Prosit 2015 – Steuerliche Neuerungen ab 1.1.2015

Das Jahr 2014 nimmt sein Ende und rückblickend war es ein steuerlich turbulentes Jahr, geprägt von verschiedensten Neuerungen. Damit das neue Jahr richtig „gesteuert“ werden kann, möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über die wichtigsten Änderungen ab dem 1.1.2015 geben. Gerne können Sie unsere jeweiligen Beiträge auch im Detail nachlesen.

Land- und Forstwirtschafts-Pauschalierungsverordnung 2015.

Diese beinhaltet einige wesentliche Änderungen im Vergleich zur LuF-PauschVO 2011. Insbesondere enthält die neue Verordnung Einschränkungen der Anwendbarkeit der Vollpauschalierung sowie neue Gewinnermittlungsvorschriften. Mehr…

Unternehmensgruppe.

Ausländische Körperschaften dürfen nur mehr Mitglied einer österreichischen Unternehmensgruppe sein, wenn diese entweder in der EU oder in einem Drittstaat, mit dem umfassende Amtshilfe vereinbart wurde, ansässig sind. Gesellschaften, die diese Bedingungen nicht erfüllen, scheiden am 1.1.2015 ex lege aus der Unternehmensgruppe aus. Weiters können Verluste ausländischer Gruppenmitglieder nur noch im Ausmaß von max 75 % der Summe der Einkommen aller unbeschränkt steuerpflichtigen Gruppenmitglieder sowie des Gruppenträgers berücksichtigt werden. Mehr…

Ausländische Betriebsstättenverluste.

Ab der Veranlagung 2015 ist nach spätenstens drei Jahren eine zwingende Nachversteuerung der ausländischen (Betriebsstätten-) Verluste vorgesehen, wenn die ausländischen Einkünfte im Inland der Befreiungsmethode unterliegen und mit dem Staat, aus dem die Verluste stammen, keine umfassende Amtshilfe besteht. Hinweis: einige Beispiele für Staaten, mit denen erstmals ab 1.1.2015 erstmals umfassende Amtshilfe besteht: Argentinien, Indien, Südkorea, Südafrika, Ukraine. Mehr…

Ausweitung der beschränkten Steuerpflicht bei Kapitaleinkünften für ab 1.1.2015 anfallende Zinsen iSd EU-QuStG bei in Drittstaaten ansässigen Privatpersonen. Mehr…

Bündelung der KESt Rückerstattungsanträgen.

Aus Gründen der Erleichterung einer geordneten Abwicklung von Anträgen beschränkt Steuerpflichtiger auf Rückzahlung bzw. Erstattung von Kapitalertragsteuer sollen künftig Anträge erst nach Ablauf des Jahres ihrer Einbehaltung eingebracht werden können. Mehr…

Neue Leistungsortregelung und MOSS.

Elektronisch erbrachte sonstige Leistungen, Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen sind ab 1.1.2015 grds immer am Empfängerort steuerbar, unabhängig davon, ob es sich um B2B- oder B2C-Leistungen handelt. Werden solche Leistungen an in der EU ansässige Privatpersonen erbracht, muss die Umsatzsteuer im jeweiligen Verbraucherland abgeführt werden. Zu diesem Zweck wurde der „Mini-One-Stop-Shop“ als zentrale Anlaufstelle für Steuererklärungen und -zahlungen eingeführt. Mehr…

Gesetzesbeschwerde.

Ab 2015 wird es den Verfahrensparteien in Zivil- und Strafsachen möglich sein, eine Gesetzesbeschwerde beim VfGH einzubringen. Jeder Bürger sowie ordentliche Gerichte können sich nun direkt an den Verfassungsgerichtshof (VfGH) wenden, wenn sie finden, dass ein erstinstanzliches Urteil auf Basis eines verfassungswidrigen Gesetzes erfolgt ist. Mehr…

Feststellungsverfahren bei Arbeitsgemeinschaften.

Zur Erhöhung der Rechtssicherheit soll für eine ARGE (Arbeitsgemeinschaft) mit einem Auftragsvolumen von mehr als EUR 700.000 (auch wenn es sich bloß um einen Werkvertrag handelt) ein einheitlicher Betrieb fingiert werden, für den auch ein eigenes Feststellungsverfahren nach § 188 BAO durchzuführen ist. Diese Neuregelungen betrifft Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2014 beginnen und die Auftragsvergabe ab diesem Datum erfolgt. Mehr…

Immobilienbesteuerung.

Ab 1.1.2015 gilt eine kaufpreiserhöhende Umwidmung von Alt-Vermögen, sollte diese fünf Jahre nach der Veräußerung erfolgt sein, als rückwirkendes Ereignis iSd § 295a BAO und stellt einen Anwendungsfall der reduzierten (40% anstatt 86%) fiktiven Anschaffungskosten bei der Ermittlung der steuerlichen Bemessungsgrundlage dar. Mehr…

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Georg Erdélyi

Georg Erdélyi

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