Lohnzettel – das doppelte Dutzend ist voll

Seit 1.1.2014 gibt es einen neuen Lohnzettel, der bei Auslandsentsendungen zu verwenden ist, sofern ein DBA mit Anrechnungsmethode dem ausländischen Staat das Besteuerungsrecht zuweist. Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick über die Verwendung der neuen Lohnzettelart 24.

Hintergrund.

Bisher war bei Entsendungen in Länder, mit denen ein DBA mit Anrechnungsmethode anzuwenden ist, nicht erkennbar, für welche Teile der im Lohnzettel (Lohnzettelart 1) ausgewiesenen Gesamtbezüge des Arbeitnehmers dem ausländischen Staat das Besteuerungsrecht zugewiesen wurde. Dadurch konnte im Rahmen der Veranlagung der Anrechnungshöchstbetrag nicht ohne weitere Erhebungen ermittelt werden.

Neue Lohnzettelart 24.

Für Lohnzahlungszeiträume ab 1.1.2014 sind in der neuen Lohnzettelart 24 jene Bezüge darzustellen, für die gemäß DBA mit Anrechnungsmethode dem ausländischen Staat das Besteuerungsrecht zugewiesen wird. Dies gilt unabhängig davon, ob der Arbeitgeber österreichische Lohnsteuer für diese Bezüge einbehalten hat oder nicht. Es ist für jeden Staat, in dem der Arbeitnehmer während des Kalenderjahres tätig war und mit dem ein DBA mit Anrechnungsmethode gilt, ein eigener Lohnzettel  zu übermitteln. Für die ausschließlich in Österreich steuerpflichtigen Inlandsbezüge ist ein separater Lohnzettel (Lohnzettelart 1) zu übermitteln. Die Bezugsteile sowie die anrechenbare österreichische Lohnsteuer (KZ 260) sind entsprechend der Inlands- bzw Auslandstätigkeit den jeweiligen Lohnzettelarten zuzuordnen.

Anrechenbare inländische Lohnsteuer / anrechenbare ausländische Steuer.

Die KZ 260  im Lohnzettel (zB Lohnzettelart 1 und Lohnzettelart 24) beinhaltet lediglich die inländische anrechenbare Lohnsteuer. Die anrechenbare ausländische Steuer ist jedoch nicht im Lohnzettel einzutragen, sondern im Rahmen der Veranlagung vom Arbeitnehmer im Formular L1i in der entsprechenden Kennzahl einzutragen.

Lohnverrechnung – Kausalitätsprinzip.

Grundsätzlich gilt für außerbetriebliche Einkünfte das Zu- und Abflussprinzip. Findet allerdings aufgrund eines DBA das Kausalitätsprinzip (Grundsatz der wirtschaftlichen Zuordnung) Anwendung, hat dieses Vorrang vor dem Zuflussprinzip. Beispiel: Für die Tätigkeit im Rahmen einer Auslandsentsendung von Jänner bis Juli 2014 (DBA mit Anrechnungsmethode, ausländischer Staat hat Besteuerungsrecht) wird im März 2015 eine Prämie ausbezahlt. Diese Prämie ist im Jahr 2015 nach dem Kausalitätsprinzip in der Lohnzettelart 24 darzustellen.

Fazit.

Um zukünftig den Anrechnungshöchstbetrag im Zuge der Veranlagung leichter ermitteln zu können, sind ab 1.1.2014 jene Bezüge in einem neuen Lohnzettel (Lohnzettelart 24)  auszuweisen, für die gemäß einem DBA mit Anrechnungsmethode dem anderen Staat das Besteuerungsrecht zugewiesen wird. Für die ausschließlich in Österreich steuerpflichtigen Inlandsbezüge ist ein separater Lohnzettel (Lohnzettelart 1) zu übermitteln. Eine Übersicht über das komplette doppelte Dutzend an Lohnzettelarten findet sich in Rz 1408 Lohnsteuerrichtlinien.

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Michaela Burgstaller-Donner

Michaela Burgstaller-Donner

Manager | Deloitte Tax
Telefon: +43 1 537 00 5716
Mail: mburgstallerdonner@deloitte.at

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