BMF – Ergebnisumrechnung ausländischer Gruppenmitglieder

Das BMF hat kürzlich eine Information zur Ergebnisumrechnung von IAS/IFRS-Einzelabschlüssen ausländischer Gruppenmitglieder auf ein Ergebnis nach österreichischen Abgabenvorschriften veröffentlicht. Im Folgenden werden die wesentlichsten Aussagen zu erforderlichen Korrekturen bestimmter Bilanzpositionen im Überblick dargestellt.

Sachanlagen/Immobilien als Finanzanlagen.

Bei Sachanlagen und Immobilien als Finanzanlagen ist eine Anpassung erforderlich, wenn nach IAS/IFRS anders als linear abgeschrieben wird oder die Nutzungsdauer deutlich von der steuerlichen abweicht. Unterschiede aufgrund steuerlicher Halbjahresabschreibung oder aufgrund geringwertiger Wirtschaftsgüter sind idR jedoch nicht anzupassen. Zudem besteht nach IFRS für bestimmte Vermögenswerte ein Wahlrecht zur Neubewertung mit dem Fair Value (Neubewertungsrücklage). Eine Neubewertung ist im EStG nicht vorgesehen, sodass für steuerliche Zwecke entsprechende Anpassungen vorzunehmen sind (zB bei planmäßiger AfA, Veräußerungserlösen, etc).

Immaterielle Vermögenswerte.

Während für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände nach IFRS eine Aktivierungspflicht  besteht, gilt nach EStG und UGB das Aktivierungsverbot. Im Jahr der Aktivierung hat daher eine Korrektur um die aktivierten Eigenleistungen zu erfolgen. Außerdem ist auch eine nach IFRS-Grundsätzen vorgenommene AfA zu korrigieren.

Derivativer Firmenwert.

Anders als nach IFRS erfasst der Firmenwert laut UGB auch zB Kundenstock, Marken und Ähnliches. Eine Korrektur für steuerliche Zwecke ist dann notwendig, wenn die Nutzungsdauer von der im Steuerrecht vorgesehenen 15-jährigen Nutzungsdauer abweicht. Ein Firmenwert wird nach IFRS nicht planmäßig abgeschrieben, während nach steuerlichen Grundsätzen eine planmäßige Abschreibung auf 15 Jahre zu erfolgen hat.

Finanzielle Vermögenswerte.

Gemäß UGB/EStG besteht ein Abschreibungswahlrecht bei Finanzanlagen bei vorübergehender Wertminderung. Entfallen die Gründe für die Wertminderung, ist eine Wertaufholung bis zur Höhe der Anschaffungskosten wahlweise möglich. Bei Finanzanlagen iS des § 228 (1) UGB hat zwingend eine Zuschreibung zu erfolgen. Nach IFRS werden finanzielle Vermögenswerte in vier Kategorien eingeteilt, welche jeweils andere Bewertungsgrundsätze verfolgen. Diese sind entsprechend an die UGB/EStG-Vorschriften umzurechnen.

Beteiligungen im Einzelabschluss.

Bei Beteiligungen ist grundsätzlich keine Korrektur erforderlich. Die Wertermittlung bei dauerhafter Wertminderung erfolgt sowohl nach Steuerrecht als auch nach IFRS nach vergleichbaren Methoden. Die Sonderbestimmungen des KStG sind jedoch zu beachten (zB ausschüttungsbedingte Teilwertabschreibungen, Siebentel-Abschreibungen, etc).

Pensionsrückstellungen und sonstige Rückstellungen.

Pensionsrückstellungen sind gem den steuerlich vorgegebenen Parametern anzupassen. Nach IFRS erfolgt bei langfristigen Rückstellungen eine Abzinsung mit einem unternehmensspezifischen Zinssatz. Steuerlich hat eine Anpassung zu erfolgen, wenn der Diskontierungseffekt nach IAS 37 wesentlich abweicht (wobei nur signifikante Einzelpositionen angepasst werden müssen).

Umrechnung monetärer Posten in Fremdwährung.

Nach IFRS werden Umrechnungsdifferenzen bei Folgebewertungen erfolgswirksam erfasst. Umrechnungsgewinne dürfen in UGB/EStG mangels Realisierung nicht erfasst werden (Imparitätsprinzip). Steuerlich ist daher eine Korrektur erforderlich, soweit nicht realisierte Fremdwährungsgewinne erfolgswirksam erfasst wurden.

Leasinggüter.

Grundsätzlich hat eine Anpassung an die Zurechungsregelungen für Leasing gem EStR zu erfolgen. Eine Korrektur soll jedoch nur dann notwendig ein, wenn das ausländische Gruppenmitglied Leasinggeschäfte betreibt oder große Teile des Sachanlagevermögens geleast hat.

Auftragsgefertigte Bestände.

In den Perioden vor der Übergabe ist eine Korrektur um den in den IFRS ausgewiesenen Teilgewinn erforderlich (keine „percentage of completion“ nach UGB/EStG). In der Periode des Verkaufes erfolgt eine Korrektur um die in IFRS erfassten Teilgewinne in den Vorperioden.

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Christoph Riegler

Christoph Riegler

Senior Manager | Deloitte Tax
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