BMF zur Abgrenzung von kleinen und großen Vereinsfesten

In einem kürzlich veröffentlichten Erlass hat die österreichische Finanzverwaltung zu Zweifelsfragen hinsichtlich der Abgrenzung von kleinen und großen Vereinsfesten Stellung genommen. Neben Aussagen hinsichtlich der angebotenen Verpflegung wird nunmehr auch festgehalten, dass der Auftritt von Künstlern nicht automatisch zu einem begünstigungsschädlichen großen Vereinsfest führt.

Bisherige Abgrenzung.

Seit dem Wartungserlass 2013 der Vereinsrichtlinien ist hinsichtlich der Abgrenzung von großen und kleinen Vereinsfesten darauf abzustellen, ob das Fest ausschließlich von den Vereinsmitgliedern getragen wird (vgl diesbezüglich auch unseren Beitrag vom 7.10.2013). Demnach liegt nur dann ein kleines Vereinsfest vor, wenn die Organisation ausschließlich von den Vereinsmitgliedern oder deren nahen Angehörigen vorgenommen wird, die Verpflegung ein beschränktes Angebot nicht übersteigt und allfällige Unterhaltungseinlagen nur durch Vereinsmitglieder oder unbekannte Künstler erfolgen. Somit hätte bereits eine geringfügige Auslagerung von Tätigkeiten an Nichtmitglieder zum Vorliegen eines begünstigungsschädlichen großen Vereinsfests geführt.

Neuerliche Klarstellungen.

Aufgrund der in Folge des Wartungserlasses 2013 aufgetretenen Zweifelsfragen hat das BMF nunmehr seine Aussagen konkretisiert. Hinsichtlich der Verpflegung ist es nicht schädlich, wenn neben der Abgabe von Getränken und Speisen durch Vereinsmitglieder ein zusätzliches, im Umfang geringfügiges Speisenangebot durch einen Dritten bereitgestellt wird (zB durch einen Langosverkäufer oder einen „Hendlbrater“). Dies gilt aber nur dann, wenn die Gäste unmittelbar in Vertragsbeziehung zu diesem fremden Dritten treten. Wird jedoch die gesamte oder ein wesentlicher Teil der Verpflegung durch einen Caterer übernommen, ist dies weiterhin für das Vorliegen eines kleinen Vereinsfests schädlich.

Zusätzlich wird klargestellt, dass die Auslagerung von Tätigkeiten, deren Durchführung durch Professionisten behördlich angeordnet ist bzw deren Durchführung durch Nichtprofessionisten verboten ist (zB behördlich beauftragte Beschäftigung eines Securitydienstes oder die Durchführung eines Feuerwerks) ebenso unschädlich ist. Dies gilt auch für die Durchführung von Tätigkeiten, deren Vornahme durch die Vereinsmitglieder unzumutbar ist (zB Aufstellen eines Festzeltes).

Unterhaltungsdarbietungen dürfen weiterhin nur durch Vereinsmitglieder oder durch regionale und der breiten Masse nicht bekannte Künstler erfolgen. Bei Musikgruppen oder anderen Künstlergruppen kann davon ausgegangen werden, dass diese regional und der breiten Masse nicht bekannt sind, wenn der übliche Preis für einen Auftritt des Künstlers bzw der Künstlergruppe EUR 800 pro Stunde nicht überschreitet.

Fazit.

Die Klarstellungen des BMF sind definitiv zu begrüßen und sollten zu mehr Rechtsicherheit für Vereine bei der Abhaltung von Veranstaltungen und Festen führen. Insbesondere die Festlegung des Honorars für die Abgrenzung von unbekannten zu bekannten Künstlern führt vor allem für kleine Vereine zu einer höheren Planungssicherheit.

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Christoph Hofer

Christoph Hofer

Senior Manager | Deloitte Tax
Telefon: +43 1 537 00 6913
Mail: chhofer@deloitte.at

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