Sommermonate – Zeit der Praktikanten

Gerade über die Sommermonate kommen in zahlreichen Unternehmen „Ferialpraktikanten“ zum Einsatz. Der folgende Artikel informiert Sie über die wichtigsten Unterschiede zwischen Volontären, Ferialpraktikanten und Ferialangestellten und soll Ihnen damit helfen, Durchblick im Dickicht des Ferialjungels zu gewinnen.

Volontäre werden hauptsächlich zu Ausbildungszwecken beschäftigt und können grundsätzlich selbst entscheiden, wann und ob sie im Betrieb anwesend sind. Ein Volontär darf keine „echte“ Arbeit verrichten, sondern lediglich den Mitarbeitern „über die Schultern schauen“, um seine Ausbildung zu erweitern. Das Volontariat kann allerdings kein vorgeschriebenes Pflichtpraktikum zu Ausbildungszwecken sein.

Ferialpraktikanten absolvieren hingegen ein Pflichtpraktikum, das in ihrer Ausbildung vorgeschrieben ist. Hierbei steht der Ausbildungszweck und nicht die Erbringung von Arbeitsleistungen im Vordergrund, weshalb sie keinem Weisungsrecht unterliegen, sowie sie nicht an die betrieblichen Arbeitszeiten gebunden sind. Ferialpraktikanten und Volontäre dürfen keine Arbeitskraft ersetzen und es besteht auch kein Dienstverhältnis. Beide haben keinen Anspruch auf Entlohnung, Urlaub oder Sonderzahlungen – freiwillig kann aber natürlich entlohnt werden. Allerdings sind sie zur Unfallversicherung anzumelden, bei einer Entlohnung über der Geringfügigkeitsgrenze (Wert 2014: EUR 395,31) auch zur Kranken- und Pensionsversicherung. Wesentlich ist, dass das Unternehmen beim Einsatz von Ferialpraktikanten im Vorfeld eine entsprechende Bestätigung der Bildungseinrichtung über die Absolvierung des Pflichtpraktikums einholt und zu den Lohnverrechnungsunterlagen nimmt.

Ferialarbeiter/-angestellte
Ferialarbeitnehmer möchten hingegen während der Ferialzeit Geld verdienen. Es besteht keine Verpflichtung zur Absolvierung des Praktikums und sie arbeiten voll im Betrieb mit. Oftmals setzen Unternehmen diese Personen als klassische Urlaubsaushilfe ein. Ferialangestellte haben Anspruch auf kollektivvertragliche Entlohnung, Urlaub, Sonderzahlungen sowie Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Auch eine Anmeldung bei der Sozialversicherung muss erfolgen.

Fazit
Zusammenfassend ist im Zweifel von einem Ferialarbeitsverhältnis auszugehen. Nur bei einem Pflichtpraktikum ist von einem Ferialpraktikum auszugehen, ein Volontariat besteht nur, wenn der Volontär nicht wesentlich im Betrieb mitarbeitet. Bei einem Volontariat und einem Ferialpraktikum ist der Arbeitgeber beweispflichtig, dass sich die Tätigkeit der Volontäre und Ferialpraktikanten von anderen, bei ihm beschäftigten Arbeitnehmern, inhaltlich unterscheidet. Auch bei einer Aneignung von praktischen Erfahrungen als Ferialarbeitnehmer handelt es sich noch um kein Volontariat, wenn der Ferialarbeitnehmer gleichzeitig im Betrieb mitarbeitet und an die Arbeitszeiten sowie Weisungen der Vorgesetze gebunden ist.

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Stefanie Schneider

Stefanie Schneider

Payroll & Expatriates Deloitte Tax
Telefon: +43 1 537 00 6139
Mail: stefschneider@deloitte.at

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