosten in Österreich sowie Familienheimfahrten im gegenständlichen Fall dem Entsendeten zugestanden wären und diese Kosten die Einlagerungskosten erheblich überstiegen hätten, kam der UFS zu dem Entschluss, dass die Abzugsfähigkeit der Kosten für die Einlagerung des Hausrates in den USA zu bejahen ist.

Fazit.
Ist die Verlegung des Familienwohnsitzes an den Ort der Beschäftigung unzumutbar und sind daraus resultierende Kosten der doppelten Haushaltsführung beruflich veranlasst, werden aber kostspielige Mehraufwendungen einer doppelten Haushaltsführung dadurch vermieden, dass der Haushalt im Ausland aufgelöst wird und der Hausrat während der Entsendung nach Österreich vorübergehend eingelagert wird, können diese Einlagerungskosten als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Alexandra Amidei
aamidei@deloitte.at

 

 

 

 

Michaela Burgstaller-Donner
mburgstallerdonner@deloitte.at

www.deloitte.at/tax

 

 

 

 

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