Änderungen bei Telekommunikations-, Rundfunk-, Fernseh- und elektronischen Leistungen ab 2015

Das am 12.6.2014 kundgemachte Budgetbegleitgesetz 2014 bringt wesentliche umsatzsteuerliche Neuerungen im Bereich der elektronisch erbrachten sonstigen Leistungen, Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen, die mit 2015 wirksam werden.

Derzeitige Rechtslage.

Elektronisch erbrachte sonstige Leistungen an im Gemeinschaftsgebiet ansässige Nichtunternehmer (B2C) werden nach der geltenden Rechtslage dort ausgeführt, wo der Empfänger seinen Wohnsitz, Sitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat („Empfängerort“), wenn der leistende Unternehmer sein Unternehmen vom Drittland aus betreibt oder die leistungserbringende Betriebsstätte im Drittland liegt. Erbringen im Gemeinschaftsgebiet ansässige Unternehmer diese Dienstleistungen, so liegt der Leistungsort dort, wo der leistende Unternehmer sein Unternehmen betreibt bzw die leistungserbringende Betriebsstätte liegt („Unternehmerort“).

Telekommunikation-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen an im Gemeinschaftsgebiet ansässige Nichtunternehmer werden nach der geltenden Rechtslage dagegen generell dort besteuert, wo der leistende Unternehmer sein Unternehmen betreibt bzw wo die leistungserbringende Betriebsstätte liegt.

Neue Leistungsortregelungen.

Ab 1.1.2015 werden in Folge einer EU-weiten Änderung elektronisch erbrachte sonstige Leistungen sowie Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen an Nichtunternehmer (B2C) an dem Ort ausgeführt, an dem der Leistungsempfänger seinen Wohnsitz, Sitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat (Empfängerort). Dies gilt unabhängig davon, wo der leistende Unternehmer sein Unternehmen betreibt bzw wo die leistungserbringende Betriebsstätte liegt (dh sowohl für Drittlands- als auch EU-Unternehmer). Bei Leistungen an Unternehmer (B2B) kommt es zu keiner Änderung.

Mini One-Stop-Shop.

Unternehmer, die oben genannte Leistungen in EU-Mitgliedstaaten erbringen, können ab 1.1.2015 eine zentrale Anlaufstelle für Steuererklärungen und -zahlungen nutzen („Mini One-Stop-Shop“). Dadurch ist nicht mehr in jedem der betroffenen Länder eine umsatzsteuerliche Registrierung, die Einreichung von Steuererklärungen und die Zahlung der Umsatzsteuer notwendig, sondern diese Pflichten können in einem einzigen EU-Land erfüllt werden. In der quartalsweise fälligen Steuererklärung, die in Österreich über ein eigens eingerichtetes Online-Portal einzureichen sein wird, sind die Bemessungsgrundlagen pro Mitgliedsland mit den jeweils geltenden Umsatzsteuersätzen zu melden. Das One-Stop-Shop Konzept steht sowohl im Inland ansässigen Unternehmern als auch Drittlandsunternehmern zur Verfügung. Weiters bestimmt das Budgetbegleitgesetz 2014 zahlreiche Details zu den Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des One-Stop-Shops sowie zu den Aufzeichnungs- und Berichtspflichten, die sich an der EU-Vorgabe orientieren.

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Christina Stifter

Christina Stifter

Senior| Deloitte Tax
Telefon: +43 1 537 00 4941
Mail: cstifter@deloitte.at

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